Projekt: Neuordnung der östlichen Domumgebung, Umbau der Domplattform und des Dionysoshofs/Baptisteriums. Auftrag: Fachplanungsleistungen der Tragwerksplanung gemäß §§ 48-50 sowie Anlage 13 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) der Leistungsphasen 1-6 sowie Nachweis der Erdbebensicherheit
Art der Baumaßnahmen:
Es handelt sich um Bauen im Bestand. Der Auftrag umfasst die Tragwerksplanung für den Umbau der östlichen Domplattform. Die bestehenden Treppenanlagen mit ihren pilzförmigen Betondachkonstruktionen, die von der Domebene über den Dionysoshof zur Straßenebene führen, sollen abgerissen und eine neue Rampentreppe unter Veränderung der Stützwand errichtet werden. Die Domplattform, die die Straße Am Domhof in Form eines Tunnels überspannt, wird in Teilen zurückgebaut. Der Rückbau umfasst auch den Zugang zum Gleis 1 des Hauptbahnhofs sowie die Wendeltreppe östlich der Straße Am Domhof. Eine repräsentative Treppenanlage zur Anbindung der Domplattform im Bereich des Museum Ludwig wird neu errichtet. Auf Straßenebene werden vorhandene baulichen Anlagen des Baptisteriums, der Dombauhütte, des Römisch-Germanischen-Museums und des Museum Ludwig zur Schaffung von Ausstellungsräumen teilweise abgebrochen und neu errichtet. Die Einfahrt Domgarage wird im Rahmen des Abrisses- und Neubaus der darüberliegenden Treppenanlage umgebaut.
Die Planungen erfordern sowohl innerhalb als auch außerhalb der bestehenden Raum- und Tragwerkstrukturen teilweise massive Veränderungen. Die Gebäude und baulichen Anlagen müssen voraussichtlich überwiegend bis auf den Rohbau zurückgebaut werden.
Da es sich um den Umbau- und Neubau im baulichen Bestand im Bereich zweier herausragender Baudenkmäler – des Kölner Domes und des Baptisteriums – und in einer besonders verkehrlich intensiv genutzten innerstädtischen Lage handelt, erfordert die Planung bei hohen architektonischen Ansprüchen eine herausragende, technisch anspruchsvolle Gesamtbearbeitung in tragwerksplanerischer Hinsicht. Die komplexe Bestandssituation – insbesondere der unterirdischen Anlagen (U-Bahn-Tunnel) – erfordert im besonderen Maße auch innovative Lösungsansätze, sehr gute Zusammenarbeit der einzelnen tragwerksplanerischen Fachdisziplinen des konstruktiven Ingenieur-Hochbaus und Ingenieur-Tiefbaus und mit der Deutschen Bundesbahn (DB) sowie gute Kenntnisse baubetrieblicher Verfahrensabläufe zur Erzielung eines wirtschaftlichen Gesamttragwerks.
Der in Teilen notwendige Abbruch von wesentlichen, horizontal und vertikal lastabtragenden Bauteilen stellt einen erheblichen Eingriff in die vorhandene Bausubstanz mit grundlegender Veränderung zum ursprünglichen, bauordnungsrechtlich genehmigten Zustand dar, die aus tragwerksplanerischer Sicht wesentliche und technisch anspruchsvolle Kompensations- und Abfangungsmaßnahmen in Hinblick auf den Lastabtrag erfordern.
Planungsgrundlagen:
Der Rat der Stadt Köln beschloss am 7.10.2010 den Zuwendungsantrag für das Projekt "Städtebauliche Neuordnung des Domumfeldes im Bereich Dionysoshof/Baptisterium" zum Förderprogramm des Bundes für nationale UNESCO-Welterbestätten einzureichen. Darüber hinaus wurde beschlossen, zur Bereitstellung der Gesamtinvestitionssumme von 19 500 000 EUR brutto entsprechende Mittel in den Haushalt einzustellen. Die Planung soll frühestmöglich beauftragt werden, um die Fertigstellung der Maßnahme bis 2014 zu gewährleisten.
Grundlage der Planung bildet das "Städtebauliche Konzept Domumgebung" von April 2010, das eine Weiterentwicklung eines Entwurfskonzeptes von 2002 und einer Machbarkeitsstudie 2009 darstellt. Die Realisierung des Bauabschnitts 1 dieses städtebaulichen Konzeptes – der Bereich Dionysoshof/Baptisterium – soll bis 2014 erfolgen. Das aktuelle Entwurfskonzept wurde im Rahmen der Überarbeitung der Machbarkeitsstudie 2009 hinsichtlich der Realisierbarkeit/baulichen Machbarkeit überprüft. Die Machbarkeitsstudien 2009 und 2010 beinhalten die Suche, Sichtung und Auswertung von Bestandsunterlagen, die Beschreibung der baulichen, statisch-konstruktiven Maßnahmen und - eine vorläufige Kostenannahme der Gesamtpositionen, untergliedert in Unterpositionen, sowie eine Abschätzung der Realisierungs- und Kostenzeiträume.
Größenordnung der Baumaßnahme:
Die geschätzten Kosten des Gesamtprojektes betragen ca. 19 500 000 EUR brutto. Die anrechenbaren Kosten für die Tragwerksplanung wurden auf ca. 4 600 000 EUR netto geschätzt.
Zeitrahmen:
1. Beauftragung der Fachplanungsleistungen: Erstes Quartal 2011;
2. Die Leistung ist voraussichtlich bis zum ersten Quartal 2012 zu erbringen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-01-19.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2010-12-29.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2010-12-29
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Auftragsbekanntmachung
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2011-10-17
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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