Architekten- und Ingenieurleistungen (Generalplaner) für den Weiterbau und die Fertigstellung der Baumaßnahme "WCCB" (World Conference Center Bonn, in 53113 Bonn, Platz der Vereinten Nationen, DEUTSCHLAND)
Ausgeschrieben werden nach der Vergabeordnung für freiberufliche Dienstleistungen (VOF) die Architekten- und Ingenieurleistungen (Generalplaner) für den Weiterbau und die Fertigstellung des Bauprojektes "WCCB".
Mit den Insolvenzen des ursprünglichen Bauherrn und des Generalübernehmers wurden die Bautätigkeiten an dem Projekt "WCCB" im Herbst 2009 eingestellt und seit dem auch nicht mehr aufgenommen. Die öffentliche Auftraggeberin Bundesstadt Bonn beabsichtigt nunmehr, nachdem man sich mit dem Insolvenzverwalter über den Eigentumsübergang verständigt hat, die sogenannten Erweiterungsbauten des Kongresszentrums fertig zu stellen und anschließend in Betrieb zu nehmen. Angestrebt wird eine schnellstmögliche Inbetriebnahme des Konferenzgebäudes, insbesondere die Möglichkeit der Durchführung einer UN-Konferenz im Juni 2013.
Die Erweiterungsbauten gliedern sich im Wesentlichen in die Bauteile:
— Kongress (Bauteil A): ca. 36 000 m² Brutto-Grundrissfläche (BGF),
— Verbindungsbauwerk einschl. Tiefgarage (Bauteil B): ca. 11 000 m² BGF,
— Hotel (Bauteil C): ca. 24 000 m² BGF, ca. 330 Zimmer und Suiten.
Zur Gesamtmaßnahme gehören außerdem 3 zweigeschossige (plus Kellergeschoss) Apartmenthäuser (Abgeordnetenhäuser) in der Heussallee 7 – 11. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus den Jahren 1965 - 1966 müssen grundlegend saniert und / oder modernisiert werden.
Die Angaben zu den Brutto-Grundrissflächen basieren auf Unterlagen des damaligen Generalübernehmers und sind seitens der Bundesstadt Bonn nicht überprüft worden.
Die Bauteile A, B und C haben nach augenscheinlicher Einschätzung einen Fertigstellungsgrad von ca. 70 % - 85 % erreicht. Belastbare Unterlagen hierzu liegen nicht vor. Zu beachten ist, dass einzelne Bereiche (Bauabschnitte, Funktionsbereiche, Etagen etc.) innerhalb eines Bauteils durchaus unterschiedliche Fertigstellungsgrade aufweisen können.
Die Bundesstadt Bonn sucht ein geeignetes Büro, das die erforderlichen Architekten- und Ingenieurleistungen sowie Beratungsleistungen (Brandschutz, Bauphysik etc.) für den Weiterbau und die Fertigstellung der Bauteile A und B erbringt.
Für das Bauteil C (Hotel) ist nur der erste Schritt der im Folgenden beschriebenen Leistungen zu erbringen (Schritt1: Bautenstandsfeststellung/Bestimmung des „Bau-Ist“).
Für die 3 Abgeordnetenhäuser ist der bauliche und gebäudetechnische Zustand zu erfassen, die erforderlichen Sanierungs-/Modernisierungsmaßnahmen (einschließlich Kostenschätzung) zu ermitteln und gemeinsam mit dem Auftraggeber ein Sanierungs- und Nutzungskonzept – unter Beachtung des Denkmalschutzes – zu erarbeiten.
In einem ersten Schritt findet ein Teilnahmewettbewerb (Stufe 1) unter den in dieser Bekanntmachung veröffentlichen Bedingungen statt. Es werden bis zu 5 Bewerber zur Präsentation ihres Teilnahmeantrages eingeladen.
Auf Grundlage der vorgegebenen Kriterien werden bis zu 3 Bewerber für die Stufe 2 (Verhandlungsverfahren) ausgewählt. Bei gleicher Eignung mehrerer Bewerber entscheidet das Los.
Im Zuge des Verhandlungsverfahrens (Stufe 2) sind von den Bietern auch Konzepte zur geplanten Vorgehensweise vorzulegen und Angaben zur zeitlichen Strukturierung hinsichtlich des Planungs- und Bauablaufs zu machen.
Nach Vorlage der Angebote findet ein Auftragsgespräch gemäß §20 VOF statt (Stufe 3). In diesen Auftragsgesprächen wird ermittelt, welcher Bieter am ehesten eine sachgerechte und qualitätsvolle Leistungserfüllung bietet. Erst nach Abschluss dieser Gespräche wird der Auftrag vergeben.
Die wesentlichen Inhalte der zu vergebenen Leistungen sind:
1. Bautenstandsfeststellung (Bestimmung des "BauIst")
Qualitative und quantitative Aufnahme aller ausgeführten Bauleistungen.
Getrennte Darstellung nach Bauteilen, Gliederung nach Gewerken bzw. nach DIN 276.
Ziel ist es u. a. eine objektive Bewertung des baulichen und gebäudetechnischen Zustandes des Objektes zu erstellen, z.B.:
Prüfung, ob die Ausführung dem aktuellen Stand der Technik, den Baugenehmigungsunterlagen etc. entspricht.
Feststellung und Aufnahme von Ausführungsmängeln.
Feststellung und Aufnahme von Rückbauleistungen (auf Grund des Baustillstandes), ggf. unter Hinzuziehung von Gutachtern/Sachverständigen.
2. Festlegung des "BauSolls"
Basierend auf den Arbeitsergebnissen des Schrittes 1 (Bautenstandsfeststellung) ist ein ("neues") BauSoll zu ermitteln.
Dabei sind u. a folgende Randbedingungen zu beachten:
Nutzungskonzept/Nutzeranforderungen.
Erforderliche Rückbauleistungen.
Einsparpotentiale etc. (Technisch und wirtschaftlich beste Lösung!).
Erweiterte und/oder geänderte Nutzungsmöglichkeiten.
Die Arbeitsergebnisse sollen als Grundlage für weitere Entscheidungen auf Auftraggeberseite dienen.
Daher sind Aussagen zu folgenden Punkten zu treffen:
Ermittlung der voraussichtlichen (Rest-) Baukosten.
Zeitliche Darstellung der Planungs- und Bauphase (Grobterminplanung).
Erarbeitung von Vorschlägen bzw. Konzepten zur weiteren Vorgehensweise.
Aussagen zu erforderlichen/notwendigen Planungsleistungen.
3. Planungsleistungen
Aufgabe ist es, u. a. eine abgestimmte Ausführungsplanung sowie Vergabe - und Vertragsunterlagen für eine VOB-konforme Ausschreibung der Rest-Bauleistungen zu erstellen. Basis sind die Erkenntnisse und Festlegungen aus den Schritten 1 (BauIst) und 2 (BauSoll).
Nach jetziger Einschätzung sind hierzu Leistungen der Planungsphasen 5 bis 7 der HOAI, im Bedarfsfall auch der Phasen 3 und 4 der HOAI erforderlich.
Weiterhin ist seitens des Auftraggebers geplant, auch die Objektüberwachung/Bauüberwachung (Leistungsphase 8) sowie die Objektbetreuung/Dokumentation (Leistungsphase 9) zu beauftragen.
Bei dem v. g. Baubauprojekt handelt es sich um eine bautechnisch anspruchsvolle Maßnahme mit einem hohen Anspruch an Planung und Ausführung. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die komplexe technische Gebäudeausrüstung (TGA) u. a.: Geothermie-Anlage, Fotovoltaik, nutzungsspezifische Anlagen (Konferenztechnik, Medien- und Bühnentechnik, Küchenplanung).
Das Kongressgebäude sowie die dazugehörige Ausstattung und Konferenztechnik muss internationalen Ansprüchen genügen. Das Hotel sollte nach bisheriger Planung der Kategorie 4* plus entsprechen.
Bitte beachten Sie zudem, dass eine stufenweise und/oder bauteilweise Beauftragung der Leistungen vorbehalten wird.
Weiterhin sind folgende Randbedingungen zu beachten:
Die Bundesstadt Bonn ist nicht der ursprüngliche Bauherr.
Die bisherigen Planungsleistungen können nicht beurteilt werden und unterliegen einem gewissen "Alterungsprozess".
Die Planungs- und Bauleistungen müssen nach einem längeren Stillstand (Baustopp im September 2009) wieder aufgenommen werden ("Gestörter Bauablauf").
Vom Generalplaner wird erwartet, dass er Erfahrungen mit Bauvorhaben vergleichbarer Komplexität und im Umgang mit der Durchführung von Leistungen für öffentliche Auftraggeber hat.
Es ist beabsichtigt, die Auftraggeberfunktion zu einem noch festzulegenden Zeitpunkt an die hundertprozentige städtische Betreibergesellschaft „Bonn Conference Center Management GmbH“ zu übertragen.
Es ist beabsichtigt, ein paralleles Verfahren zur Ausschreibung eines Projektsteuerers / Controllers durchzuführen. Zur Vermeidung von Interessenkonflikten können der Auftrag für den Generalplaner und der Auftrag für den Projektsteuerer nur an Unternehmen erfolgen, die nicht miteinander verbunden sind.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-01-12.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-12-09.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-12-09
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Auftragsbekanntmachung
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2011-12-16
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Ergänzende Angaben
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2011-12-23
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Ergänzende Angaben
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2012-11-27
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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