Beratung zur Entwicklung einer E-Government-Strategie für die Landeshauptstadt München

Landeshauptstadt München Direktorium Hauptabteilung III Informationstechnologie, GB IT-Strategie, Sachgebiet 3, Vergabestelle 3

Gegenstand der Ausschreibung.
Allgemeines.
Projektvorhaben – Erarbeitung einer E-Government-Strategie.
Die Landeshauptstadt München – nachfolgend mit "LHM" abgekürzt – wird in den Jahren 2011/2012 ein Projekt zur "Erarbeitung einer E-Government-Strategie" für die Stadtverwaltung durchführen. Dem Vorhaben liegt ein Beschluss des Stadtrates vom April 2010 zugrunde.
Das Projekt dient einerseits der Ausformulierung strategischer Ziele und Rahmenbedingungen für den Aufbau einer tragfähigen E-Government-Anwendungslandschaft und -Architektur. Andererseits ist die beschlussreife Vorlage erster konkreter Projektvorschläge, die die Umsetzung einer E-Government-"Roadmap" einleiten, wesentliches Ziel des Projekts. Als Laufzeit des Projektes zur Strategieentwicklung ist ein halbes Jahr vorgesehen.
Die Ergebnisse der Projektarbeit sind in Form eines Strategiepapiers zu dokumentieren und dem Direktorium der Stadtverwaltung Mitte 2012 zu präsentieren. Die ausformulierte Strategie (Strategiepapier inkl. Roadmap) und erste konkrete Projektanträge (inkl. der notwendigen Finanzierungsmaßnahmen) sollen dem Stadtrat anschließend in Form von Beschlussanträgen vorgelegt werden.
Für das Projekt ist die Einbeziehung externer Ratgeber/Projektmitarbeiter an herausgehobener Position vorgesehen. Die auszuarbeitende Strategie muss sowohl fachliche als auch technische Aspekte abdecken. Die Strategie soll einerseits die internen E-Governmentanforderungen der G2G-Ebene (verwaltungsintern) und andererseits die externen E-Governmentanforderungen der Ebenen G2C/C2G (Bürger) sowie G2B/B2G (Wirtschaft) berücksichtigen. Aus den strategischen Betrachtungen müssen konkrete Handlungsalternativen abgeleitet werden können, mit denen die LHM dem Wandel in der Verteilung und Bewältigung ihrer Aufgaben im Sinne eines Dienstleisters zukünftig gerecht werden kann.
Durch die externen Berater sind unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen, die spezifische Qualifikationen erfordern. Die einzelnen Beraterpositionen werden daher in separaten Losen wie folgt ausgeschrieben:
Los 1: Strategische Beratung zur E-Government-Strategie,
Los 2: Informationstechnische und IT-Architektur-Beratung zur E-Government-Strategie,
Los 3: Fachliche Beratung zur Gestaltung der Anwendungslandschaft im Rahmen der E-Government-Strategie.
Die damit verbundenen Erwartungen entnehmen Sie bitte den Losbeschreibungen. Die Berater werden neben der Erarbeitung der Strategie auch an der Erstellung der für das Direktorium und den Stadtrat geplanten Unterlagen maßgeblich mitwirken.
Projektschwerpunkte.
Im Rahmen der Entwicklung einer E-Government-Strategie für die LHM ergeben sich u.a. die folgenden Projektschwerpunkte:
— Erfassung der fachlichen und technischen IST-Situation der Landeshauptstadt München in Bezug auf E-Government,
— Bewertung der IST-Situation, u.a. unter Berücksichtigung aktueller gesetzgeberischer Rahmenbedingungen,
— Grobe Definition eines absehbaren fachlichen und technischen Soll – auch unter Berücksichtigung von Beispielen anderer Kommunalverwaltungen,
— Aufzeigen von Defiziten und Handlungsfeldern,
— Identifizierung und Priorisierung essenziell wichtiger Basisdienste und Basiskomponenten,
— Entwurf einer tragfähigen E-Government-Architektur (angemessene Berücksichtigung von Aspekten Service-orientierter Architekturen),
— Definition von möglichen, sich ergänzenden Leitprojekten im Rahmen eines stufenweisen Vorgehens,
— Priorisierung von Maßnahmen/Herausarbeiten von evtl. Sofortmaßnahmen,
— Erstellung einer "Roadmap" zum schrittweisen Auf- und Ausbau von E-Government-Angeboten bzw. -Dienstleistungen als Optimum unter mehreren Handlungsoptionen auf dem Weg vom Ist zum Soll,
— Klärung der organisatorischen Voraussetzungen und des Ressourcenbedarfs,
— Erste überschlägige Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen,
— Vorplanungen in der Roadmap zur Einführung hoch priorisierter Basiskomponenten (Projektpläne, Abschätzung Ressourcen- und Finanzmittelbedarfe etc.),
— Definition von Richtlinien, an welchen sich IT-Projekte mit E-Government-Bezug zu orientieren haben, unter Berücksichtigung bestehender Leitlinien der LHM, z.B. zu Security, Opensource,
— Abstimmung mit anderen städtischen Projekten wie MIT-KonkreT,
— Vorschläge zur Steuerung der sich entwickelnden Multi-Projekt-Landschaft,
— Vorschläge bzgl. eines langfristigen Produkt- und Service-Management im E-Government-Umfeld.
Los 1 – Strategische Beratung zur E-Government-Strategie.
Los 1 – Inhalte.
Dieses Los zielt auf die Person eines strategisch orientierten Senior-Beraters für konzeptionell-strategische E-Government-Themen, aber auch Projektleitungsaufgaben ab.
Die LHM benötigt die Unterstützung eines versierten strategischen Experten, der bereits andere E-Government-Projekte – insbesondere deren strategische Phase – bei großen Kommunalverwaltungen oder anderen großen Institutionen der öffentlichen Verwaltung begleitet hat.
Der Berater muss auf der Basis.
— weitreichender Kenntnisse der E-Government-Entwicklungen in der öffentlichen Verwaltung der Bundesrepublik Deutschland,
— der Kenntnis der heutigen technischen und fachlichen (Dienstleistungs-) Möglichkeiten im E-Government-Umfeld,
— und des E-Government-Angebotes bei anderen öffentlichen Institutionen in der Lage sein, entsprechende strategische Ziele für eine große Kommunalverwaltung zu begründen und den Weg zu deren Umsetzung auf der Basis einer Ist-Soll-Analyse vorzuzeichnen. Erfahrung in der Erarbeitung einer fachlich begründeten Strategie und Roadmap für technisch gestützte E-Government-Angebote ist eine zwingende Voraussetzung. Die Fähigkeit zur Darstellung und Präsentation in Wort und Schrift für Entscheidungsträger versteht sich im beschriebenen Umfeld von selbst.
Strategiepapiere zu E-Government wurden/werden in Deutschland sowohl auf der Bundes-, der Landes- und der kommunalen Ebene erstellt. Die LHM erwartet Kenntnisse des Beraters in diesem Umfeld, idealerweise auf Basis einer führenden Beteiligung an solchen Strategiefestlegungen sowie deren Vorbereitung und Abstimmung mit Entscheidungsträgern. Die zu formulierende Strategie muss für die politischen Entscheidungsträger klar begründet und nachvollziehbar sein.
Neben einer Abstimmung der Strategie mit der Führung des Direktoriums wird sich der Berater auch in Abstimmungsprozesse mit weiteren Stakeholdern, u.a. mit Führungskräften der städtischen Referate und anderer städtischer Großprojekte wie Mit-KonkreT einbringen müssen.
Obwohl der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit strategisch ist, sind dennoch auch ein grundlegendes technisches Verständnis moderner Architekturen und der heutigen technischen Möglichkeiten im E-Government und Web-Umfeld zwingend erforderlich. Der gewünschte Senior-Berater muss Erfahrung aus entsprechenden umsetzungsorientierten IT-Projekten mitbringen. Eine Mitwirkung an E-Government-Projekten – z.B. allein hinsichtlich verwaltungswissenschaftlicher oder politischer Aspekte – ist als Qualifikation nicht hinreichend.
Aufgabe des Experten ist ferner die intensive Beratung von führenden Projektmitarbeitern der LHM bei der Ausgestaltung und Leitung des Strategie-Projekts unter Berücksichtigung der Interessen einer Vielzahl von Stakeholdern in einer komplexen Kommunalverwaltung. Das betrifft sowohl die fachliche, die technische wie auch die methodische Ebene. Bei Bedarf soll der strategische Berater in der Lage sein, die Projektleitung nicht nur zu begleiten, sondern sie auch zu übernehmen. Er muss daher selbst auch über IT-Projektleitungserfahrung verfügen und Projektleiter coachen können.
Der strategische Berater wird das Strategieprojekt über den gesamten Projektzeitraum weitgehend in Vollzeit und Vor Ort begleiten.
Insgesamt wird der externe Berater an einer exponierten Position innerhalb des Teams tätig sein.
Los 2 Informationstechnische und IT-Architektur-Beratung zur E Government-Strategie.
Los 2 – Inhalte.
Dieses Los zielt auf die Person eines technisch orientierten IT-Beraters/IT-Architekten (Senior-Berater) ab, der die LHM hinsichtlich der zu schaffenden technischen Grundlagen für externe und interne E-Government-Angebote unterstützen soll. Dabei sind auch Aspekte der künftigen SW-Entwicklung bei der LHM zu berücksichtigen. Da umfängliche Architektur-Erweiterungen und entsprechende Projekte absehbar sind, kommt diesem Berater bei der vorzunehmenden Ist-Soll-Analyse und der Ausgestaltung der Roadmap unter technischen Gesichtspunkten eine bedeutende Rolle zu. Die Beurteilung technischer E-Government-Architekturen unter strategischen Aspekten ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Für die professionelle Durchführung des Projektes sucht die LHM daher die Unterstützung eines versierten technischen Experten, der im Idealfall bereits andere E-Government-Projekte und entsprechende Architektur-Transformationen bei großen Kommunalverwaltungen begleitet hat.
Als Voraussetzungen der Beratungstätigkeit sieht die LHM.
— umfassende Kenntnisse aktueller IT-Architekturen und zugehöriger technischer Infrastrukturen, die für den Betrieb und Ausbau zeitgemäßer Intranet/Internet-Applikationen in großen Unternehmen sowie für E-Government in der öffentlichen Verwaltung der Bundesrepublik Deutschland erforderlich sind,
— umfassende Kenntnisse der heutigen technischen Möglichkeiten für die Realisierung sicherer Web-Lösungen, von Web-Service-Angeboten und von E-Government-Systemen – v. a. auch beim Einsatz von Open Source und entsprechender offener Standards,
— vertiefte Kenntnisse im SOA-Umfeld und zugehöriger technischer Systeme,
— vertiefte Kenntnisse typischer Software-Entwicklungsprozesse (inkl. der organisatorischen Voraussetzungen) für Web-Lösungen/Web-Services, die auf E-Government-fähigen Architekturen betrieben werden,
— vertiefte Kenntnisse von EAM- und EAI-Verfahren,
— Überblick über den strukturellen Aufbau typischer E-Government-Anwendungen sowie,
— die Fähigkeit, Kostenabschätzungen für einen Architektur- und Infrastruktur-Aus/Umbau vornehmen zu können.
Der Berater muss in der Lage sein, für die Stadt München technische Infrastruktur- und Architektur-Ziele zu formulieren sowie einen gangbaren Weg von der Ist-Situation zur Soll-Situation auf der technischen Ebene aufzuzeigen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Entscheidungsträger als Ergebnis der Arbeit ein klares Bild davon erhalten,
— wie die technische IT-Architektur und -Infrastruktur der LHM für künftige E-Government-Angebote aussehen soll und welche Basiskomponenten die Architektur enthalten muss,
— in welcher Weise diese Architektur sukzessive und durch angemessene Priorisierung der Komponenten-Implementierung realisiert werden kann,
— ob und wie Aspekte einer Service-orientierten Architektur (SOA) umgesetzt werden sollen.
Erfahrungen in Vorgehensweisen für ein gezieltes und fokussiertes technisches Assessment sollten ebenso vorhanden sein wie Erfahrung in der Erarbeitung einer fachlich und technischen begründeten Strategie und Roadmap für eine angemessene Architektur- und Infrastruktur-Transformation, um künftig angestrebte E-Government-Angebote technisch abdecken zu können. Dabei sind insbesondere auch erforderliche Sicherheitskomponenten zu berücksichtigen.
Hinsichtlich der Erstellung der Roadmap erwartet die LHM vom technischen Berater konkrete Vorgaben bzgl. der methodischen Vorgehensweise bei der technischen Analyse und der Erarbeitung einer konsistenten Abfolge von Schritten zur Einführung der notwendigen technischen Systeme.
Der technisch orientierte Berater muss sich mit anderen Beratern und Projektmitarbeitern, die den fachlichen und strategischen Erwartungs- und Ziel-Katalog ausformulieren, abstimmen. Eine enge Abstimmung ist ferner mit den technisch Verantwortlichen (u.a. IT-Architekten) des heutigen und künftigen zentralen technischen Dienstleisters der LHM sowie den Leitern technisch orientierter Teilprojekten des aktuellen IT-Reorganisationsprojektes MiT-KonkreT der LHM erforderlich.
Vom externen Berater werden neben seinen spezifischen Fähigkeiten auch die operative Mitwirkung im Projekt erwartet – z.B. Beteiligung an der Projektplanung, Vorbereitung und führende Teilnahme an Arbeitssitzungen, Workshops, Ausformulierung und Dokumentation gewonnener Erkenntnisse etc.
Insgesamt wird der externe Berater an einer exponierten Position innerhalb des Teams tätig sein und das Strategieprojekt über den gesamten Projektzeitraum weitgehend in Vollzeit und Vor Ort begleiten.
Los 3 – Fachliche Beratung zur Gestaltung der Anwendungslandschaft im Rahmen der E-Government-Strategie.
Los 3 – Inhalte.
Dieses Los zielt auf die Person eines fachlich orientierten IT-Beraters (Senior-Berater) ab, der die LHM hinsichtlich der zu schaffenden Anwendungslandschaft/Anwendungsarchitektur für künftige externe und interne E-Government-Services unterstützen soll. Neben der Definition von E-Government-Anwendungskomponenten, sind im fachlichen Umfeld auch Richtlinien für die künftige Ausgestaltung der Prozesslandschaft zu erarbeiten. Dabei sind die Anforderungen von Stakeholdern – v.a. der Referate und Eigenbetriebe der LHM – zu berücksichtigen.
Die LHM benötigt die Unterstützung eines versierten Kenners von E-Business- und im speziellen von E-Government-Anwendungen. Der Senior-Berater muss mit den Anforderungen an die Struktur solcher Anwendungen (Portale, Webservices, Frontend- wie Backend-Services, Anbindung von hochspezifischen Fach-Anwendungen) aus der Praxis vertraut sein. Ein fundierter Überblick über die typischen zentralen Basisdienste einer ausbaufähigen E-Government-Service-Landschaft in öffentlichen Verwaltungsinstitutionen mit internen wie externen Kunden ist zwingende Voraussetzung.
Idealerweise hat der Kandidat bereits mehrere E-Government Services im kommunalen Umfeld auf fachlicher Ebene konzipiert, Evaluationen entsprechender Produkte vorgenommen und deren Einführung in der jeweiligen Verwaltungsinstitution begleitet. Zudem betrachtet die LHM Erfahrung mit der dezentralen Aufgabenorganisation von großen Kommunalverwaltungen oder Stadtstaaten, die in eine Vielzahl von Fachbereichen/Referaten gegliedert sind, als wichtige Voraussetzung der zu erbringenden Beratungsleistung.
Der gewünschte Berater soll das vorgesehene Strategieprojekt fachlich führend begleiten. Sein Tätigkeitsspektrum definiert sich u.a. durch die folgenden Aufgabenschwerpunkte und Kenntnisse:
— Erfassung, Auswertung und Konsolidierung von fachlichen und E-Government-relevanten Anforderungen der Referate, aber auch von typischen Anforderungen externer Kunden,
— Abstimmung des fachlichen Anforderungsspektrums u.a. mit Referatsvertretern und Facharchitekten der Landeshauptstadt München,
— Erarbeitung eines Katalogs an fachlichen Basisdiensten für eine ausbaufähige Soll-Anwendungslandschaft mit geeigneten Frontend- und Backend-Services,
— Erarbeitung einer Soll-Anwendungslandschaft - soweit absehbar,
— Priorisierung der Einführung bestimmter Anwendungskomponenten,
— Leitung und Steuerung von Erhebungen zu Fach-Informationen und -Daten mit der erforderlichen Granularität sowie der nachfolgenden Auswertung der erhobenen Informationen,
— Einbringen von Kenntnissen zum Stand der Entwicklung und zum Einsatz von E-Government-Services und Fachanwendungen in den Verwaltungen vergleichbar großer Kommunen bzw. Stadtstaaten ("Best Practice"),
— Erfahrungen bei der Beschaffung und Bewertung von Informationen für "Make or Buy"-Entscheidungen.
Obwohl der Schwerpunkt der Beratungstätigkeit fachlich ausgerichtet ist, sind dennoch auch ein grundlegendes technisches Verständnis moderner Architekturen und der heutigen technischen Möglichkeiten im E-Government und Web-Umfeld zwingend erforderlich. Dies wird u.a. bei der Abbildung des fachlichen Anforderungskataloges auf eine Roadmap eine wesentliche Rolle spielen.
Der gewünschte Senior-Berater muss Erfahrung aus entsprechenden umsetzungsorientierten IT-Projekten mitbringen, in denen er Konzeptions-, Test- und Rollout-Phasen für E-Business/E-Government-Applikationen begleitet hat. Erfahrungen im Change-Management sind dabei ebenso von Vorteil. Insgesamt wird der externe Berater an einer exponierten Position innerhalb des Teams tätig sein und das Strategieprojekt über den gesamten Projektzeitraum weitgehend in Vollzeit und Vor Ort begleiten.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-08-01. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-07-01.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-07-01 Auftragsbekanntmachung
2012-02-09 Bekanntmachung über vergebene Aufträge