Beschaffung einer Standardsoftware Wirtschaftliche Jugendhilfe und soziale Arbeit sowie zugehörige Softwarepflege- und Schulungsleistungen (SoJA)

Landeshauptstadt München Direktorium Hauptabteilung III Informationstechnologie, GB IT-Strategie, Sachgebiet 3, Vergabestelle 3

Die 3 Professionen Bezirkssozialarbeit (BSA), Wirtschaftliche Jugendhilfe (WJH) und Vermittlungsstelle (VMS = Sozialpädagogischer Fachdienst zur Vermittlung / Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Hilfen zur Erziehung) sowie der Bereich Controlling nutzen ein gemeinsames Verfahren im Zuge der Planung, Leistungserbringung, Analyse und Steuerung städtischer Produkte. Um eine Mehrfacherfassung von Daten zu vermeiden, ist die Bildung eines gemeinsam genutzten Gesamtdatenbestands im Sozialreferat sinnvoll. Jede Profession kann auf die Daten zurückgreifen und diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben fort schreiben. Der größte Teil der Fälle umfasst den Bereich der Jugendhilfe.
Darüber hinaus ist die Bezirkssozialarbeit der Landeshauptstadt München auch in den Bereichen Erwachsenenhilfe und Wohnen tätig. In diesen beiden Bereichen gibt es keine Berührungspunkte mit Vermittlungsstelle und Wirtschaftlicher Jugendhilfe.
Durch die Schaffung eines zentralen Datenbestands können verschiedene Stellen die gewünschten Statistiken und Auswertungen aus dem System abrufen.
Die Landeshauptstadt München strebt vorrangig ein Webverfahren an. Das Verfahren soll durch administrative Maßnahmen - etwa zur Erweiterung um Datenfelder – flexibel anpassbar sein. Erwartet wird ein stabiles Softwaresystem, welches zudem ein hohes Maß an Release-Sicherheit aufweist. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass für die LHM individuell ausgestaltete Programmfunktionalitäten beim Wechsel auf neue Programmstände (z.B. Updates, Versionen) stets erhalten bleiben.
Insgesamt werden ca. 830 Beschäftigte mit dem System arbeiten.
Es sollen folgende Hauptziele erreicht werden:
1. die 3 Fachlichkeiten BSA, VMS und WJH nutzen gemeinsam ein am Markt bewährtes Fachverfahren.
2. das Fachverfahren erleichtert die Abwicklung der Falldokumentation und des Schriftverkehrs der Arbeitsbereiche Jugendhilfe, Erwachsenenhilfe und Wohnen.
3. mit dem Fachverfahren können Jugendhilfeleistungen berechnet werden
4. mit dem Fachverfahren können Jugendhilfeleistungen ausgezahlt sowie Ausgaben und Einnahmen verwaltet werden.
5. Daten für regionalisierte, produktbezogene u.a. Statistiken und Auswertungen fallen im Rahmen der Fallbearbeitung an.
6. das Fachverfahren stellt Standardauswertungen und Daten für externe Auswertungen zur Verfügung.
Die angebotene Lösung muss kompatibel mit den geltenden technischen Rahmenbedingungen bei der LHM sein.
Das Verfahren steht mittelfristig als mit LiMux (LINUX-Version der Landeshauptstadt München) kompatible Lösung (Webverfahren) zur Verfügung. Gefordert wird insoweit ein Fachverfahren mit Webfrontend; die aktuell gebräuchlichen Browser müssen unterstützt werden. Derzeit sind folgende Rahmenbedingungen für den Einsatz von Fachanwendungen festgelegt: Alle Funktionen sollen auch ohne Verwendung aktiver Komponenten wie z.B. JavaScript auf dem Client ausführbar sein; am Client erfolgt keine Datenhaltung. Die Kommunikation erfolgt über das http-Protokoll. Bei der LHM wird aktuell Firefox 3.x eingesetzt.
Die technischen Rahmenbedingungen können sich im Verlauf des Verfahrens ändern.
Es ist vorgesehen, das Projekt in 2 Phasen abzuwickeln. In Phase 1 ist zunächst der Bereich Wirtschaftliche Jugendhilfe (WJH) einschließlich Controlling zu implementieren. Nach zirka einem Jahr erfolgt die Implementierung der Bereiche Bezirkssozialarbeit (BSA) sowie Vermittlungsstelle (VMS).
In der ersten Phase sind 200 Beschäftigte, insbesondere der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, mit der Software auszustatten.
Gegenstand der Leistung:
1. Lieferung des Systems als Standardsoftware und Übertragung von entsprechenden Nutzungsrechten (Lizenzen); (Phase 1 und 2).
2. Anpassung des Systems an das Umfeld des Sozialreferats, Konfiguration des Systems in Kenntnis des Umfelds sowie Inbetriebnahme in der Effektivumgebung; (Phase 1 und 2).
3. Bereitstellung der Schriftgutunterstützung (z.B.: Übernahme von Fall- und Sachbearbeiterdaten in die entsprechenden Formularfelder); (Phase 1 und 2).
4. Installation und Inbetriebnahme des Systems auf dem Testserver; (Phase 1 und 2).
5. Herstellung der geforderten Schnittstellenanbindungen.
a. Directory-Service wie LDAP; (Phase 1);
b. Einrichtungs-/ Angebotsdatenbank (Eigenentwicklung des Sozialreferats); (Phase 1);
c. zu SAP für Ausgaben bzw. Auszahlungen (SAP-Modul ERP und vorgeschaltetes Geschäftspartnermanagement); (Phase 1);
d. zu SAP für Einnahmen (SAP-Modul PSCD und vorgeschaltetes Geschäftspartnermanagement); (Phase 1);
e. zu der vorhandenen Webanwendung „Qualitätssicherung in Gefährdungsfällen, Hilfeplan und soz. Diagnose“ (Eigenentwicklung der LHM für das Sozialreferat); (Phase 2);
6. Einrichtung eines Hintergrundverfahrens (administrative Funktionen) sowie Beratung und Unterstützung hierzu; (Phase 1 und 2).
7. Lieferung einer umfassenden Verfahrensdokumentation mit Bekanntgabe der Datensatzbeschreibung (Benennung der Datenfelder) an das Sozialreferat; (Phase 1 und 2).
8. Schulung des Testpersonals und / oder der als Multiplikatoren sowie zur Betreuung des Hintergrundverfahrens und zur Auswertung vorgesehenen Beschäftigten; (Phase 1 und 2).
9. Bereitstellung als LiMux-kompatible Lösung (z.B. Webverfahren - vgl. oben); (Phase 1 und 2).
10. Erbringung von Pflegeleistungen (bis zu 60 Monate nach Abnahme).
Im Verlauf des Vergabeverfahrens präsentieren die Bieter voraussichtlich im Rahmen einer eintägigen Veranstaltung wesentliche Funktionalitäten des vorhandenen Produktes und bearbeiten Fallkonstellationen aus der Praxis. Die Ergebnisse fließen neben dem schriftlichen Angebot in die Bewertung der Leistung ein.
Hinweis:
Die Ausprägung und Details der Leistungserbringung sowie die Verteilung der Leistungen auf die Phasen sind Gegenstand des Verhandlungsverfahrens. Einzelne Leistungspunkte können im Zuge der Verhandlungen angepasst werden und ggf. auch entfallen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-06-03. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-05-04.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-05-04 Auftragsbekanntmachung
2012-06-18 Bekanntmachung über vergebene Aufträge