Beschaffung eines Supraleitenden Magnetsystems (DFG-GZ: A 635)

Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V., Zentrale Beschaffungsstelle

Supraleitendes Magnetsystem für PERC.
PERC (Proton Electron Radiation Channel) ist ein neuartiges Experiment im Bereich der Teilchenphysik (Neutronenzerfall), welches aufgebaut wird. Das supraleitende Magnetsystem mit einer Gesamtlänge von 11,3 m in der Horizontalen ist aus vier Teilsystemen in einem gemeinsamen Kryostaten aufgebaut, die jeweils durch ein separates Netzgerät betrieben werden:
1) „Langer Solenoid“ mit Korrekturwindungen an beiden Enden (Länge L = 8 m, Ø 400 mm, B0 = 1,5 T): Entlang der Zentralachse befindet sich das sogenannte „Zerfallsvolumen“ mit einem Querschnitt von 70 × 70 mm². Dieses Teilsystem besteht aus einer einzigen Spule und darf nicht aus Einzelsegmenten zusammengesetzt werden,
2) „Separator”: Ein System mit einer Gesamtlänge L = 2,5 m aus drei gekippten, kurzen Spulen (Kippwinkel +10°, +22° und -24°) und dazwischen einem längeren Solenoiden (Länge L = 0,9 m, Ø 600 mm) mit Korrekturwindungen an beiden Enden. Dieses System verschiebt Magnetfeldlinien aus dem Zerfallsvolumen auf einer Länge von etwa 1 m vertikal um ~100 mm,
3) „Filter”: Ein Paar kurzer Ringspulen (Ø 660 mm), das zusammen mit Teilsystem 2 ein starkes Magnetfeld (B1 = 6 T) auf der Achse erzeugt. Der Filter ist um den Solenoiden des Separators angebracht, in dessen Mitte das Feldmaximum erreicht wird,
4) „Connector”: Ein Solenoid (Länge L = 1 m, Ø 520 mm, B2 = 1 T) als Verbindungsstück zu Magneten nachfolgender Detektorsysteme. Diese Systeme sind nicht Teil der Ausschreibung.
Weitere wichtige Anforderungen an Form und Genauigkeit des Magnetfeldes sind u.a.:
A) Ein monotoner Anstieg der Magnetfeldstärke ohne lokale Minima von Teilsystem 1 zum Feldmaximum in Teilsystem 3, dahinter ein monotoner Abfall,
B) Homogenität von ΔB0/B0 < 1*10-4 in radialer Richtung in Teilsystem 1 innerhalb eines Radius von 50 mm um die Achse. Feldlinien müssen auf ±1 mm parallel zur Zentralachse verlaufen,
C) Homogenität des Feldmaximums in Teilsystem 3 innerhalb eines Volumens von 42×42×20 mm³ um die zentrale Feldlinie, die ihren Ursprung im Zentrum des Teilsystems 1 hat, von B1/B1 =2*10-4,
Kühlung: Für die Kühlung des supraleitenden Magnetsystems schlagen wir superkritisches Helium (max. 25 W) und flüssigen Stickstoff oder Kühlung mittels vibrationsgedämpfter Kaltköpfe vor. Alternative Kühlkonzepte können angeboten werden.
Bohrung: In Teilsystem 1 hat die warme Bohrung einen Innendurchmesser von 300 mm, in Teilsystem 2-4 350 mm. Die Bohrung ist Teil eines UHV-Systems mit einem Vakuum von 10-9 mbar. Die Bohrung muss für eine Last von 50 kg/m in Teilsystem 1 und 200 kg/m im hinteren Teil ausgelegt sein. Die geometrische Abweichung der Achse der warmen Bohrung von der zentralen Feldlinie darf maximal ±1 mm betragen.
Umgebung: Das Magnetsystem wird in semi-statischer Weise betrieben, schnelle Änderungen des Magnetfelds sind nicht erforderlich. Der Magnet wird von einer Magnetfeldrückführung in einer Entfernung von etwa 1.4 m vom Zentrum umgeben (nicht Teil dieser Ausschreibung). Das System wird durch Magnetsysteme erweitert, die an Teilsystem 4 gekoppelt werden, mit einer typischen Konfiguration von B = 1 T, Ø 660 mm.
Referenzdesign: Die PERC Kollaboration hat einen Entwurf des Magnetsystems ausgearbeitet, der Anbietern als Referenz dienen kann. Einzelheiten der Spulenpositionen, maximalen Stromdichten, Längen, Radien, Kippwinkel und weitere technische Details sind verfügbar. Alternative Designvorschläge durch den Anbieter sind willkommen, bedürfen jedoch der Zustimmung der PERC Kollaboration.
Ein entsprechendes Netzgerät ist für den Magneten anzubieten.

Deadline

Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-01-16. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-12-16.

Wer? Wie? Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-12-16 Auftragsbekanntmachung
Auftragsbekanntmachung (2011-12-16)
Objekt
Umfang der Beschaffung
Titel: Industrielle Maschinen
Menge oder Umfang: 1 System.
Metadaten der Bekanntmachung
Originalsprache: Deutsch 🗣️
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Lieferungen
Verordnung: Europäische Union
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Industrielle Maschinen 📦

Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Angebotsart: Angebot für alle Lose
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot

Öffentlicher Auftraggeber
Identität
Land: Deutschland 🇩🇪
Art des öffentlichen Auftraggebers: Sonstiges
Name des öffentlichen Auftraggebers: Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V., Zentrale Beschaffungsstelle
Postanschrift: Kennedyallee 40
Postleitzahl: 53175
Postort: Bonn
Kontakt
Internetadresse: http://www.dfg.de 🌏
E-Mail: boris.licker@dfg.de 📧
Telefon: +49 2288852105 📞
Fax: +49 2288853676 📠

Referenz
Daten
Absendedatum: 2011-12-16 📅
Einreichungsfrist: 2012-01-16 📅
Veröffentlichungsdatum: 2011-12-21 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer: 2011/S 245-397779
ABl. S-Ausgabe: 245
Zusätzliche Informationen
Das Aktenzeichen entsprechend Ziff. IV.3.1) ist bei sämtlicher Korrospondenz anzugeben. Beim Schlusstermin laut Ziff. IV.3.4) handelt es sich um den Schlusstermin für den Eingang der Teilnahmeanträge (nicht für den Eingang der Angebote). Vor Ablauf des Schlusstermins gemäß Ziff. IV.3.4) werden keine Verdingungsunterlagen versendet.
Mehr anzeigen

Objekt
Umfang der Beschaffung
Kurze Beschreibung:
Supraleitendes Magnetsystem für PERC.
PERC (Proton Electron Radiation Channel) ist ein neuartiges Experiment im Bereich der Teilchenphysik (Neutronenzerfall), welches aufgebaut wird. Das supraleitende Magnetsystem mit einer Gesamtlänge von 11,3 m in der Horizontalen ist aus vier Teilsystemen in einem gemeinsamen Kryostaten aufgebaut, die jeweils durch ein separates Netzgerät betrieben werden:
Mehr anzeigen
1) „Langer Solenoid“ mit Korrekturwindungen an beiden Enden (Länge L = 8 m, Ø 400 mm, B0 = 1,5 T): Entlang der Zentralachse befindet sich das sogenannte „Zerfallsvolumen“ mit einem Querschnitt von 70 × 70 mm². Dieses Teilsystem besteht aus einer einzigen Spule und darf nicht aus Einzelsegmenten zusammengesetzt werden,
Mehr anzeigen
2) „Separator”: Ein System mit einer Gesamtlänge L = 2,5 m aus drei gekippten, kurzen Spulen (Kippwinkel +10°, +22° und -24°) und dazwischen einem längeren Solenoiden (Länge L = 0,9 m, Ø 600 mm) mit Korrekturwindungen an beiden Enden. Dieses System verschiebt Magnetfeldlinien aus dem Zerfallsvolumen auf einer Länge von etwa 1 m vertikal um ~100 mm,
Mehr anzeigen
3) „Filter”: Ein Paar kurzer Ringspulen (Ø 660 mm), das zusammen mit Teilsystem 2 ein starkes Magnetfeld (B1 = 6 T) auf der Achse erzeugt. Der Filter ist um den Solenoiden des Separators angebracht, in dessen Mitte das Feldmaximum erreicht wird,
4) „Connector”: Ein Solenoid (Länge L = 1 m, Ø 520 mm, B2 = 1 T) als Verbindungsstück zu Magneten nachfolgender Detektorsysteme. Diese Systeme sind nicht Teil der Ausschreibung.
Weitere wichtige Anforderungen an Form und Genauigkeit des Magnetfeldes sind u.a.:
A) Ein monotoner Anstieg der Magnetfeldstärke ohne lokale Minima von Teilsystem 1 zum Feldmaximum in Teilsystem 3, dahinter ein monotoner Abfall,
B) Homogenität von ΔB0/B0 < 1*10-4 in radialer Richtung in Teilsystem 1 innerhalb eines Radius von 50 mm um die Achse. Feldlinien müssen auf ±1 mm parallel zur Zentralachse verlaufen,
C) Homogenität des Feldmaximums in Teilsystem 3 innerhalb eines Volumens von 42×42×20 mm³ um die zentrale Feldlinie, die ihren Ursprung im Zentrum des Teilsystems 1 hat, von B1/B1 =2*10-4,
Kühlung: Für die Kühlung des supraleitenden Magnetsystems schlagen wir superkritisches Helium (max. 25 W) und flüssigen Stickstoff oder Kühlung mittels vibrationsgedämpfter Kaltköpfe vor. Alternative Kühlkonzepte können angeboten werden.
Bohrung: In Teilsystem 1 hat die warme Bohrung einen Innendurchmesser von 300 mm, in Teilsystem 2-4 350 mm. Die Bohrung ist Teil eines UHV-Systems mit einem Vakuum von 10-9 mbar. Die Bohrung muss für eine Last von 50 kg/m in Teilsystem 1 und 200 kg/m im hinteren Teil ausgelegt sein. Die geometrische Abweichung der Achse der warmen Bohrung von der zentralen Feldlinie darf maximal ±1 mm betragen.
Mehr anzeigen
Umgebung: Das Magnetsystem wird in semi-statischer Weise betrieben, schnelle Änderungen des Magnetfelds sind nicht erforderlich. Der Magnet wird von einer Magnetfeldrückführung in einer Entfernung von etwa 1.4 m vom Zentrum umgeben (nicht Teil dieser Ausschreibung). Das System wird durch Magnetsysteme erweitert, die an Teilsystem 4 gekoppelt werden, mit einer typischen Konfiguration von B = 1 T, Ø 660 mm.
Mehr anzeigen
Referenzdesign: Die PERC Kollaboration hat einen Entwurf des Magnetsystems ausgearbeitet, der Anbietern als Referenz dienen kann. Einzelheiten der Spulenpositionen, maximalen Stromdichten, Längen, Radien, Kippwinkel und weitere technische Details sind verfügbar. Alternative Designvorschläge durch den Anbieter sind willkommen, bedürfen jedoch der Zustimmung der PERC Kollaboration.
Mehr anzeigen
Ein entsprechendes Netzgerät ist für den Magneten anzubieten.
Es werden Varianten akzeptiert
Referenznummer: MA 4944/1-1 (A 635)
Ort der Leistung
Hauptstandort oder Erfüllungsort: Universität Heidelberg.

Rechtliche, wirtschaftliche, finanzielle und technische Informationen
Auftragsausführung
Wichtigste Finanzierungsbedingungen und Zahlungsmodalitäten und/oder Verweis auf die einschlägigen Bestimmungen, die sie regeln:
Anzahlungen bis zur Höhe von max. 50 % des Kaufpreises nur gegen unbefristete Bankbürgschaft nach deutschen Recht geleistet.

Verfahren
Datum der Absendung der Aufforderungen: 2012-01-30 📅
Vergabekriterien
Kriterium: 1. Technischer Wert (50)
2. Preis (50)
Sprachen
Sprache: Deutsch 🗣️

Öffentlicher Auftraggeber
Identität
Andere Art des öffentlichen Auftraggebers: Other
Kontakt
Kontaktperson: Herrn Boris Licker
Internetadresse: www.dfg.de 🌏

Referenz
Kennungen
Vom öffentlichen Auftraggeber vergebene Referenznummer: MA 4944/1-1 (A 635)

Ergänzende Informationen
Körper überprüfen
Informationen zu Fristen für Nachprüfungsverfahren:
Das GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) verpflichtet uns, Sie zu gegebener Zeit über die beabsichtigte Auftragsvergabe zu informieren. Hiergegen haben Sie die Möglichkeit, innerhalb einer festgelegten Frist vor der Vergabekammer bei der Bezirksregierung Köln, 50606, zu klagen. Im Falle einer fristgerechten Klage erbitten wir eine entsprechende Information.
Mehr anzeigen
Quelle: OJS 2011/S 245-397779 (2011-12-16)