Forschungsinformationssystem
Die Vergabe umfasst die Lieferung, Einführung und Wartung eines Forschungsinformationssystems (FIS) für die Universität Hamburg (ohne Medizinische Fakultät, kurz: UHH) und für das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Medizinische Fakultät, kurz: UKE).
Die UHH plant zusammen mit dem UKE die gemeinsame Einführung und den Betrieb eines Forschungsinformationssystems (FIS), das auf Basis einer über das Internet verfügbaren Softwarelösung universitäre und klinische Forschungsleistungen abbildet, strukturiert und verwaltet. Die Forschungsaktivitäten der Universität Hamburg und des UKE sollen in vollem Umfang dokumentiert werden und den Universitätsmitgliedern sowie der Öffentlichkeit selektiv zugänglich sein. Zugleich sollen Auswertungen der Daten z.B. für Steuerungszwecke möglich sein. Insgesamt soll ein Mehrwert für die verschiedenen Nutzergruppen bestehen. An das FIS wird zudem die Erwartung gestellt, dass nicht nur die Forschungsaktivitäten der Universität Hamburg abgebildet werden, sondern dass das System auch nationalen und internationalen Best-Practice-Lösungen im Bereich von Forschungsinformationssystemen folgt.
Die Forschungsleistungen der verschiedenen an der Universität Hamburg vertretenen Forschungsdisziplinen sind sehr unterschiedlich gestaltet: Der Schwerpunkt kann beispielsweise auf der Projektarbeit liegen, auf wissenschaftlichen Publikationen, auf Kooperationen oder auf Vorträgen. Alle wissenschaftlichen Disziplinen der Universität sollen gleichermaßen die Möglichkeit haben, ihre individuellen Forschungsleistungen zu präsentieren. Ebenfalls sind die einzelnen Abteilungen der Universitätsverwaltung zur Erfüllung ihrer Aufgaben auf vielfältige Informationen zum Forschungsbetrieb angewiesen. Neben den Ansprüchen der Wissenschaftler müssen auch die der Universitätsleitung, der Universitätsverwaltung, der Leitung und Verwaltung der Fakultäten sowie die der Öffentlichkeit einbezogen werden.
Das FIS soll die Forschungsleistungen gemäß dem international anerkannten Standard CERIF (Common European Research Information Format) oder gleichwertig abbilden. Die vorhandenen forschungsrelevanten Daten sollen strukturiert und gebündelt vorgehalten werden und, soweit als möglich, automatisiert aktualisiert werden können. An das FIS sollen intern vorhandene Systeme zur Aktualisierung des FIS-Datenbestandes angebunden werden. Auch extern verfügbare Daten, z.B. aus Online-Quellen oder externen Datenbanken, sollen importiert und integriert werden.
Geplant ist eine Software-Lösung mit den Mandanten UHH und UKE. Die Einführung soll in beiden Bereichen bzw. Mandanten je zwei Stufen umfassen: zuerst soll ein Informationssystem (IS), basierend auf dem Standardsystem des Herstellers, zur Verfügung gestellt werden, dann soll spezifisch für eine ausgewiesene Fakultät der UHH sowie für das UKE ein modifiziertes Forschungsinformationssystem (FIS) implementiert werden. Nachfolgend ist ein universitätsweites "Roll-out" geplant, das jedoch nicht Teil dieser Vergabe ist.
Der Beschaffungsgegenstand umfasst im Wesentlichen die Überlassung der Software, die Wartung (ggf. inkl. Pflege und Einspielung der Updates), den gesamten Prozess der Einführung inklusive Installation und Anpassung (ggfs. durch Erweiterungsprogrammierung), die Übernahme von Daten aus Dateien und Systemen, die Schnittstellenanpassung, die Prozessbegleitung beim Projektmanagement sowie die Schulung.
Das FIS soll folgende Hauptmerkmale umfassen:
— Hochschulspezifische Inhaltstypen, Systemfunktionen und -eigenschaften,
— Mehrsprachiges, CERIF-kompatibles, anpassbares Datenmodell mit der Möglichkeit zur Abbildung hierarchischer Strukturen (Organigramm), historischer Daten und Klassifikationen,
— Umfangreiche und spezifische Eingabe-, Import- und Exportschnittstellen für hochschul- und forschungsbezogene Daten, Repositoriumsfunktionalität, Webservices,
— Umfangreiche Funktionen zur Datenqualitätssicherung und Eingabeunterstützung inkl. Dublettenidentifizierung und -behandlung, Plausibilitätsprüfungen, Ausfüll-Assistenten, Eingabevorbelegungen und Pflichtfeldern,
— Möglichkeiten zur Erstellung hochschulspezifischer Berichte und Statistiken (inkl. mathematischer, logischer und zeitbezogener bzw. bibliometrischer Funktionen); flexible Suchoptionen inkl. Volltextdurchsuchbarkeit,
— Management und Kontrolle von Workflows, benutzerspezifischen Aufgaben sowie Benachrichtigungen,
— Ergonomische, über das Internet zugängliche, grafische Benutzeroberfläche für Frontend und Backend (Webportal); Anpassung des Frontends an das Corporate Design,
— Anpassbare Benutzer- und Rollen-/Rechteverwaltung für die Steuerung von Datenzugriffen und Prozessabläufen; individuelle Zuweisung verschiedener Sichtbarkeitsstufen zu Daten,
— Umfangreiche Dokumentation und kontextsensitive Hilfe; Schulungen und Support durch Bieter,
— Mandantenfähiges System mit der Möglichkeit zur Anpassung auch durch Erweiterungsprogrammierung; dem Stand der Technik entsprechende Technologien und Systemarchitektur,
— Gewährleistung von System- und Datensicherheit; Protokollierung von Benutzeraktivitäten und relevanten Ereignissen; Sicherung und Wiederherstellung von Daten und System,
— Gewährleistung des Systemfortbestandes und des Datenerhalts inkl. zweckentsprechender Nutzbarkeit im Sinne der Forschungsdatenhaltung,
— Umfangreiche Unterstützung des Bieters im gesamten Prozess der Systemeinführung; Installation und Anpassung; Altdatenübernahme; Schnittstellenentwicklung und -anpassung; Prozessbegleitung beim Projektmanagement; Change Management.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-11-25.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-10-26.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-10-26
|
Auftragsbekanntmachung
|