Freiberufliche Leistungen der Objekt- und Tragwerksplanung. Regionale 2010 – Rheinboulevard Köln-Deutz. Teilabschnitt II zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke

Stadt Köln, 27/Zentrales Vergabeamt

Im Rahmen der Regionale 2010 wird durch die Stadt Köln das Projekt Rheinboulevard im Stadtteil Köln-Deutz realisiert. Die Gesamtmaßnahme gliedert sich in drei Teilabschnitte. Im Teilabschnitt II Hohenzollernbrücke bis Deutzer Brücke wird auf einer Länge von circa 450 m eine großzügige Ufertreppe am Rhein errichtet werden.
Der Teilabschnitt II wurde in drei Bauabschnitte untergliedert: Bauabschnitt 1: Dammabtrag und Hochwasserschutz; Bauabschnitt 2: Ufertreppe; Bauabschnitt 3: Boulevard (Ober- und Grünflächenarbeiten). Die Arbeiten am Bauabschnitt 1 werden im Juli 2011 abgeschlossen sein. Die Planung und Umsetzung des Bauabschnitts 3 erfolgt zeitlich versetzt zum Bauabschnitt 2. Die vorliegende Bekanntmachung bezieht sich allein auf den Bauabschnitt 2.
Soweit bekannt, besteht die heute vorhandene steile Ufersicherung aus in Mörtel gesetzten Basaltsäulen, die im Wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Das Gelände hinter der Ufersicherung ist vermutlich auf das alte flache Ufer aufgeschüttet worden. In Teilbereichen sind heute noch durch Stützbauwerke gesicherte Dammbauwerke ehemaliger Gleisanlagen vorhanden, die bereits im Rahmen des Bauabschnitts 1 zum Teil freigelegt und in die vorhandene Planung des Oberbaus integriert wurden.
Die bereits vorhandene Planung (Leistungsphasen 1 bis 6 der Objekt- und Tragwerksplanung) hatte für die Fußpunktsicherung der neuen Böschung eine Uferspundwand vorgesehen. Die Spundwand sollte landseitig mit einem Stahlbetongurt ausgeführt und mit Hilfe von Ankerpfählen rückverankert werden. Geplant war, vor Ausführung der eigentlichen Arbeiten wasserseitig eine Arbeitsebene in Form einer temporären Steinvorschüttung zu errichten.
Auf Grund von Schwierigkeiten durch nicht bekannte Hindernisse im Baugrund und Problemen bei der Erlangung der Kampfmittelfreiheit kann die geplante Spundwand nicht auf der gesamten Länge realisiert werden. Die für Oktober 2010 geplante Ausschreibung wurde gestoppt. Die im Anschluss durchgeführte Machbarkeitsstudie sieht in weiten Bereichen eine Flachgründung statt der geplanten Spundwand vor. Der Lösungsansatz der Machbarkeitsstudie stellt die Grundlage für die weitere Planung dar und soll unter Berücksichtigung eines ergänzenden Bodengutachtens und der Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst weiter geplant werden. Der aufwändig geplante und abgestimmte Oberbau soll unverändert bleiben.
Für die flach zu gründenden Bauteile, Winkelstützmauern der Bastionen und die Unterkonstruktion der Treppenanlage ist vorab ein Bodenaustausch vorzunehmen. Die Sitzstufen der Treppenanlage werden als monolithische Blockstufen in Beton ausgebildet. Als Unterkonstruktion der Stufen ist eine Stahlbetonplatte als gebetteter Treppenlauf auf der neu profilierten Böschung geplant. Am Böschungsfuß erfolgt eine Koppelung mit der Flachgründung beziehungsweise in Teilbereichen mit der Spundwand.
Im nördlichen Bereich ist eine vorhandene Entwässerungsleitung in die Treppenkonstruktion und die neue Ufersicherung einzubinden. Der in Teilbereichen notwendigen Rückbau der vorhandenen Dammbauwerke und die Errichtung eines temporären Hochwasserschutzes sind bereits im Bauabschnitt 1 erfolgt.
Im Bereich zwischen der eigentlichen Treppenanlage, den Hochwasserschutzeinrichtungen und der sich anschließenden Bebauung werden Ober- und Grünflächenarbeiten durchgeführt.
Für den Bau der Ufertreppe ist von erheblichen bauzeitlichen und bauablaufbeeinflussenden Abhängigkeiten durch wechselnde Wasserstände des Rheins auszugehen. Wasserhaltung und die Sicherung des Baufelds vor Erosion in allen Bauphasen sind wesentliche Aspekte hierbei.
Für die Vergabe der Leistungen der Objekt- und Tragwerksplanung sind fundierte Erfahrungen aus den Bereichen Wasserbau, Spezialtiefbau, Grundbau und Bodenmechanik zwingend notwendig. Kenntnisse in der Koordinierung und der Sicherstellung der Belange denkmalpflegerischer Notwendigkeiten werden ebenfalls vorausgesetzt.
Für Leistungsbereiche Hochwasserschutzmaßnahmen und Entwässerung werden entsprechende Referenzen verlangt.
Die Gesamtbaukosten für den Teilabschnitt II belaufen sich auf circa 23,7 Millionen Euro brutto. Hiervon wurden im Bauabschnitt 1 bereits circa 4,5 Millionen umgesetzt. Die anrechenbaren Kosten für die Objektplanung werden derzeit mit circa 6,85 Millionen Euro (netto) und die anrechenbaren Kosten der Tragwerksplanung mit circa 9,5 Millionen Euro (netto) abgeschätzt.
Es ist vorgesehen, die Leistungsphasen 1, 2, 3, 4 und 6 der Objektplanung und die Leistungsphasen 1, 2, 3 und 6 der Tragwerksplanung im Rahmen des VOF-Verfahrens zu vergeben. Die Leistungsphase 5 der Objektplanung und die Leistungsphasen 4 und 5 der Tragwerksplanung werden der ausführenden Firma (Technische Bearbeitung) zugewiesen. Aufgabe des Planers ist es, einen sogenannten "ausschreibungsreifen Entwurf" zu erstellen. Die Leistung, einen Entwurf zu erstellen, der über einen "herkömmlichen" Entwurf der Leistungsphasen 3 hinausgeht, wird bei der Objektplanung Ingenieurbauwerke nach HOAI Anlage 12 zu §42 Absatz1 LPH 5 (Punkte a + c) in Verbindung mit den HVA-F-Stb-Tabellen mit 6 % und der Tragwerksplanung nach HOAI Anlage 13 zu §49 Absatz1 LPH 5 (Punkt a) in Verbindung mit den HVA-F-Stb-Tabellen mit 2 % honoriert.
Die vorhandenen Ausführungsunterlagen sowie die Ergebnisse der Machbarkeisstudie in digitaler Form erhalten die Bewerber beim Zentralen Vergabeamt der Stadt Köln.
Die Gesamtmaßnahme wird federführend durch das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen (Amt 67) betrieben. Darüber hinaus sind das Amt für Brücken und Stadtbahnbau (Amt 69), weitere städtische Dienststellen und Dritte an der Planung, Vorbereitung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen beteiligt beziehungsweise werden im Verlauf des weiteren Projektfortschritts eingebunden.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-09-26. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-08-16.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-08-16 Auftragsbekanntmachung
2011-08-26 Ergänzende Angaben