Ingenieurleistungen der technischen Ausrüstung gemäß §53 HOAI in Bezug auf das Dom-Römer-Projekt (Wiedererrichtung der Altstadt) im Dom-Römer-Areal in Frankfurt am Main (Deutschland)

DomRömer GmbH

Ingenieurleistungen der technischen Ausrüstung, die in 5 unterschiedlichen Losen vergeben werden.
Projekt:
Im Kernbereich der Frankfurter Altstadt zwischen Dom und Römerberg, Braubachstraße und der Kunsthalle Schirn entsteht nach dem Abbruch des Technischen Rathauses ein neues, mischgenutztes Quartier (bestehend aus etwa 35 einzelnen Parzellen in vier Baufeldern), welches sich städtebaulich an der historischen Struktur des Ortes orientiert. Die bestehende Tiefgarage bleibt bis auf deren oberstes Geschoss weitgehend erhalten und wird im Zuge der gesamten Neuplanung integriert.
Zur Entwicklung des Areals wurde von der Stadt Frankfurt am Main eine Entwicklungsgesellschaft gegründet, die DomRömer GmbH (im Folgenden, AG genannt). Diese erarbeitete mit verschiedenen Planern einen Masterplan, der als verbindliche Planungsleitlinie für alle Neubauten im DomRömer-Areal gilt.
Um die Geschichte des Ortes künftig stärker erlebbar zu machen, werden einige der Neubauten als Rekonstruktionen errichtet (folgend als „schöpferische Nachbauten“ bezeichnet). Die restlichen Objekte werden in zeitgenössischer Architektursprache geplant und realisiert.
Zuständig für die Objektplanung der schöpferischen Nachbauten und zeitgenössischen Neubauten sind Architekten, die über VOF-Verfahren ermittelt wurden, bzw. derzeit noch ermittelt werden (folgend als Objektarchitekten bezeichnet). Diese Objektarchitekten werden auf der Ebene der Einzelhäuser große Teile der Objektplanungsleistungen der Leistungsphasen 1-5 (in Anlehnung an die HOAI) erbringen. Daneben wird ein übergeordnet tätiger Architekt (folgend als Projektarchitekt bezeichnet) auf der Ebene des Gesamtprojektes die Leistungen der Objektarchitekten ergänzen und zusammenführen bzw. in Teilbereichen verantwortlich erstellen (LPh. 6-8). So ist geplant, dass der Projektarchitekt für das gesamte Projekt einen Bauantrag einreicht.
Auftrag:
Der hier bekanntgemachte Auftrag beinhaltet sämtliche Ingenieurleistungen in Bezug auf die technische Ausrüstung wie Heizungs-, Sanitär-, Lüftungsanlagen, Gebäudeautomation und Elektrotechnik (einschl. Fördertechnik) gemäß §53 HOAI.
Bisher ist vorgesehen, die Ver- und Entsorgung der einzelnen Häuser nicht für jedes Haus separat, sondern im Gesamtkontext bzw. baufeldweise zu betrachten. So sollen beispielsweise die elektrische Versorgung und die Trinkwasserversorgung der Häuser durch zentrale Übergaberäume im 1.UG in der Tiefgarage erfolgen.
Die Beheizung der Gebäude soll zu einem großen Teil aus einem Fernheiznetz stattfinden. Auch hierfür ist im 1.UG der Tiefgarage ein zentraler Übergaberaum geplant. Daneben ist auch eine zentrale Kältezentrale vorgesehen. Soweit erforderlich, erfolgt die dahingehende Versorgung der Häuser von hier aus.
Dezentral und für jedes Haus separat erfolgen die Warmwasserversorgung und die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser, jeweils zum nächstmöglichen Punkt der Grundleitung. Auch die Lüftung erfolgt dezentral und nutzungs- und gebäudebezogen. Dabei soll die Zuluft durch Schächte über Dach, die Abluft durch die Tiefgarage geführt werden.
Obwohl einige Gebäude als zeitgenössische Neubauten und andere als schöpferische Nachbauten errichtet werden, gelten für alle Gebäude gleichermaßen dieselben Standards (z.B. Passivhausstandard).
Die beabsichtigte Kleinteiligkeit des Quartiers mit der Berücksichtigung der Entwürfe und Planungen zahlreicher Architekten sowie der Platz- und Raummangel erfordern umfassende Abstimmungsprozesse. Deshalb werden die Ingenieurleistungen um die technische Ausrüstung wie Heizungs-, Sanitär-, Lüftungsanlagen, Gebäudeautomation, Förder- und Elektrotechnik baufeldweise vergeben (4 Baufelder = Lose 1 bis 4).
Im Zuge der Leistungserbringung haben sich die Auftragnehmer des hier bekanntgemachten Auftrags an einem Pflichtenheft zu orientieren, welches, in Berücksichtigung der gemeinsamen Gründungsebene und der technischen Standards (z.B. Passivhausstandard) für die oberirdischen Baufelder und Gebäude, wesentliche Planungsvorgaben enthält.
Neben den Ingenieurleistungen der technischen Ausrüstung im Hochbau kommen dem Umbau der Tiefgarage, welche im 1.UG die gemeinsamen zentralen Technikanlagen beinhalten soll (z.B. Versorgungszentralen und Leitungssysteme), sowie weiteren übergeordneten Aspekten des Gesamtprojekts besondere Bedeutung zu. Die dahingehenden Ingenieurleistungen (übergeordnete technische Ausrüstung) werden in einem weiteren Los vergeben (Los.-Nr. 5).
Die Bewerber können sich auf eines oder mehrere Lose bewerben. Dabei können die Bewerber auch Präferenzen angeben, für welches Los sie bevorzugt ein Angebot abgeben möchten. Im Falle der Qualifizierung eines Bewerbers ist der AG bemüht, dessen Präferenz zu berücksichtigen. Hierauf besteht allerdings rechtlich kein Anspruch.
Aufgrund der Komplexität des gesamten Vorhabens, die u.a. aus der Vielzahl der zu koordinierenden Planer, der hohen öffentlichen Erwartungshaltung, der innerstädtischen Lage des Projektgebietes und aus der Vielzahl einzelner Gebäude auf einer gemeinsamen Gründungsebene (Tiefgarage) resultiert, sowie der langen Vertragslaufzeit (bis in das Jahr 2016 bei Beauftragung aller Optionalleistungen) ist die Vor-Ort-Präsenz des Planungsteams mit einem Stellvertreter einschließlich des Projektleiters erforderlich. Der Projektleiter jedes Loses hat dem AG während der gesamten Vertragslaufzeit als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung zu stehen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-11-14. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-10-12.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-10-12 Auftragsbekanntmachung
2011-11-04 Ergänzende Angaben