Ingenieurleistungen zur Sanierung des Altstandorts Gaswerk Darmstadt

HEAG Südhessische Energie AG (HSE)

Der Standort des heutigen HSE-Geländes an der Frankfurter Straße 100 in Darmstadt ist durch den mehrere Jahrzehnte währenden Gaswerksbetrieb ab 1902 gekennzeichnet. Im Zuge des Gaswerksbetriebes und insbesondere infolge von Bombenabwürfen zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist es im Untergrund des Standortes zu Verunreinigungen des Bodens und Grundwassers gekommen. Nach der Feststellung der Belastungen mit gaswerkstypischen Schadstoffen wurden seit Ende der 1980er Jahre Boden- und Grundwassersanierungen durchgeführt. In Grundwassermessstellen im Abstrom des Gaswerksgeländes wurden deutlich erhöhte Belastungen mit BTEX-Aromaten im Grundwasser festgestellt.
Im nördlichen Teil des HSE-Geländes liegt noch ein hohes bodengebundenes Schadstoffpotenzial, hauptsächlich an Benzol und Toluol vor, das die wesentliche Quelle für die Grundwasserkontamination darstellt.
Die PAK- und Naphthalin-Belastungen auf dem HSE-Gelände sind weitestgehend ortsfest. Im abstromigen Grundwasser liegen die Werte unter den Geringfügigkeitsschwellenwerten.
Die Benzol-Schadstofffahne erstreckt sich in Ost-West-Richtung über eine Länge von ca. 900 m. Im Schwerpunkt der Kontamination liegt die Benzol-Konzentrationen bei bis zu 89 000 μg/L. Das Schadstoffinventar an BTEX im Boden und Grundwasser wird auf ca. 5 t geschätzt.
Auf Basis eines konzeptionellen Standortmodells und unter Berücksichtigung der Sanierungsziele wurde als Sanierungsverfahren eine Kombinationssanierung herausgearbeitet: bestehend aus ISCO im Schadenszentrum, Pump & Treat im nahen Abstrom, Funnel & Gate im weiteren Abstrom und MNA sowohl am Fahnenende als auch am PAK-Schaden auf dem Gelände.
Für diese Sanierungskombination sind folgende Ingenieurleistungen erforderlich:
— Ausschreibung eines Feldversuchs für die ISCO-Sanierung, Betreuung und Auswertung des Feldversuchs,
— Erstellung einer Genehmigungsplanung für die Kombinationssanierung,
— Durchführung eines Tracerversuchs zur Überprüfung der Grundwasserfließgeschwindigkeit und Ermittlung weiterer geohydraulischer Parameter.
Erstellung eines Grundwasserströmungs- und Schadstofftransportmodells zur Optimierung von F&G, P&T und MNA.
— Erstellung einer Ausführungsplanung und Ausschreibung der ISCO-Sanierung, der P&T-Maßnahme inklusive Rückbau der bestehenden Reinigungsanlage sowie der F&G-Maßnahme,
— Bauüberwachung bei Errichtung der Sanierungsanlagen,
— Ingenieurtechnische Begleitung der Grundwassersanierung,
— Feldarbeiten zur Probenahme und zum Grundwassermonitoring.
Die Gesamtmaßnahme erstreckt sich auf einen Zeitraum von 20 Jahren.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-04-14. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-03-08.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-03-08 Auftragsbekanntmachung
2011-12-19 Bekanntmachung über vergebene Aufträge