Menge oder Umfang
Das derzeitige Gesamt-IuK-System für die Förder- und Ausgleichsleistungen in der Landwirtschaft (FAL) dient zur vollständigen oder teilweisen Durchführung von aktuell über 20 Förderverfahren von der Antragstellung, über die Verwaltungs- und Vor-Ort-Kontrolle, die Berechnung der Förderbeträge, die Auszahlung an die Antragsteller, das Berichtswesen bis hin zum Rechnungsabschluss gegenüber der EU. Die Anzahl der Förderprogramme dürfte sich auch in der neuen EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 in einer ähnlichen Größenordnung bewegen.Mit der Einführung des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) im Jahr 1992 und dem notwendigen Ausbau infolge weiterer Agrarreformstufen in den Jahren 2000 und 2003 sowie den laufenden jährlichen Anpassungen an geänderte Förderrichtlinien wurde zur Bewältigung der Aufgaben im Bereich Förder- und Ausgleichsmaßnahmen umfangreiche Anwendungssoftware entwickelt. Über dieses System werden jährlich rund 800 000 000 EUR an EU-, Bundes- und Landesmitteln an rund 50 000 Antragsteller ausbezahlt, mit vorgeschalteten Prüfmechnismen abgesichert und abschließend gegenüber der EU nachgewiesen.Hauptnutzer dieses sehr komplexen, über 500 Personenjahre an Entwicklungsarbeit umfassenden Anwendungssystems in Baden-Württemberg sind die knapp 2 400 Mitarbeiter bei den Unteren Verwaltungsbehörden in den 35 Landkreisen, den vier Regierungspräsidien und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Davon sind ca. 1 200 im InVeKoS-Bereich eingesetzt, der überwiegend bei den Unteren Landwirtschaftsbehörden abgewickelt wird.Die Entwicklungsarbeit wird geprägt durch zunehmend kürzere Vorlaufzeiten in einem stetig komplexer werdenden Umfeld. Einzelne Verfahren sind hochkompliziert. Die Vernetzung der Verfahren nimmt ständig zu und in immer stärkerem Maße sind auch externe Daten in den Abläufen zu berücksichtigen und zur Verfügung zu stellen.Ergänzt wird das auf Adabas/Natural basierende Kernsystem um weitere Client-Server- bzw. Web-Anwendungen, die über teils komplexe Schnittstellen gekoppelt sind. Zu nennen sind hier insbesondere.— GISELa (Geographisches Informationssystem Landwirtschaft),— LaIS (Landschaftspflege-Informationssystem,— InfoCenter (Datawarehouse),— Intranet GDZ,— und QWSP (Qulitätswein- und Sektprüfung).Hinzugekommen sind mittlerweile zentrale Komponenten, die bundesweit vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (zentrale InVeKoS-Datei - ZID, Herkunfts- und Informationssystem Tier - HIT), der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Internetplattform zur Veröffentlichung der EU-Zahlungsempfänger) oder der Bundeskasse vorgehalten werden. Zu diesen und weiteren rund zehn landesinternen Drittsystemen (z.B. Landesoberkasse, Statistisches Landesamt, L-Bank etc.) findet ein intensiver Datenaustausch bzw. eine Programm zu Programm Koppelung statt. Diese müssen weiterhin bedient werden.Weitere Informationen zur Zielsetzung des Auftrags, dem Umfang und den nachgefragten Leistungen entnehmen Sie bitte der Beschreibung des Auftrags unter II.1.5 sowie den bei der oben genannten Kontaktstelle unter I.1 anzufordernden weiteren Unterlagen zum wettbewerblichen Dialog.