München, Neuhausen, Fachplanung Technische Gebäudeausrüstung für die Sanierung einer Wohnanlage
Die GEWOFAG Wohnen GmbH plant die Erneuerung ihrer 4 Gebäudezeilen in der Washingtonstraße, der Lachmannstraße und der Bolivarstraße in München Neuhausen. Der Bestand soll energetisch saniert und modernisiert werden.
Die Gebäude mit ca. 150 Wohnungen und 7 600 m² Wohnfläche stammen aus den Jahren 1941/42 und stehen unter Ensembleschutz. Mitte der 90er Jahre wurden bei allen Gebäuden die Dachgeschosse ausgebaut.
Alle Wohnungen werden derzeit über elektrische Nachtspeicheröfen beheizt, die Warmwasseraufbereitung erfolgt dezentral über elektrische Boiler. Der energetische Zustand der Gebäudehülle entspricht derzeit weitgehend dem Baujahr.
Im Zuge der anstehenden Sanierung soll die Umstellung von Strom auf Fernwärme oder Gas (je nach Verfügbarkeit) als Energieträger für die Gebäudeheizung und Warmwasseraufbereitung umgesetzt werden. Weiterhin wird die Gebäudehülle gedämmt und die Fenster werden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ausgetauscht. Ziel der energetischen Sanierung ist der Energiestandard KfW Effizienzhaus 100 (EnEV 2009).
Im Zuge der Baumaßnahmen werden die Elektrohauptleitungen und Zählerschränke bis zu den Wohnungen neu installiert, die Unterverteilung in den Wohnungen erneuert und die Treppenhäuser und Keller werden überarbeitet.
Über die energetischen Maßnahmen hinaus sollen an allen Wohnungen, an denen es planerisch sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar ist, neue Balkone angebaut werden und nach Notwendigkeit Bäder saniert werden. Insgesamt soll damit ein heutiger energetischer Standard erreicht und die Wohnqualität verbessert werden.
Abhängig von den weiteren Ergebnissen der derzeit seitens des AG laufenden Untersuchungen sollen evtl. noch weitere, bereits sanierte Gebäude in der direkten Umgebung an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden bzw. die gemeinsame Kaltwasserversorgung (Ringleitung, ca. 100 Jahre alt) saniert werden. Ein Anspruch auf die Beauftragung dieser Leistungen besteht jedoch nicht.
Im Falle der Beauftragung mit den Leistungsphasen 6 bis 8 stellt der AG folgende Anforderungen an den AN:
Da die Sanierung des Gebäudebestands in bewohntem Zustand erfolgen wird, kommt einer möglichen Konflikte von vorneherein minimierenden Vorgehensweise sowie einer ständigen Erreichbarkeit bei Problemen und täglichen vor-Ort-Präsenz während der Bauarbeiten besondere Bedeutung zu. Der Auftragnehmer spielt hier eine zentrale Rolle: Es ist vorauszusetzen, dass die örtliche Bauleitung ausreichende Erfahrung bei der Betreuung und Abwicklung vergleichbarer Projekte hat. An allen Arbeitstagen (Montag bis Samstag) ist während der operativen Bautätigkeit eine permanente Anwesenheit der Bauleitung vor Ort zu gewährleisten. In der Hauptbauzeit sind als permanent anwesend mindestens zwei Bauleiter vor Ort einzuplanen. Die Koordination der Arbeiten mit jedem einzelnen Mieter (Erläuterung der Baumaßnahmen in der Wohnung, Einzelterminierung der Gewerke mit dem Mieter und den ausführenden gewerblichen Auftragnehmer, Abnahme der Leistungen in jeder Wohnung) ist Teil des Leistungsumfangs. Je einzelne Mieteinheit (Mietpartei) ist ein gesondertes zeitnahes Leistungs- und Gesprächsprotokoll zu führen, welches zum Abschluss der Maßnahme dem Mieterakt zugeführt wird.
Sämtliche Arbeiten am Gebäude und in den Wohnungen sind vorab rechtzeitig mit der zugehörigen Hausverwaltung abzustimmen, so dass konform des Deutschen Mietrechts gehandelt wird. Sämtliche diesbezüglichen Abstimmungen sind zu protokollieren.
Für Notfälle und für Sonn- und Feiertage ist eine permanent erreichbare Mieternotfallnummer anzugeben. Nach Eingang des Notrufs hat der Auftragnehmer binnen einer Stunde die Baustelle mit einem Bauleiter zu besetzen und Maßnahmen für die Abwendung eines Schadens zu ergreifen.
Im laufenden Baubetrieb ist innerhalb der Baustellenbewegungsflächen (Treppenhäuser, Außenwege, Rettungswege, Krankentransporte, Zufahrten für Müllentsorgungsfahrzeuge, Postzustellung, etc.) die Verkehrssicherheit täglich für eine große Zahl von Mietern zu gewährleisten.
Die Arbeiten an der Wärmeversorgungsanlage können nur außerhalb der Heizperiode stattfinden, Terminmanagement und Termintreue spielen deshalb eine herausragende Rolle.
Im Vorfeld der Baumaßnahmen an den Bestandsgebäuden sind in allen Wohnungen Begehungen mit den Mietern abzustimmen und durchzuführen.
Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen ist eine Kanalsanierung zu untersuchen und ggf. durchzuführen.
Für das Bauvorhaben werden je nach Auftragssumme alle erforderlichen Einzelgewerke separat europaweit ausgeschrieben. Die Koordination mit den Ausführenden der Einzelgewerke sowie anderen beteiligten Planern ist vom AN sicher zu stellen. Sind im Zuge der Operative Bauzeitenverzögerungen absehbar, so sind diese rechtzeitig über geeignete Beschleunigungsmaßnahmen abzuwenden.
Im Zuge der Bauleitungstätigkeit sind auf der Baustelle mehrere Kontrollen zur Einhaltung der Mindestlöhne bei den gewerblichen Firmen vorzunehmen. Die Ergebnisse der Mindestlohnkontrollen sind je einzelnen gewerblichen Arbeitnehmer auf der Baustelle revisionssicher zu dokumentieren.
Die Prüfung der Abschlagsrechnungen (gewerbliche Auftragnehmer) hat innerhalb von 5 Arbeitstagen ab Eingang der Abschlagsrechnung beim AN zu erfolgen. Der Zeitpunkt des Erhalts der gewerblichen Abschlagsrechnungen vom AG, sowie der Zeitpunkt der Übergabe der geprüften Abschlagsrechnung an den AG ist in einer fortlaufenden Tabelle zu dokumentieren. Die Rechnungsprüfung hat über ein GAEB-konformes AVA-Programm zu erfolgen. Die Prüfergebnisse sind parallel zur händisch geprüften Originalrechnung über GAEB – Schnittstellen an den AG zu übermitteln.
Bei der Übergabe der geprüften Abschlagsrechnungen der gewerblichen AN an den AG ist jeder einzelnen Abschlagsrechnung ein Deckblatt beizufügen. Auf dem Deckblatt sind die Kosten massengenau auf jedes Einzelobjekt aufzuteilen, so dass jederzeit der Kostenstand je Einzelobjekt ersehen werden kann. Die Werkverträge der gewerblichen AN werden objektübergreifend abgeschlossen. Die einzelobjektbezogene Aufteilung des Deckblattes ist jeder einzelnen gewerblichen Abschlagszahlung beizufügen.
Die Strukturierung der zu erarbeitenden Leistungsverzeichnisse – OZ Maske - ist an die AG-interne Projektsteuerungs- und Projektcontrollingstruktur, sowie an die interne SAP – Objektstruktur des AG anzupassen.
Der AN hat zum Abschluss der Baumaßnahme eine vollumfängliche Projektdokumentation über die verarbeiteten Baustoffe, Betriebs- und Bedienungsanleitungen sowie aktualisierte Werkplangrundlagen aller ausführenden Gewerke zu übergeben. Die Dokumentation hat in digitaler Form (pdf-Format, Pläne zusätzlich als dxf oder dwg) zu erfolgen bzw. nach Absprache mit dem AG 3x in Papierform.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-01-31.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-12-09.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-12-09
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Auftragsbekanntmachung
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