Neubau Haus des Gastes
Die Auftraggeberin, eine Eigengesellschaft der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt), beabsichtigt den Neubau eines multifunktionalen "Haus des Gastes" (HDG) mit Gästeinformation, Veranstaltungsräumlichkeiten und Räumlichkeiten für Gastronomie, Einzelhandel und Praxen schlüsselfertig (Global-Pauschal-Vertrag) - mit Ausnahme des Mieterausbaus - durch einen Totalübernehmer herstellen zu lassen, der die Gesamtverantwortung für Planung und Bau übernimmt.
Gegenstand des Bauauftrags ist die planerische Umsetzung, einschließlich der Herbeiführung aller baurechtlich notwendigen Genehmigungen, und die Errichtung des HDG einschließlich der Herstellung der Außenanlagen. Das Vorhaben umfasst ca. 4,736 qm Brutto-Geschossfläche (2523 qm oberirdisch und 2213 qm Keller und Tiefgarage).
Das zu beplanende und zu bebauende Grundstück (Flurstück 570) befindet sich auf der Nordseeinsel Sylt in zentraler Lage der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt), in direkter Nähe zur Kliffkante. Nach Abbruch des vormaligen Gebäudebestandes ist das Grundstück zurzeit unbebaut. Die Baugrube ist verfüllt.
Das Bauvorhaben umfasst schwerpunktmäßig folgende Maßnahmen:
1. Herrichtung und Betrieb der Baustelleneinrichtung über den gesamten Projektablauf,
2. Vorbereitung des Baufeldes für die Bauphase,
3. Durchführung des Erd- und Grundbaus,
4. Neubau eines Kellergeschosses zur Aufnahme einer Tiefgarage (mit 38 PKW und 9 Motaradstellplätzen) sowie Lagerflächen,Technikräumen und Umkleide/Sanitäranlagen,
5. Neubau eines Gebäudeensembles. Der Entwurf sieht ein anspruchsvolles, räumlich spannendes Ensemble aus drei separaten Baukörpern vor, die durch ein gläsernes Foyer miteinander verbunden sind. Unter Beachtung der sehr dynamischen und für diesen Ort außergewöhnlichen Formensprache müssen alle Bereiche ideal auf ihre Funktion/Nutzung ausgerichtet werden und dem Besucher spannende Blickbezüge und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Das Gesamtprojekt soll sich durch eine ganzheitliche und innovative Lösung auszeichnen. Es soll vorbildlich in Bezug auf die effiziente Nutzung der Ressourcen sein. Folgender Energiestandard ist angestrebt: EnEV 2012 (Neubau).
Das HDG soll fünf Hauptbereiche beinhalten, die sich schwerpunktmäßig auf folgende Nutzungen konzentrieren:
Foyer: Das Foyer dient der Haupterschließung in das HDG und als verbindendes, zentrales Element zwischen den drei Baukörpern. In seiner Gestaltung und Ausführung (einschließlich der notwendigen Tragkonstruktion) soll es sich stark zurücknehmen. Die Foyerfläche muss, auch aus technischer Sicht, flexibel für mögliche Informationsstände, Aufenthaltsflächen und Veranstaltungen genutzt werden können.
Gastronomieturm: Der gesamte gastronomische Betrieb (Restaurants, Bistro, etc.) soll über vier Etagen verteilt angeboten werden. Mögliche Abstimmungen mit den Pächtern sind zu berücksichtigen.
Retailbereich: Der zweigeschossige Baukörper sieht im EG Flächen für Läden und im OG Flächen für Praxen zur Vermietung vor. Flexible Grundrisse sind durch ein vordefiniertes Raster und mögliche Deckendurchbrüche zur Erweiterung ins OG zwingend notwendig. Mögliche Abstimmungen mit den Mietern sind zu berücksichtigen.
Veranstaltungssaal: Ein großer, in zwei Einzelbereiche unterteilbarer Veranstaltungssaal mit Nebenflächen/Technik soll für Konzert-, Tanz- und Präsentationsveranstaltungen errichtet werden. Der Saal ist auf eine Kapazität von ca. 260 Personen auszurichten. Alle Technik und Nebenräume müssen so platziert sein, dass eine Anlieferung über die Dünenstraße möglich ist. Für Großveranstaltungen (bis zu 400 Personen) soll ein Teil des Foyerbereiches als Erweiterungsfläche vorgesehen werden, deren Nutzung keine Auswirkungen auf den restlichen Betrieb hat.
Kellergeschoss Lagerflächen für die Gastronomie und den Retailbereichen, Technikräume, Umkleide/Sanitäranlagen und sonstige Nebenräume/Lager sind im Untergeschoss vorzusehen. Eine Tiefgarage mit PKW- und Motorradstellplätzen muss eingeplant werden.
6. Schaffung der direkt dem Haus zugeordenten Außenanlagen (einschließlich 11 PKW-Stellplätzen (davon 2 behindertengerecht) sowie ca. 100 Fahrradstellplätzen).
Der Bauauftrag umfasst die erforderlichen Objektplanungsleistungen ab der Entwurfsplanung bis zur abschließenden Dokumentation einschließlich der Herbeiführung aller baurechtlich notwendigen Genehmigungen für die vorstehend beschriebenen Baumaßnahmen auf der Basis einer funktionalen Leistungsbeschreibung mit vertiefendem "Conceptual Design", welches auf einem von der Auftraggeberin angekauften überarbeiteten Wettbewerbsentwurf aufbaut. Die Unterlagen werden an die im Teilnahmewettbewerb ausgewählten Bieter abgegeben und sind Gegenstand der Konkretisierung im Verhandlungsverfahren. Der zugrunde liegende Entwurf soll nach heutigen Möglichkeiten und Erkenntnissen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit weiter entwickelt werden.
Bestandteil des Bauauftrags sind auch alle erforderlichen Planungsleistungen zur Baufeldfreimachung, Erd- und Grundbau, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Thermische Bauphysik, Schallschutz und Raumakustik, Brandschutz, Bodenmechanik, Außenanlage und Freianlagen. Der Auftragnehmer hat ferner (in den letzten Monaten der Bauzeit) den parallel von Dritten vorgenommenen Mieterausbau zu koordinieren. Die Baustelleneinrichtung umfasst auch diejenige für den Mieterausbau.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-08-12.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-07-08.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-07-08
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Auftragsbekanntmachung
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