Objektplanungsleistungen in Anlehnung an die HOAI (§ 33). Gegenstand sind schöpferische Nachbauten im DomRömer-Areal in Frankfurt am Main von im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäuden, die in unterschiedlichen Losen vergeben werden
Im Kernbereich der Frankfurter Altstadt zwischen Dom und Römerberg, Braubachstraße und der Kunsthalle Schirn entsteht nach dem Abbruch des Technischen Rathauses ein neues, mischgenutztes Quartier aus ca. 40 Häusern. Die bestehende Tiefgarage bleibt weitgehend erhalten und wird im Zuge der Neuplanung integriert.
Die städtebauliche Planung für das Quartier orientiert sich an der Bebauung, wie sie bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Zur Entwicklung des DomRömer-Areals wurde von der Stadt Frankfurt am Main eine Entwicklungsgesellschaft gegründet, die DomRömer GmbH (im folgenden AG genannt). Diese erarbeitete mit der schneider+schumacher Architekturgesellschaft mbH einen Masterplan, der als verbindliche Planungsleitlinie für das DomRömer-Areal gilt.
Um die Geschichte des Ortes noch stärker erlebbar zu machen, entschieden sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung für den schöpferischen Nachbau mehrerer ehemaliger Altstadthäuser. Nach derzeitiger Sachlage sind 8 Objekte gesichert, wobei noch 9 weitere hinzukommen können. Die verbleibenden ca. 22 zeitgenössischen Neubauten sind nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Auftrag:
Gegenstand der hier bekanntgemachten freiberuflichen Leistungen sind Objektplanungsleistungen in Anlehnung an die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), Stand 2009, als Teilleistungen. Die Planungsleistungen für die schöpferischen Nachbauten beginnen zumeist ab der OK Decke Tiefgarage. Diese stellt gleichzeitig die Decke zwischen Keller und Erdgeschoss der schöpferischen Nachbauten dar.
Bei dem hier anstehenden Vergabeverfahren sollen 7 Architekturbüros ausgewählt werden, welche Teile der Objektplanung für die in unterschiedliche Lose aufgeteilten schöpferischen Nachbauten übernehmen. Die Lose wurden nach Epochen gebildet, da jede Epoche spezifische Haustypen in Bezug auf Konstruktion, Aufteilung, Gestaltung und Detailausbildung hervorbrachte. Eine Ausnahme bildet der Messehof Goldenes Lämmchen, der aus drei Bauteilen besteht, die jeweils einer anderen Epoche zuzuordnen sind. Weiterhin wurde das Gebäude Goldene Waage mit Hintergebäuden einem Los zugeteilt. Die 7 Lose teilen sich wie folgt auf:
2 Lose für die Epoche Gotik:
Los 1 Gotik = maximal 3 Gebäude,
Los 2 Gotik = maximal 2 Gebäude.
3 Lose für die Epoche Renaissance:
Los 3 Renaissance = maximal 2 Gebäude,
Los 4 Renaissance = maximal 1 Gebäude,
Los 5 Renaissance = maximal 3 Gebäude.
1 Los für die Epoche Klassizismus:
Los 6 Klassizismus = maximal 3 Gebäude.
1 Los für die Epoche Barock (mit ggf. einem Gebäude der Epoche Historismus):
Los 7 Barock = maximal 3 Gebäude.
Unter dem Punkt II.1.8) dieser Bekanntmachung sind die Lose genauer beschrieben. Des weiteren steht unter der in Punkt VI.3) genannten Internetadresse für alle Bewerber die Masterplanung und die Dokumentation Altstadt mit einem Überblick über die ursprüngliche Altstadtbebauung zum Download bereit.
Die genannten 7 Lose sind jeweils als Ganzes von einem Bieter bzw. einer Bietergemeinschaft zu planen. Der Auftraggeber behält sich bis zur Auftragsvergabe vor, einzelne schöpferische Nachbauten einzelner Lose oder auch ganze Lose aus dieser Vergabe herauszunehmen. In diesem Fall verkleinert sich das Auftragsvolumen bzw. das betreffende Los entfällt.
Es ist eine Loslimitierung auf 1 Los pro Bieter (bzw. Bietergemeinschaft) vorgesehen. Für den Fall, dass nicht genügend qualifizierte Bewerber bzw. Bieter gefunden werden, behält sich der AG das Recht vor, die Loslimitierung aufzuheben und ggf. mehrere Lose an einen Bieter zu vergeben.
Der Planungs- und Realisierungsansatz basiert auf dem üblichen Aufwand und den Anforderungen für Neubauten und erhöht sich durch die Auswertung und Einbeziehung der Quellen sowie möglicherweise vorhandener Spolien und die Einbeziehung von historischen Baumaterialien in die Planungen.
Die Anforderungen an die schöpferischen Nachbauten sind im Zuge der Leistungserbringung mit dem AG und den Nutzern abzustimmen.
Die Vertragslaufzeit der hier bekanntgemachten Leistungen kann bis zu 60 Monate dauern. Dieser Zeitraum ist der Komplexität des Gesamtprojekts geschuldet. Begleitet wird die Planung von einem Organisationsverfahren, in dem die integrative Gesamtschau auf das Projekt gepflegt wird. Diese übernimmt ein Gesamtprojektarchitekt, der Belange des Gesamtprojektes koordiniert. In das gesamte Organisationsverfahren haben sich auch die Architekten der schöpferischen Nachbauten zu integrieren.
Eine besondere Rolle für die Planung und Realisierung der schöpferischen Nachbauten übernimmt eine vom Auftraggeber eingerichtete Sachverständigenkommission. Diese begleitet die Planung und Realisierung der schöpferischen Nachbauten über die gesamte Vertragslaufzeit der hier bekanntgemachten Leistungen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-05-02.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-03-30.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-03-30
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Auftragsbekanntmachung
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