Projekt: Sanierung Bühnen Köln, Offenbachplatz. Auftrag: Prüfingenieurleistungen als staatlich anerkannte(r) Sachverständige(r) zur Prüfung der Standsicherheit und als staatlich anerkannte(r) Sachverständige(r) für Erd- und Grundbau gemäß der Verordnung über staatlich anerkannte Sachverständige SV-VO § 12 in der Fassung vom 17.11.2009 (auf Grundlage der Änderungsverordnung)
Siehe II.1.1 sowie:
Entsprechend Beschluss des Rats der Stadt Köln sollen die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Bühnen Köln am Offenbachplatz - Opernhaus aus dem Jahr 1957 mit ca. 1 300 Plätzen und Schauspielhaus aus dem Jahr 1962 mit ca. 650 Plätzen – ggf. unter Einbeziehung der Opernterrassen (1957/58) generalsaniert werden. Ziel der Baumaßnahme ist eine Behebung bauphysikalischer, akustischer und konstruktiver Schwachpunkte in der vorhandenen Substanz, die Beseitigung infrastruktureller und sicherheitstechnischer Defizite sowie eine Optimierung der betrieblichen und künstlerischen Abläufe. Weiterhin soll die Raumakustik in den Bühnen- und Zuschauerräumen optimiert und die gesamte Bühnentechnik erneuert werden.
Gegenstand der Baumaßnahme ist zudem eine nachträgliche Unterbauung des kleinen Offenbachplatzes, des Kantinenhofs sowie des Betriebshofs und eine neue gemeinsame Anlieferung für beide Theater im Bereich des Betriebshofs an der Krebsgasse.
Die Baumaßnahme umfasst insgesamt neben 2 bis 4 Spielstätten (Oper und Schauspiel und ggf. Kinder- / Kammeroper und Studiobühne) u.a. die für den Betrieb der Spielstätten notwendigen künstlerischen, kaufmännischen und technischen Funktionsbereiche, Proberäume für die drei Sparten Musik-, Sprechtheater und Tanz, Künstlergarderoben sowie Betriebs- und Aufenthaltsräume für die technischen Abteilungen. Sie verlangt die Integration komplexer Funktionsanforderungen aus den Bereichen Bühne, Zuschauerhaus, Magazine, Foyers, Garderoben, Ateliers, Büros sowie Kantine für ca. 650 Mitarbeiter der Spielstätten.
Die Maßnahmen für die Kinderoper und Studiobühne sowie der Umgang mit dem Bauteil Opernterrassen werden derzeit nochmals vertieft untersucht. Sofern im Ergebnis der derzeitigen Konkretisierungsplanung eine andere Nutzung der Opernterrassen als für Bühnenzwecke erfolgen soll, wird diese nicht Bestandteil der Aufgabenstellung für die hier ausgeschriebenen Prüfleistungen.
Der Bruttorauminhalt der bestehenden Gebäude beträgt ca. 234 000 cbm, davon entfallen ca. 167 500 cbm auf das Opernhaus, ca. 57 500 cbm auf das Schauspielhaus und ca. 9 000 cbm auf die Opernterrassen. Die vorab skizzierten Planungen erfordern im Opernhaus wie auch im Schauspielhaus sowohl innerhalb als auch außerhalb der bestehenden Raum- und Tragwerkstrukturen teilweise massive Veränderungen. Die Gebäude müssen im Zuge der Generalsanierung voraussichtlich überwiegend bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Die Fassaden sollen unter Beachtung der denkmalpflegerischen Prämissen mit verbessertem Wärmeschutz ausgebildet, die Haustechnik nach dem neuesten Stand der Technik und den geltenden Vorschriften durch eine neue, sehr energieeffiziente Gebäudetechnik ersetzt werden.
Die Erweiterungsbaumaßnahmen (ober- und unterirdisch) haben eine Größenordnung von mind. rd. 43 000 cbm und optional bis zu rd. 64 500 cbm.
Für die Bauausführung ist eine losweise und eine gewerkeweise Vergabe vorgesehen. Die Baumaßnahmen werden ggf. teilweise bei laufendem Betrieb erfolgen. Die Bauphase erfolgt ggf. im 2-Schicht-Betrieb (Früh- und Spätschicht).
Die Generalinstandsetzung respektive die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen des Opern- und Schauspielhauses erfordern, bedingt durch die jeweiligen projektbezogenen, planungsspezifischen Gesamtanforderungen sowie den jeweils sehr hohen architektonischen Anspruch, eine herausragende, technisch anspruchsvolle Gesamtbearbeitung in tragwerksplanerischer Hinsicht, die im besonderen Maße auch innovative Lösungsansätze in Bezug auf den eigentlichen Planungsprozess mit jeweiligen Variantenbetrachtungen und -entscheidungen, interstrukturelle Prozessabläufe der einzelnen tragwerksplanerischen Fachdisziplinen des konstruktiven Ingenieurhochbaus und –tiefbaus sowie baubetriebliche Verfahrensabläufe zur Erzielung eines wirtschaftlichen Gesamttragwerks integriert und berücksichtigt. Die aus den Umbau- / Erweiterungsmaßnahmen und der Generalinstandsetzung resultierenden, komplexen und den Gesamtplanungsprozess im besonderen Maße beeinflussenden Bauzustände stellen einen signifikanten Bestandteil der tragwerksplanerischen Bearbeitung dar.
Die Generalinstandsetzung beider großer Häuser, die unter anderem aus der Verbesserung von bühnentechnischen Verfahrensabläufen sowie aus grundsätzlichen Veränderungen der Grundriss- und Aufrissgeometrien resultieren, lässt einen wesentlichen tragwerksplanerischen Eingriff in die bestehende Bausubstanz erwarten. In dem dem Gegenstand dieser Beauftragung vorausgehenden tragwerksplanerischen Gesamtplanungsprozess sind daher im besonderen Maße ebenso gutachterliche Bewertungen zur Spezifizierung von vorliegenden Bauschäden in Hinblick auf Schädigungsumfang respektive -grad mit entsprechender fachtechnischer Begleitung zu Material- und Bauwerksprüfungen mit Festlegung von objektbezogenen Untersuchungsparametern sowie notwendiger, bauwerksverträglicher Kompensations- und Ertüchtigungs- bzw. Abfangungsmaßnahmen vorzunehmen.
Die aus der Objektplanung zu erwartenden Änderungen sowohl in der Grundriss- und Aufrissgeometrie mit teilweisem Abbruch von wesentlichen, horizontal und vertikal lastabtragenden Bauteilen stellen einen erheblichen Eingriff in die vorhandene Bausubstanz mit grundlegender Veränderung zum ursprünglichen, bauordnungsrechtlich genehmigten Zustand dar, die aus tragwerksplanerischer Sicht wesentliche und technisch anspruchsvolle Kompensations- und Abfangungsmaßnahmen in Hinblick auf den Lastabtrag und im Besonderen auf die Gebäudestabilität unter besonderer Berücksichtigung und Auslegung der DIN 4149 erfordern.
Die geplante Baumaßnahme zeichnet sich zusammenfassend wie folgt aus:
1. Gebäudetyp: Kulturbau und andienende Werkstatträume (z.B. Bühnenschlosserei und -schreinerei, Kostümabteilung, Maske, Requisite und Rüstkammer);
2. Art der Baumaßnahme: Bauen im Bestand, insbesondere Generalsanierung und Ausführungen in denkmalgeschützter Substanz, sowie Kombination von Alt- und Neubausubstanz (Erweiterungsbauten);
3. Größenordnung (je nach Ratsbeschluss): von rd. 275 000 cbm bis 305 000 cbm BRI. Die möglichen Kosten liegen entsprechend Ratsbeschluss bei Realisierung aller Erweiterungsmaßnahmen bei ca. 253 000 000 EUR.
Die vorgesehene Vergabe betrifft folgende Baumaßnahmen: Sanierung von Opern- und Schauspielhaus einschließlich Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen sowie optional Sanierung der Opernterrassen. Die Prüfung der Tragwerksplanungsleistungen für die Gebäude beinhaltet optional auch die Prüfung der Tragwerksplanung für bühnenspezifische Anlagen.
Gegenstand des Auftrags ist die Prüfung der Tragwerksplanungsleistungen gemäß den Anforderungen der Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen sowie den ergänzenden Beratungs- und Prüfleistungen. Diese umfassen Leistungen zur Prüfung der Vollständigkeit und Richtigkeit der Standsicherheitsnachweise, der statischen Berechnungen und Bemessungen, der Ausführungszeichnungen, die Prüfung der Nachweise des statisch-konstruktiven Brandschutzes, der Bauvorlagen wie auch ggf. erforderlicher Nachträge.
Die Erbringung der nachfolgend aufgeführten Einzelleistungen ist erforderlich, sofern diese Bestandteile der Planung darstellen bzw. aus entsprechenden Baumethoden / Bauverfahren resultieren. Prüfung des konstruktiven Glasbaus sowie bautechnische Prüfungen im Bereich des Spannbetonbaus und des Stahlverbundbaus, die Prüfung der Standsicherheit auf dem Gebiet der Bodenmechanik und des Erd- und Grundbaus durch Prüfung der Baugrundverformungen und ihre Auswirkungen auf die baulichen Anlangen (Boden-Bauwerk-Wechselbeziehungen). Die Prüfung der Sicherheit der Gründung der baulichen Anlagen, der getroffenen Annahmen sowie der bodenmechanischen Kenngrößen sind ebenso Bestandteil des beabsichtigten Auftrags wie die Prüfung der Nachweise zum Erdbebenschutz, besonderer Bauzustände und bzgl. des Baugrubenverbaus und der Abfangungsmaßnahmen / Unterfangungsmaßnahmen. Sofern zu Beginn der Planung der Aufsteller der tragwerksplanerischen Unterlagen eine vorgezogene Lastermittlung zu erstellen hat, wird optional eine vorgezogene Lastvorprüfung erforderlich.
Zudem sollte der Bewerber fundierte Kenntnisse hinsichtlich von Zustimmungen im Einzelfall und in der Prüfung bautechnischer Nachweise zur Unterstützung der Planungsbeteiligten bei der Umsetzung gesetzlicher Vorschriften und der Berücksichtigung der hohen baulichen Qualitätsanforderungen zur Gewährleistung der zu erzielenden Nachhaltigkeit besitzen und gegebenenfalls Hinweise zu baukostenrelevanten Entscheidungen liefern.
Im Ergebnis sind Prüfberichte (Bescheinigungen) vorzulegen, in denen der Umfang und das Ergebnis der einzelnen Prüfungen niedergelegt und Ausfertigungen der geprüften Standsicherheitsnachweise enthalten sind. Voraussetzung für die Bescheinigungen bei Fertigstellung sind stichprobenhafte Kontrollen der Bauausführung.
Optionale Leistungen: s. Ziff. II.2.2.
Eine losweise Vergabe der Prüfingenieurleistungen ist aufgrund der Komplexität der Bauaufgabe nicht beabsichtigt.
Bewerbungen eines wirtschaftlich mit dem Projektsteuerer verflochtenen Büros sind nicht zulässig und führen zum Ausschluss der / des Bewerber/s vom Verfahren. Ebenso sind Bewerbungen eines in dem Vorhaben bereits planend oder aufstellend Tätigen nicht zulässig und führen zum Ausschluss der / des Bewerber/s vom Verfahren.
Die Vergabe erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen.
Im Ergebnis der Baumaßnahmen sollen ein architektonisch hochwertiges Gebäudeensemble und technisch optimale Anlagen zur Verfügung stehen, welche über lange Jahre einen künstlerisch hervorragenden sowie wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb ermöglichen.
Zeitrahmen:
1. Maßnahmenbeginn / Beauftragung der Prüfingenieurleistungen: voraussichtlich Frühjahr 2011;
2. Übergabe an den Nutzer: 06/2015;
3. Projektabschluss: im Nachgang.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-03-14.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-02-14.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-02-14
|
Auftragsbekanntmachung
|
2011-08-18
|
Bekanntmachung über vergebene Aufträge
|