Projekt: Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 in Bocklemünd-Mengenich, Köln. Auftrag: (1.) Objektplanung Ingenieurbauwerke gemäß § 42 HOAI; (2.) Objektplanung Verkehrsanlagen gemäß § 46 HO-AI; (3.) Leistungen der Tragwerksplanung gemäß § 49 HOAI

Stadt Köln - 27/Zentrales Vergabeamt

Siehe Ziffer II.1.1 sowie:
Die Stadt Köln plant die Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 in Köln-Bocklemünd-Mengenich. Entsprechend Beschluss des Rats der Stadt Köln vom 10.9.2009 soll die neue Endhaltestelle in Höhe der Grundschule errichtet werden. Die Verwaltung wurde mit der Beantragung der erforderlichen Genehmigungen, der Sicherstellung der Finanzierung sowie der Vorbereitung der Maßnahme bis zur Ausschreibung beauftragt. Die Genehmigungsplanung ist weitgehend abgeschlossen, das Planfeststellungsverfahren soll Mitte 2011 eingeleitet werden.
Die Linienführung der geplanten 630 m langen neuen Strecke ist bereits festgelegt und erfolgt ab der bestehenden Haltestelle Ollenhauerring zuerst in nördliche Richtung parallel zur Militärringstraße, schwenkt nach cirka 350 m in einem Bogen nach Westen ab und endet nach einem Gleiswechsel an der neuen Endhaltestelle in Höhe der Grundschule am Schumacherring. Die Führung der Stadtbahn erfolgt auf einem besonderen Bahnkörper.
Durch eine Absenkung der Gleise im Bereich der Endhaltestelle wird ein ebenerdiger Einstieg vom Gehwegniveau ermöglicht. Die Bahnsteige verbleiben damit auf einer Ebene mit dem angrenzenden Gelände, sodass der nördliche Bahnsteig zusätzlich als Feuerwehrzufahrt zum östlichen Bereich der Wohnbebauung dienen kann und keine Rampen als Zuweg erforderlich sind. Beide Außenbahnsteige sollen eine Mindestbreite von 3,5 m und eine Nutzlänge von 50 m erhalten. Der südliche Bahnsteig soll durch einen Zaun zum benachbarten Schulhof begrenzt werden.
In Höhe der Tollerstraße ist von der Streckenführung eine bestehende Fußgängerbrücke aus Holz betroffen, deren Fundamente im Bereich der geplanten Gleistrasse liegen und deren Lichtraumprofil unterhalb der Brücke nicht die notwendigen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus entspricht die bestehende Brücke nicht den Anforderungen an ein barrierefreies Bauwerk. Da durch mehrere Zwangspunkte im weiteren Verlauf der Streckenführung eine andere Gleislage nicht möglich ist, muss die Holzbrücke ersetzt werden. Die Gesamtlänge des neuen, den aktuellen Richtlinien entsprechenden Bauwerks wird cirka 240 m betragen.
Westlich der Millitärringstraße befindet sich ein Geh- und Radweg, der durch die Verlängerung der Stadtbahn angepasst werden muss. Im Kurvenbereich ist ein Z-Überweg vorgesehen.
Im Rahmen der Genehmigungsplanung wurden bereits Gutachten zum Thema Schall- und Erschütterung, Baugrund sowie eine Umweltverträglichkeitsstudie mit integriertem Landschaftspflegerischem Begleitplan beauftragt.
Die geplante Baumaßnahme zeichnet sich zusammenfassend wie folgt aus:
1. Neubau einer cirka 630 m langen Stadtbahntrasse mit Endhaltestelle (inklusive Ausstattung),
2. Abbruch der vorhandenen Fußgängerbrücke und Neubau einer Fußgängerbrücke, und,
3. Anpassen eines Geh- und Radweges mit Z-Querung der Schienentrasse sowie,
4. Ergänzende Maßnahmen (insbesondere landschaftsplanerische Ausgleichsmaßnahmen, Schallschutz- und Erschütterungsmaßnahmen, Ausgleichsmaßnahmen für entfallende Schulhofflächen).
Der Kostenansatz für Gleis- und Bahnsteigbau inklusive Bahnsteigausstattung und Starkstromanlagen sowie für begleitende Maßnahmen (insbesondere Fußweg, aktiver und passiver Schallschutz, Grunderwerb, Grünflächenausgleich, Leitungsverlegung signaltechnische Anpassung) beläuft sich auf insgesamt rund 9 200 000 EUR netto, davon cirka 150 000 EUR für Grunderwerb. Der Kostenansatz für das Brückenprojekt beläuft sich auf cirka 1 850 000 EUR brutto.
Die beabsichtigte Vergabe umfasst folgende Leistungen:
Leistungsbereich A – Bahnsteige, Gleisanlagen, Geh-/Radwege:
— Objektplanungsleistungen bei Ingenieurbauwerken gemäß HOAI § 42 (Bahnsteige) sowie bei Verkehrsanlagen gemäß HOAI § 46 (Gleisanlagen, Geh-/Radwege), jeweils Leistungsphase 3 sowie Leistungsphasen 5 bis 8.
Leistungsbereich B - Brückenanlage:
— Objektplanungsleistungen bei Ingenieurbauwerken gemäß HOAI § 42, Leistungsphasen 3 und 5 bis 8,
— Leistungen der Tragwerksplanung gemäß HOAI § 49, Leistungsphasen 1 bis 3.
Außerdem sollen folgende Besondere Leistungen gemäß HOAI Anlage 2.9 beziehungsweise 2.10 vergeben werden:
— Leistungsbereich A: Erstellung Planvereinbarung,
— Leistungsbereich B: Nachweise der Erdbebensicherung.
Eine losweise Vergabe der Objektplanungsleistungen (Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen) und der Tragwerksplanung ist nicht beabsichtigt.
Die Vergabe erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen. Mit Unterzeichnung des Vertrags werden zunächst nur die Leistungsphasen 1 bis 6 beauftragt. Die rechtliche Voraussetzung für die Beauftragung liegt seitens des Auftraggebers vor, dabei sind die allgemeinen Vertragsbedingungen der Stadt Köln maßgebend (siehe Ziffer II.2.2 „Optionen“ der Bekanntmachung).
Bewerbungen eines wirtschaftlich mit dem Projektsteuerer verflochtenen Büros sind nicht zulässig und führen zum Aus-schluss der/des Bewerber/s vom Verfahren. Die Verhandlungsgespräche für die Vergabe der Projektsteuerungsleistungen (siehe EU Bekanntmachung Nr. 2011/1116-1 vom 12.5.2011) erfolgen vor Auswahl der Bieter für die hier ausgeschriebenen Planungsleistungen und Versand der Einladungen zum Verhandlungsgespräch (Tag der Absendung der Aufforderung zur Angebotsabgabe). Sollte ein Bewerber für die hier ausgeschriebenen Planungsleistungen mit dem Bieter, dem der Zuschlag für die Projektsteuerungsleistungen erteilt werden soll, wirtschaftlich verflochten sein, führt dies zum Ausschluss der / des Bewerber/s vom Verfahren.
Im Ergebnis der Baumaßnahmen sollen technisch optimale Anlagen zur Verfügung stehen, welche über lange Jahre einen wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb ermöglichen.
Zeitrahmen:
1. Beauftragung der Planungsleistungen: voraussichtlich Mitte 2011;
2. Inbetriebnahme der Strecke: voraussichtlich Dezember 2013;
3. Projektabschluss: im Nachgang.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-06-20. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-05-12.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-05-12 Auftragsbekanntmachung
2011-05-17 Ergänzende Angaben
2011-05-19 Ergänzende Angaben
2012-05-29 Bekanntmachung über vergebene Aufträge