Projektierung für den bevorstehenden Austausch der aktiven Komponenten des bestehenden Campus-LAN`s

Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, eingetragener Verein

Der Auftraggeber als Rechtsträger der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau beabsichtigt im Jahr 2012 den Austausch der aktiven Netzwerkkomponenten. Gegenstand des vorliegenden Vergabeverfahrens sind Planungsleistungen der Technischen Ausrüstung gemäß §§ 51 ff. HOAI für die Leistungsphasen 3 sowie 5 bis 9.
Teile der ausgeschriebenen Leistung (Leistungsphasen 6–9) werden als Option in verschiedenen Beauftragungsblöcken mit einseitigem Abrufrecht zugunsten des Auftraggebers beauftragt.
Das technische Know-How des Auftragnehmers muss neben den organisatorischen und fachlichen Qualifikationen, den Endausbau des Campus- LAN widerspiegeln.
Das aktive Netzwerk soll sich nach dem Austausch wie u.a. folgt darstellen:
Neben dem bestehenden Campus-LAN ist zu berücksichtigen, dass die BG Unfallklinik Murnau einen Neubau plant. Die Terminplanung wird rechtzeitig bekannt gegeben und die Klinik um ca. 30 % der LAN-Ports erweitern. In Hinblick darauf muss das Design des Netzwerkes dahingehend angepasst und skalierbar sein.
Aufstellung der bis 2014 eingesetzten LAN-Komponenten:
Zukünftig ca. 2 000 PCs, 800 Patiententerminals, 500 Drucker, 160 physische und virtuelle Server, 2500 VoIP (Voice over IP) Geräte, 500 Medizinische Geräte, 1200 AccessPoints.
Für den Austausch des Campus LAN sind folgende Eigenschaften zu berücksichtigen:
Deutliche Erhöhung der Portdichte. Einführung von IEEE 802.1x und QoS (Quality of Service). Implementierung eines klassischen Access-Layer, Distribution Layer, Aggregation-Layer und Core-Layer Konzeptes. Erhöhung der Bandbreite im Corebereich und Verringerung der Latenzzeiten. Integration von ISS (Integrated Software Services, VSS (Virtual Switching System), VRF (Virtual Routing and Forwarding) oder im besten Falle VDC (virtual device context), da wir mehrere, voneinander getrennte Netze, in einem Chassis fahren müssen. Die Anforderungen dazu kommen aus den Bereichen Medizintechnik und Technische Abteilung, da hier gesonderte Anforderungen bestehen.
Multi-Protocol-Fähigkeit (Ethernet und Storage) sollte gewährleistet sein.
Berücksichtigt werden muss ebenfalls die Erweiterung / Integration von FCoE (Fibrechannel over Ethernet) und SAN (Storage Area Network). Zur Trafficsteuerung sollte eine VRF bzw. VDC basierte, mandantenfähige Firewall-Lösung zu Einsatz kommen. Der Access-Bereich soll ebenfalls redundant bezüglich, Power und Trunkports ausgestattet sein.
PoE und PoE+ wird für die AccessPoints benötigt. Sehr unterschiedlich lange LWL-Strecken (Lichtwellenleiter) sind einzuplanen. Eine sehr hohe 10-Gbit/s-Portdichte wird in den nächsten Jahren im RZ-Bereich benötigt. Eine einfache Möglichkeit der Performance-Erweiterung mit z.B. Hinzufügen von MemoryCards ist wünschenswert.
Ebenfalls sollte im Access-Bereich virtuelle Patch Connection (vPC) Beachtung finden. Abbau des STP (Spanning Tree Protocol) und Einführung der „All-Path-Active“-Philosopie. Keine Blocked Links. Integration von Fabric Extender (FEX) für die Top-of-the-Rack Installation. Eine Backplane/Uplink-Überbuchung von 2:1 ist angestrebt.
Ein Servicevertrag (7x24x365) soll die reine Software bzw. Konfiguration betreffen. Nachdem die Corekomponenten alle redundant ausgelegt sind, sollte der Ausfall eines Coreswitches keinerlei Beeinträchtigungen bringen. Im Access-Bereich hat sich die Vor-Ort-Sparehaltung als sehr schnell und jederzeit praktikabel bewährt. Diesen Ansatz wollen wir auch zukünftig beibehalten.
Der Auftraggeber hat bereits Studien und Gutachten erstellen lassen, auf die im Auftragsfall zurückzugreifen ist. Der Auftragnehmer hat die vorliegenden Studien und Gutachten im Auftragsfall zu einer vollständigen Vorplanung zu ergänzen.
In der HOAI-Leistungsphase 3 ist zu berücksichtigen, dass ein Planungsbüro für die passiven Netzwerkumgebungen beteiligt ist und eingebunden werden muss. Für die Realsierung des o.g. Projektes sind Änderungen der LWL-Infrastruktur notwendig. Ebenfalls liegt eine aktuelle WLAN-Ausleuchtung eines anderen Planungsbüros vor. Für die Leistungsphase 5 wird ein online-Dokumentationssystem für aktive und passive Komponenten zur Verfügung gestellt werden, welches entsprechend zu nutzen ist.
Alle Arbeiten sollen in Art und Umfang Ressourcen schonend und unter Berücksichtigung des laufenden Klinikbetriebs erfolgen.
Der Auftraggeber erwartet, dass der Auftragnehmer während der gesamten Maßnahme mit der vorhandenen IT-Abteilung/Bereich Infrastruktur eng zusammen-arbeitet. Regelmäßige Meetings und Telefonkonferenzen der maßgeblich Beteiligten werden vorausgesetzt.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-12-07. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-10-31.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-10-31 Auftragsbekanntmachung