Sanierung eines Halb- und Schwermetallschadens sowie eines LCKW-Schadens, Schonungen, Landkreis Schweinfurt

Landratsamt Schweinfurt - Umweltamt

Sanierung eines Halb- und Schwermetallschadens (sog. Sattler-Altlast) sowie eines LCKW-Schadens in Schonungen, Landkreis Schweinfurt.
Im Zeitraum von ca. 1814 bis etwa 1930 wurde in Schonungen, Landkreis Schweinfurt eine Fabrik (ehem. Farbenfabrik Sattler) zur Produktion von chemischen Farbstoffen, i. W. „Schweinfurter Grün“ (Kupferarsenitacetat), Chromgelb (Bleichchromat) und Chromgrün betrieben.
Die Farbenherstellung führte zu erheblichen Schadstoffbelastungen in Boden und Grundwasser. Im Wesentlichen sind die Halb- bzw. Schwermetalle Arsen, Blei, Cadmium, Chrom und Kupfer als Hauptschadstoffe zu nennen. Der Schadensbereich umfasst insgesamt eine Fläche von ca. 10,5 ha und mehr als 100 Flurstücke.
Nach Durchführung umfangreicher historischer und technischer Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung der sog. „Sattler-Altlast“ wurde behördlicherseits die Sanierung der überwiegend bewohnten Altlast beschlossen. Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen betreffen insbesondere die Wirkungspfade Boden-Mensch und Boden-Grundwasser, untergeordnet auch den Wirkungspfad Boden-Nutzpflanze.
Im Bereich eines Flurstücks bzw. in dessen Grundwasserabstrom wird die „Sattler-Altlast“ durch massive Boden- und Grundwasserverunreinigungen durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) überlagert. Hervorgerufen wurden diese Kontaminationen durch den Betrieb einer ehemaligen chemischen Reinigung. Der LCKW-Schaden soll zusammen mit der Sattler-Altlast saniert werden.
Zur planerischen Vorbereitung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen wurden Sanierungsuntersuchungen durchgeführt, ein Rahmensanierungsplan für die Gesamtmaßnahmen sowie Einzelsanierungspläne für jede(s) betroffene Liegenschaft / Grundstück gemäß § 13 BBodSchG i.V. mit § 6 und Anhang 3 BBodSchV erarbeitet. Bezüglich der Sanierungspläne besteht mit allen Fachbehörden Einvernehmen.
Im weiteren Fortgang des Projektes sind, als Gegenstand dieses Verfahrens, Leistungen zur Ausführungsvorbereitung der Sanierungen, nämlich die Ausführungsplanungen der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen, die Vorbereitung von und Mitwirkung bei (europaweiten) Vergabeverfahren (VOB, VOL) zu erbringen sowie - bei Bauausführung - Sanierungs-/Bauüberwachungen und Dokumentationen vorzunehmen.
Die Leistungen, für die in 3 Bauabschnitten vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen sind iterativ zu erbringen, d.h. in den Bauabschnitten 1 und 2 sind jeweils parallel zu den Bauüberwachungsleistungen Leistungen zur Planung und zu Vergaben (VOB, VOL) der darauffolgenden Bauabschnitte zu durchzuführen. Unter www.lrasw.de/umweltamt/VOF-Verfahren-Hinweisbogen.html ist ein Übersichtsablaufplan einsehbar, der das beschriebene Vorgehen verdeutlicht.
Die zu erbringenden Leistungen setzen einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen bei Planungen, Bauleitungen / Ausführungsüberwachungen und Dokumentationen insbesondere in folgenden Leistungsbereichen voraus:
— Altlastensanierung,
— Abfallentsorgung (nicht gefährliche und gefährliche Abfälle),
— Tiefbau z.B. Planung und statische Beurteilung von (z.T. tiefen) Baugruben,
— Spezialtiefbau z.B. Planung von Verbaumaßnahmen (z.B. Bohrpfahlwände, Spundwandverbau, Trägerbohlverbau) und Großlochbohrungen,
— hydraulische Maßnahmen z.B. Planung von Bauwasserhaltungen, hydraulischen Abstromsicherungen,
— Grundwasseraufbereitung (Schadstoffe: im Wesentlichen Halb- und Schwermetalle, LCKW),
— Wasserbau z.B. Umverlegung eines Fließgewässers incl. Gewässerausbau,
— Straßenbau,
— Gebäuderückbau (mit evtl. kontaminierter Bausubstanz),
— Geotechnik z.B. Beurteilung von Gebäude- und Böschungsstandsicherheiten, Erd- und Grundbau,
— Arbeits-, Emissions- und Immissionsschutz,
— Gefährdungsabschätzungen nach BBodSchG/V zu den Wirkungspfaden Boden-Grundwasser, Boden-Mensch, Boden-Nutzpflanze.
Bei den von 2011 bis voraussichtlich 2015 zu erbringenden Planungs- und Bauüberwachungsleistungen sind Planungen (z.B. zu Spartenumverlegungen, statische Beurteilungen zu bestehender Bausubstanz, immissionsschutztechnische Planungen, Verkehrsplanungen, städtebauliche Planungen) von seitens des AG beigestellten Dritten zu berücksichtigen und in die eigenen Planungen einzuarbeiten. Dem Auftragnehmer wird die Koordination von Spartenumverlegungen und -neuordnungen incl. der Schaffung bauzeitiger Provisorien obliegen.
Die Sanierungsarbeiten finden zu ganz überwiegenden Teilen im innerörtlichen Wohnbereich von Schonungen mit engständiger, z.T. älterer Bebauung statt. Dem Anwohnerschutz ist bereits bei den Planungen höchste Bedeutung beizumessen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-07-21. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-06-10.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-06-10 Auftragsbekanntmachung