Studie: Dienstequalität von Breitbandzugängen
Studie: Dienstequalität von Breitbandzugängen.
I. Hintergrund:
Bereits seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass die vom Endnutzer tatsächlich erlebte Datenübertragungsrate mitunter erheblich hinter der vermarkteten Datenübertragungsrate zurückbleibt. Entsprechende Tendenzen konnten auch Studien in anderen EU-Mitgliedsstaaten aufzeigen. Solche Differenzen zwischen der tatsächlich realisierten und der vermarkteten Datenübertragungsrate werfen unterschiedliche Probleme mit Blick auf die Transparenz des Telekommunikationsmarktes und hinsichtlich der Netzneutralität auf. Beide Themen werden durch die Umsetzung des novellierten europäischen Rechtsrahmens zukünftig zu adressieren sein.
Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Bundesnetzagentur eine nationale Studie zur Dienstequalität von Breitbandzugängen durchzuführen.
II. Ziel der Studie:
Ziel der Studie ist es:
(i) durch ein Messkonzept und auf dieser Basis durchgeführter Messungen ein umfassendes repräsentatives Abbild des Status quo der angebotenen und der tatsächlich realisierten Dienstequalität von Internetzugängen auf Basis von stationären und mobilen Breitbandanschlüssen zu ermitteln.
Die Messung soll Aussagen zu folgenden Aspekten erlauben:
— Abweichung der vermarkteten von der tatsächlich verfügbaren Datenübertragungsrate des Internetzugangs,
— Beeinflussung der Qualität des Internetzugangs durch die parallele Inanspruchnahme weiterer Bündeldienste,
— Vorliegen unterschiedlicher maximal erreichbarer Datenübertragungsraten bei der Nutzung von unterschiedlichen Anwendungen, Zielen oder Inhalten über den Internetzugang.
(ii) Bedingungen, konkreten Anforderungen und Maßnahmen für Messungen, die durch Endkunden nutzbar sind und für belastbare Messungen der konkret erreichten Qualität eines individuellen Internetzugangs genutzt werden können, in Berichtsform zusammenzustellen.
III. Im Einzelnen geforderte Leistungen:
Die Leistungsbeschreibung umfasst dazu folgende Teile, in denen die Anforderungen im Einzelnen spezifiziert werden:
1. Repräsentativität des Messkonzepts:
Das Umsetzungskonzept muss repräsentative Aussagen zur Dienstequalität gewährleisten. Es sind für Internetzugänge auf der Basis von mobilen (UMTS) und stationären Breitbandanschlüssen (einschließlich LTE zur stationären Nutzung) jeweils separate Konzepte zur Gewährleistung der Repräsentativität zu entwickeln. Berücksichtigt werden dabei u.a. Anzahl und Auswahl der ISP, unterschiedliche Produkte (Bandbreiten) sowie Verteilung der Messstellen und Umfang der Messungen (Stichproben). Die Messung soll sich über mindestens 3 Monate, längstens aber über 6 Monate erstrecken.
2. Messkriterien und technische Umsetzung:
Die Messeinrichtungen müssen teilnehmergleich - wie ein Endkunde an den Internetzugang des ISP - angeschlossen werden. Dadurch wird langfristig eine Erweiterung auf eine für den Endkunden nutzbare und belegbare Messung der Qualität seines individuellen Internetzugangs vorgesehen. Das Messergebnis spiegelt ausschließlich die Qualität des Internetzugangs wider. Die Messung bildet ein typisches Endnutzerverhalten ab und erfasst dabei paketspezifische Maßnamen wie Drosselung oder Blockierung. Außerdem wird die Interdependenz zwischen Internetzugang und anderen Bündeldiensten (etwa IP-TV oder VoIP) der Breitbandanschlüsse ermittelt.
3. Bedingungen für Messungen, die durch Endkunden nutzbar sind:
In dem oben erwähnten Bericht ist aufzuzeigen, in welchem Umfang das gewählte Messkonzept (vgl. Leistungsbeschreibung 1. und 2.) für eine Messung durch den Endkunden genutzt werden kann. Das Unternehmen soll dabei die Fehler und Probleme berücksichtigen, die im Rahmen der Messungen aufgetreten sind und hierfür endkundengerechte Lösungen vorschlagen.
Während dieser Zeit sind regelmäßige Berichte und Präsentationen vorgesehen sowie ein Abschlussbericht. Insgesamt soll die Studie eine Laufzeit von 12 Monaten nicht überschreiten.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-11-10.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-09-21.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-09-21
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Auftragsbekanntmachung
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2012-04-04
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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