TIP Technik- und Innovationspark vor München - Herstellung Erschließungsanlagen inkl. technische Infrastruktur

Auftraggebergemeinschaft IVG Businesspark vor München II GmbH & Co. KG und EADS Real Estate Taufkirchen GmbH & Co. KG

TIP Technik- und Innovationspark vor München.
Herstellung Erschließungsanlagen inkl. technische Infrastruktur.
1. Allgemeines
Das Erschließungsgebiet mit einer Fläche von insgesamt ca. 50 ha liegt ca. 12 km südlich von München östlich der BAB 8 auf den Gemarkungen der Gemeinden Taufkirchen und Ottobrunn. Am Standort wird seit den 1950er Jahren Forschung und Entwicklung für Luft- und Raumfahrt, Fahrzeugbau, Militär- und Sicherheitstechnik betrieben, Anfänge gehen bis in die 1940er Jahre zurück.
Das ehemals geschlossene Areal soll entwickelt und vorhandene Baurechtspotenziale aktiviert werden. Die Baurechtsentwicklung wurde federführend durch IVG und EADS betrieben. Seit Mitte 2006 sind die Bebauungspläne rechtskräftig, die es als „Sondergebiet Technologie“ ausweisen. Im Zuge der Umsetzung der Bebauungspläne ist die vorhandene Verkehrserschließung durch IVG und EADS neu herzustellen bzw. zu ertüchtigen und die Verkehrsflächen an die Gemeinde zur öffentlichen Widmung zu übertragen. Die Verlegung bzw. der Neubau von öffentlichen Sparten soll mit den Spartenträgern durch die Erschließungsträger koordiniert werden. IVG und EADS treten im Bereich der Gemeinde Taufkirchen für die Maßnahme (Grundgerüst) hauptsächlich gemeinsam als Auftraggeber auf, in Teilen (Privatstraßen) jedoch auch jeweils einzeln. IVG ist für den Bereich der Gemeinde Ottobrunn alleiniger Auftraggeber.
Die Erschließungsarbeiten müssen bei laufendem Betrieb vorgenommen werden, was insbesondere in der Ablaufplanung berücksichtigt werden muss. Störungen des Betriebs sind zu minimieren, für die Ver- und Entsorgung sowie die Verkehrserschließung sind ggf. entsprechende Provisorien zu installieren.
2. Zeitlicher Ablauf
Für die Herstellung der Erschließungsanlagen ist ein Zeitraum von ca. 3 Jahren vorgesehen. Geplant ist die losweise Fertigstellung und Übergabe an die Gemeinde nach Straßen oder Straßenzügen; der zeitliche Ablauf ist möglichst Kosten optimierend zu gestalten. Einzelne Straßen werden aufgrund von Hochbaumaßnahmen oder Vermarktungsprioritäten ggf. vorzeitig herzustellen sein. Baubeginn ist für Anfang 2012 geplant.
3. Erschließung und Eigentümerstruktur
Die Flächen des Erschließungsgebiets befinden sich in den Händen von mehreren Eigentümern, bzw. sind bereits heute öffentliche Straßen. IVG und EADS als größte Eigentümer am Standort haben über städtebauliche Verträge nach § 124 BauGB die Verpflichtung zur Herstellung der öffentlichen Erschließung gegenüber den Gemeinden Taufkirchen und Ottobrunn übernommen. IVG und EADS treten im Bereich der Gemeinde Taufkirchen für die Maßnahme (Grundgerüst) hauptsächlich gemeinsam als Auftraggeber auf, in Teilen (Privatstraßen) jedoch auch jeweils einzeln. IVG ist für den Bereich der Gemeinde Ottobrunn alleiniger Auftraggeber. Somit ergeben sich innerhalb des Erschließungsgebiets verschiedene Verantwortlichkeiten und kostenmäßige Zuordnungen.
3.1 Taufkirchen, Grundgerüst
Das sog. Grundgerüst umfasst:
— den Ausbau der bereits öffentlichen Ludwig-Bölkow-Allee (Fahrbahn und Baumgraben / Gehweg östliche Seite),
— den Ausbau des Straßenzugs Robert-Koch-Straße (West) -- Kreuzung,
— Magistrale – Lilienthal-Straße (West) – Willy-Messerschmitt-Straße,
— den Ausbau der Lilienthal-Straße (Ost) ab Einmündung Willy-Messerschmitt-Straße ca. 80 m nach Osten.
Die Kosten werden zwischen IVG und EADS aufgeteilt.
3.2 Taufkirchen, „Privatstraßen“
— EADS schuldet die Herstellung und Übertragung der Hugo-Junkers-Straße nördlich des Sektors IX gegenüber der Gemeinde,
— IVG schuldet gegenüber der Gemeinde die Herstellung und Übertragung der „Casinostraße“ zwischen Baufeld 5.1 und 5.2.
3.3 Ottobrunn
Die auf Ottobrunner Gebiet geplanten Straßen und Ausgleichsflächen werden gegenüber der Gemeinde zu 100 % von IVG geschuldet. Die Haupterschließungsstraßen werden nach Herstellung an die Gemeinde übertragen. Der Haidgraben und die spätere Kreuzung an der Robert-Koch-Straße sind bereits öffentlich. Vier Stichstraßen bleiben in privater Hand und sind öffentlich zu widmen, zwei davon wurden bereits mit den zugehörigen Grundstücken veräußert. IVG hat jedoch weiterhin die Pflicht zur Herstellung; die Neueigentümer sind zur Duldung der Erschließungsarbeiten verpflichtet.
4. Sparten, technische Infrastruktur
Die vorhandene technische Infrastruktur soll innerhalb der geschlossenen Eigentümerareale weiter betrieben werden. Sie ist teilweise in begehbaren Versorgungskanälen gebündelt. Diese beherbergen die Hauptversorgungsleitungen für Telekommunikation, Stromversorgung, Trinkwasser- und Fernwärme, zusätzlich aber auch Sondermedien wie Kälte, Druckluft und Weichwasser. Untergeordnete Leitungen verlaufen oft relativ frei über die geplanten Baufelder sowie entlang der bestehenden Verkehrswege. An etlichen Stellen bestehen Leitungskreuzungen.
Bei Herstellung der Planstraßen sind die Bestandsleitungen – soweit sie nicht entfernt werden können – in entsprechende Spartenräume zu verlegen.
4.1 Trinkwasser
Das private Leitungsnetz verläuft fast ausschließlich über privaten Grund, einzelne Leitungen kreuzen die Planstraßen. Entlang der Robert-Koch-Straße Ost verläuft die Leitung größtenteils innerhalb eines begehbaren Versorgungskanals.
Die Einspeisung aus dem öffentlichen Netz erfolgt im Süden bei Gebäude 72 (Heizzentrale EADS) über eine Zuleitung der Gemeinde Taufkirchen, weitere Einspeisungen bestehen im Norden über das Ottobrunner TW-Netz vom Haidgraben bei Gebäude 3 (SCP/MTU), über die Finkenstraße bei Gebäude 10.7 (EADS Astrium) sowie im Osten über die Robert-Koch-Straße. Es besteht ein Verbund.
Die Trinkwasserversorgung ist insbesondere für den zentralen Bereich neu als öffentliche Versorgung innerhalb der zu definierenden Spartenräume zu verlegen. Größere Privatareale behalten voraussichtlich das private Netz zur internen Versorgung bei, die Übergabe kann ggf. an den Kreuzungsbereichen mit den Planstraßen erfolgen. Die Gemeinden werden die Planung übernehmen. EADS und IVG sind für die Spartenkoodination verantwortlich.
4.2 Abwasser
Vorhandene Abwasserleitungen verlaufen ebenfalls weitgehend über die späteren Baufelder. Der überwiegende Teil des Standorts – EADS, zentraler Bereich IVG und EADS Astrium / Münchner Leasing („Sektor 3“) wird über einen mittig von Süd nach Nord verlaufenden Sammler DN 250 zum Haidgraben nördlich des Gebäudes 3 entsorgt. Weitere Übergabestellen befinden sich an der Finkenstraße (Entwässerung nördlicher Bereich) sowie an der Kreuzung Robert-Koch / Einsteinstraße (Entwässerung östlicher Bereich). IABG verfügt über eine eigene Übergabestelle in den Sammler Einsteinstraße. Entlang der Ludwig-Bölkow-Allee verläuft ein öffentlicher Abwassersammler mit Fließrichtung Nord, der jedoch höher liegt als die parallel ca. 100 m östlich verlaufende, private Sammelleitung. Außerdem ist der begehbare zentrale Versorgungskanal zu beachten, der ebenfalls mittig in Nord-Süd-Richtung verläuft und wahrscheinlich nur mit Dükerung gekreuzt werden kann. Die öffentliche Abwasserentsorgung ist teilweise innerhalb der Planstraßen neu herzustellen. Der Abwasserzweckverband wird die Planung hierfür übernehmen. EADS und IVG sind für die Spartenkoodination verantwortlich.
4.3 Strom
Aktuell wird der Standort über das Umspannwerk der E.ON an der Lilienthalstraße versorgt, die Mittelspannung (20 kV) in das private Stromnetz einspeist. Das Netz ist redundant aufgebaut und verfügt über 5 Ringe.
Die Mittelspannung wird über Trafostationen innerhalb von Gebäuden bzw. in frei stehenden Knotenpunkten auf Niederspannung transformiert. Leitungen verlaufen im zentralen Versorgungskanal, innerhalb der späteren Baufelder sowie in den Bestandsstraßen, teilweise in Zugstein oder Rohrtrassen. Vorhandene Leitungen müssen in die neuen Spartenräume verlegt werden, soweit sie nicht entfernt werden können. Derzeit wird geprüft, welche Leitungen und Knotenpunkte verzichtbar sind.
Die private Stromversorgung soll für den Altbestand parallel zu einer neu herzustellenden öffentlichen Versorgung weiter betrieben werden. Dies betrifft insbesondere die Areale von EADS, IABG und Astrium. Neu zu erschließende Baufelder sollen an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen werden, ebenso einen Teil des Bestands, insbesondere der IVG. Zum Teil müssen neue Leitungen schon vor Beginn der eigentlichen Erschließung als Ersatz für veraltete private Anlagen verlegt werden. EADS und IVG sind für die Spartenkoodination verantwortlich.
4.4 Telekommunikation / Datenleitungen
Der Standort verfügt über ein privates TK-Netz aus Kupfer- und Lichtwellenkabeln, das für den Bestand aufgrund von Sicherheitsanforderungen aufrecht erhalten werden muss. Die Leitungen verlaufen hauptsächlich im zentralen Versorgungskanal, teilweise jedoch auch zusammen mit den Stromleitungen innerhalb von Zugsteintrassen.
Die Deutsche Telekom hat bereits eigene Leitungen bzw. Kabelrohrtrassen verlegt, insbesondere entlang der Robert-Koch-Straße und der Lise-Meitner-Straße. Im Zuge der Neuerschließung wird ein neues TK-Netz aufzubauen sein. Der Abwasserzweckverband wird die Planung hierfür übernehmen. EADS und IVG sind für die Spartenkoodination verantwortlich.
4.5 Wärmeversorgung
Der Standort wird über drei Fern- bzw. Nahwärmesysteme versorgt:
— über das ca. 30 Jahre alte Eigentümernetz der EADS / IVG / Münchner Leasing.
Das Netz versorgt den südlichen und mittleren Teil des Standorts auf Taufkirchener Gebiet und wird aus dem Heizwerk der EADS gespeist. Zur Wärmeerzeugung wird Gas aus der Hochdruckleitung der SWM in der Ludwig-Bölkow-Allee verwendet. Die Hauptversorgungsleitung verläuft in Nord-Süd-Richtung innerhalb des Versorgungskanals — über das 2006 neu verlegte Fernwärmenetz der BioEnergie Taufkirchen.
Das Netz der BioEnergie Taufkirchen wurde 2006 in Betrieb genommen und versorgt den zentralen Bereich sowie den Ottobrunner Teil des Standorts. Die Hauptversorgung verläuft erdverlegt entlang der geplanten Casinostraße ins Zentrum, dann nach Norden auf der westlichen Seite der Lise-Meitner-Straße sowie in die Robert-Koch-Straße. Zur Unterverteilung wird jeweils das bestehende Wärmenetz genutzt, das teilweise in Haubenkanälen verläuft. BioEnergie Taufkirchen ist bestrebt, einen möglichst großen Teil des Standorts zu versorgen — über das Nahwärmenetz der IABG.
IABG verfügt über ein eigenes Heizwerk, das an die Gashochdruckleitung der SWM in der Ludwig-Bölkow-Allee angeschlossen ist. Der Abzweig befindet sich südlich des Antennenmessturms (Gebäude 40.3), die HD-Zuleitung verläuft quer über das geplante Baufeld 5.3 sowie entlang der Lilienthalstraße. Der Abwasserzweckverband wird die Planung hierfür übernehmen. EADS und IVG sind für die Spartenkoodination verantwortlich.
4.6 Sondermedien (Druckluft, Weichwasser, Kälte)
Sondermedien werden weiter Teil der privaten Infrastruktur bleiben und nach Möglichkeit nicht im öffentlichen Straßenraum verlegt. Im Wesentlichen verlaufen sie innerhalb des Versorgungskanal-Netzes. Ein Teil des Sondermedien-Netzes wird zurückgebaut, da die Verbraucher künftig dezentral versorgt werden. Gleichwohl wird es Kreuzungsbereiche mit den öffentlichen Straßen geben.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-09-19. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-08-18.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-08-18 Auftragsbekanntmachung
2011-12-16 Bekanntmachung über vergebene Aufträge