Treasury (Wertpapier-, Marktrisiko- und Cashmanagement der Stadtkämmerei München)
Mit Beschluss des Stadtrats vom 23.7.2008 wurde die Stadtkämmerei beauftragt, einen Vertrag über Beratungsleistungen zum Finanzmanagement der Stadt München abzuschließen.
Im Ergebnis der Untersuchung hat die Beratungsfirma über Stadtratsbeschluss vom 18.03.09 die Beschaffung eines integrierten IT-Systems zur Bewirtschaftung im Anlagenmanagement empfohlen, um die zerklüftete EDV-Landschaft im Bereich Treasury aufzuheben.
Bisher ist kein integriertes Verfahren zur Verwaltung und Steuerung der städtischen Anlagen im Einsatz. Die vorhandenen Verfahren MOZART und ICMS (s.u.) - beide seit über 10 Jahren im Einsatz - sind reine Windows-Verfahren und entsprechen somit nicht mehr den strategischen Vorgaben der LHM im Softwarebereich. Zudem hat das Wertpapierverfahren keine automatisierte Schnittstelle zum städtischen SAP-System, weshalb die Einbuchung der Wertpapierumsätze manuell erfolgen muss.
Verfahren MOZART.
Das Wertpapierverfahren MOZART wird von der Hauptabteilung (HA) I/2 zur Verwaltung aller städtischen Wertpapieranlagen genutzt. Dies betrifft nicht nur den Kernbereich der LHM, sondern auch die städtischen Stiftungen sowie die Treuhandverwaltung für städtische Betriebe.
Verfahren ICMS.
Das ICMS-Verfahren (Integriertes Cashmanagementsystem) wird im Kassen- und Steueramt sowohl zur Geldanlage- und Liquiditätssteuerung, als auch im Bereich Kontogegenbuch eingesetzt.
Hier werden die bei der LHM eingehenden Zahlungen in der Kassenabteilung teils automatisiert, teils manuell auf die Debitoren verbucht. Im Zuge der Einführung eines integrierten Verfahrens soll auch dieser Bereich integriert werden.
Einsatz von OpenOffice Calc.
Sowohl im Wertpapierbereich als auch in der Liquiditätsplanung müssen unterstützend zu den vorhandenen Verfahren Listen und Auswertungen unter OpenOffice Calc eingesetzt werden. Damit existiert keine gemeinsame Datenbasis für den Treasury-Bereich.
Darlehen und Derivate.
Die mit dem Projekt „Treasury“ verwandten Bereiche Darlehen und Derivate, die ebenfalls bei der HA I/2 angesiedelt sind, wurden bereits in den Jahren 2002 und 2005 von der früheren BS 2000 Umgebung auf SAP umgesetzt. Hier findet die gesamte Verwaltung und die Durchführung des Zahlungsverkehrs für alle Darlehen (Passivseite) und der abgeschlossenen Derivate statt. Die Integration dieser Bereiche in das neue Treasury-Verfahren muss über Schnittstellen sichergestellt werden. Das Marktrisikomanagement war 2007 und 2008 an einen externen Dienstleister ausgelagert, wurde 2010 neu ausgeschrieben und wiederum extern vergeben und soll künftig über das integrierte Verfahren in Eigenregie realisiert werden.
Projektauftrag.
Die Umsetzung von Bausteinen für ein zentrales Finanzmanagement wurde in verschiedenen.Stadtratsbeschlüssen behandelt. Die Projektgruppe arbeitete hierzu den Projektauftrag aus, der am 2.7.2009 vom Stadtkämmerer unterzeichnet wurde und wie folgt lautet:
"Einführung eines integrierten EDV-Fachverfahrens für die Aufgaben Assetmanagement bzw. Wertpapierverwaltung, Marktrisikomanagement und Cashmanagement. In den Bereichen Wertpapier und Cashmanagement ist die Ersatzbeschaffung der bestehenden Fachverfahren MOZART und ICMS geplant. Das Verfahren MOZART ist seit 1996 im Einsatz, das Verfahren ICMS seit 2000. Beim Marktrisikomanagement liegt eine Neubeschaffung vor. Dieser Bereich wurde bislang durch externe Dienstleister betreut".
Projektgrundlage.
Projektgrundlage ist unter anderem der Stadtratsbeschluss vom 18.3.2009 zum Finanzmanagement der Stadtkämmerei. Des Weiteren sind zahlreiche vorhergehende Stadtratsbeschlüsse.
Zum Finanzmanagement einschlägig.
2.2. Zielsetzungen.
2.2.1 Fachziele.
Fachlich ist das Ziel, eine bessere IT-Unterstützung in den Bereichen Wertpapier, Cashmanagement und Marktrisikomanagement zu errichten, insbesondere gekennzeichnet durch:
— Reduzierung von manuell geführten Abgleichlisten und doppelter Datenhaltung,
— Leistungsfähiges Reporting aus den Verfahren heraus,
— Verbesserung des Risikocontrollings durch IT-Integration,
— Umsetzung der fachlichen Anforderungen in Sonderbereichen (z.B. Stiftungsbereich) – ggf. über Zusatzprogrammierung,
— Zugriff auf tagesaktuelle Marktdaten über eine Schnittstelle unter Sicherstellung der IT-Sicherheit und im Bereich der MKRw-Anbindung durch,
— Verbuchung der Zahlungsströme und aller buchungsrelevanten Vorgänge in SAP-FI und Abbildung über Schnittstelle,
— Realisierung der MKRw-Logik (Kostenstellen, Produkte).
2.2.2 Technische Ziele.
— Integration in die vorhandene IT-Struktur der LHM,
— Umsetzung der strategischen und technischen Vorgaben der LHM (Projekt LiMux, Programm MIT-Konkret),
— Stabiler und benutzerfreundlicher Betrieb der Verfahren,
— Ablösung der Windows-basierten Altverfahren MOZART und ICMS,
— Archivierung von Altdaten möglich.
2.2.3 Weitere Ziele.
— Gewährleistung des Datenschutzes und des Steuergeheimnisses,
— Sicherstellung der Revisionssicherheit,
— Bedarfsgerechte Schulung aller betroffenen Mitarbeiter.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-05-24.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-04-01.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2011-04-01
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Auftragsbekanntmachung
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2012-04-17
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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