Menge oder Umfang
Die Universität Kassel beabsichtigt im Rahmen des Projektes "HEUREKA" Erweiterungsmaßnahmen auf dem ehemaligen Gottschalkgelände nördlich der Moritzstraße als "Campus Nord" vorzunehmen. Dort sind im Wesentlichen Einrichtungen für die naturwissenschaftlichen Fakultäten, ein Science-Park (Wissenschaftstransfer Universität - Wirtschaft), Einrichtungen für die Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung sowie ein Studentenwohnheim vorgesehen. Das Baugrundstück befindet sich im Stadtgebiet von Kassel und erstreckt sich über das ehemalige Firmengelände der Textilfabrik Gottschalk. Es ist umgeben von den Straßen Liebigstraße, Moritzstraße, Gottschalkstraße und Mombachstraße. Die Wasserver- und Abwasserentsorgung erfolgt über Anschlüsse an die vorhandenen Anlagen in den umliegenden Straßen. Privatrechtliche Anforderungen sind nicht bekannt.Für die Umsetzung des Vorhabens sind u.a. umfangreiche Bauarbeiten im Bereich der Erschließung, der Infrastruktur und Freianlagen notwendig.Gegenstand dieser Ausschreibung sind die vorgezogenen Maßnahmen im Bereich der Erschließung und Infrastruktur, die im Zusammenhang mit dem Science Park und dem Studentenwohnheim umgesetzt werden sollen. Diese umfassen im Detail folgende Maßnahmen:Abwasser.Im Bereich des Science Parks sowie des Studentenwohnheims soll das Trennsystem vorbereitet werden. Die erforderlichen Regen- und Schmutzwasserleitungen werden im Bereich der Gebäude verlegt. Der Anschluss des Science-Parks erfolgt zunächst an einen vorhandenen Mischwasserkanal, der später für die Naturwissenschaften rückgebaut werden muss. Zur Einleitung im Bereich der Moritzstraße (Studentenwohnheim) muss ein Rückhaltebecken errichtet werden. Das Niederschlagswasser wird über Regenwasserkanäle in die Ahna eingeleitet, das Schmutzwasser wird an den bestehenden Mischwassersammler der Kasseler Entwässerungsbetriebe (KEB) in der Moritzstraße angeschlossen.Wasserversorgung.Die Wasserversorgung zu den Neubauten bestehend aus Trinkwasser und Brauchwasser wird von der Moritzstraße bzw. von der Mombachstraße gewährleistet. Die Löschwasserversorgung wird über eine unterirdische Feuerlöschzisterne sichergestellt.Fernwärmeversorgung.Hauptfernwärmeleitungen sind im Bereich des Flusses (Ahna) und in der Moritzstraße vorhanden. Die Kälte- und Wärmeversorgung wird überwiegend über Fernwärme gedeckt werden. Derzeit sind Fernwärmeübergabestationen im Gebäude des Science Parks sowie dem Hörsaal- und Campuscenter vorgesehen. Von dort soll das Studentenwohnheim versorgt werden.Stromversorgung.Die temporäre Stromversorgung der Gebäude Science Park und Studentenwohnheim kann über den Trafo im Torhaus A erfolgen. Hierfür müssen lediglich die Leitungen sowie die Verbindungskollektoren zwischen den Gebäuden errichtet werden.Telekommunikation.Die IT-Versorgung erfolgt analog zur Starkstromversorgung.Die Baukosten (KG 500) betragen ca. 2 800 000 EUR (brutto) für die technische Erschließung. Hierauf entfallen auf KG 510 (Geländeflächen) rd. 5 000 EUR, auf KG 520 (Befestigte Flächen) rd. 61 000 EUR, auf KG 537 (Kanal- und Schachtbauanlagen) rd. 279 000 EUR, auf KG 541 (Abwasseranlagen) rd. 1 800 000 EUR, KG 542 (Wasserversorgungsanlagen) rd. 278 000 EUR, KG 544 (Wärmeversorgungsanlagen) rd. 335 000 EUR, KG 546 (Starkstromanlagen) rd. 46 000 EUR und KG 547 (Fernmelde- und informationstechnische Anlagen) rd. 1 000 EUR.Als zeitlicher Rahmen für die Maßnahme sind ein Baubeginn für das 1. Quartal 2012 und ein Abschluss für das 1. Quartal 2013 vorgesehen.Auftrag des Verfahrens sind Leistungen für Ingenieurbauwerke gem. HOAI § 42 in den Leistungsphasen 3 bis 9 für die Anwendungsbereiche 1 (Wasserversorgung), 2 (Abwasserentsorgung) und 4 (Fernwärmeversorgung) gem. HOAI § 40 und Leistungen der Technischen Ausrüstung gem. HOAI § 53 in den Leistungsphasen 3 bis 9 für die Anlagengruppen 4 (Starkstromanlagen) und 5 (Fernmelde- und informationstechnische Anlagen) gem. HOAI § 51.Der Bewerber muss Erfahrungen im Bereich Neubau/Erweiterung/Modernisierung/Instandsetzung von Regenrückhaltebecken und Fernwärmeübergabestationen nachweisen. Weiterhin sind Erfahrungen mit der Durchführung von Maßnahmen innerhalb enger Baufelder, unter Abstimmung mit Freianlagenplanern, dem Überwinden von Höhenunterschieden, Neubau/Erweiterung von Trenn- und Mischwassersystemen, begehbaren Leitungsgängen/Verbindungskollektoren und mit der Durchführung von Maßnahmen unter Berücksichtigung von Infrastruktureinrichtungen von Bestandsgebäuden wünschenswert.