Versorgungsforschungsgutachten Kinder- und Jugendpsychatrie NRW
Vergeben wird der Gutachtenauftrag "Versorgungsforschungsauftrag Kinder- und Jugendpsychatrie NRW". Die näheren Einzelheiten zum Vergabeverfahren ergeben sich aus Ziffer VI.3) "Sonstige Informationen".
Die 19. Landesgesundheitskonferenz NRW sprach sich am 9.12.2010 dafür aus, Prävalenzen und Inzidenzen psychischer Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters sowie die vorhandenen Versorgungs- und Präventionsstrukturen bzw. Versorgungskapazitäten systematisch in einem Versorgungsforschungsgutachten zu erfassen. Die Ergebnisse des Gutachtens sollen als Grundlage für die Weiterentwicklung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung mit einem besonderen Fokus auf den Hilfestrukturen dienen. Im Rahmen der Begutachtung werden folgende Maßgaben zu erfüllen sein:
Die Ist-Situation ist anhand der Identifikation, Beschreibung und des Zusammenwirkens der wesentlichen Akteure im Umfeld von kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen sowie des kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungsgeschehens und der gesundheitlichen und sozialen Hilfebereiche in Nordrhein-Westfalen zu beschreiben. Erklärungsansätze für eine beschriebene Zunahme kinder- und jugendpsychiatrischer Problemstellungen sind anhand systematischer Auswertungen der Literatur und Studienlage unter Berücksichtigung der sich verändernden sozialen Rahmenbedingungen zusammenzufassen und zu bewerten sowie in Bezug auf Handlungsmöglichkeiten und Präventionsansätze auszuwerten.
Neben den differenzierten Angeboten der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen (z.B. niedergelassenen Ärzteschaft, Psychologen, Institutsambulanzen, Tageskliniken und vollstationäre Angebote) sind insbesondere die das medizinische Hilfesystem ergänzenden psychosozialen und pädagogischen Angebote zu erheben und zu analysieren. Das Zusammenwirken der verschiedenen berührten Fachdisziplinen im klinischen Bereich ist ebenso zu untersuchen, wie die Kooperationen innerhalb und zwischen den Sektoren der beteiligten Hilfesysteme. Auch aufsuchende Hilfen sind zu berücksichtigen.
Die Versorgungs- und Hilfeangebote sind im Hinblick auf das systemische Zusammenwirken im Sinne einer Hilfekette bzw. eines Hilfeverbundsystems unter besonderer Berücksichtigung der Schnittstellenproblematik sowie der Kooperationen zu untersuchen.
Es ist unter Berücksichtigung der derzeitigen Erklärungsansätze für die Zunahme kinder- und jugendpsychiatrischer Problemlagen eine praxisorientierte "Problemlösungsstrategie" mit entsprechenden Handlungsempfehlungen mit dem Ziel einer Optimierung der Versorgungs- und Hilfestrukturen zu entwickeln. Hierbei sind die besonderen Aspekte des großstädtischen und des ländlichen Raumes sowie weitere Spezifika und Entwicklungen sozio-demographischer und gesellschaftlicher Art (z.B. Anteil alleinerziehender Eltern, Patchwork Familien etc.) zu berücksichtigen. Ein besonderer Fokus ist auf gender- und kulturspezifische Aspekte zu richten. Einer speziellen Untersuchung bedürfen Zielgruppen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von psychischen Störungen (z.B. Kinder aus sozial belasteten Familien, Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern). In diesem Zusammenhang ist eine Prognose zur Entwicklung der zukünftigen Versorgungsbedarfe und daraus abzuleitender Veränderungsbedarfe der Versorgungsstrukturen zu erstellen. Als Zielhorizont kommt das Jahr 2025 in Betracht.
Die Durchführung dieser Vorhaben erfordert den Einsatz eines multidisziplinären Teams zumindest aus den Bereichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Psychologie, Sozialwissenschaften und Rechtswissenschaft.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-10-10.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-09-09.
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-09-09
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Auftragsbekanntmachung
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2011-09-21
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Ergänzende Angaben
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