Cloud-Lösung
Das ITDZ Berlin beabsichtigt die Beschaffung einer ganzheitlichen und umfassenden Cloud Computing Lösung für das Land Berlin. Ausgehend vom bestehenden konventionellen Rechenzentrumsbetrieb soll gestützt auf offene Industriestandards die Bereitstellung des Betriebs einer nahtlosen Virtualisierungs-Plattform erfolgen, welche die vorhandene Infrastruktur zukunftssicher ergänzt und perspektivisch die Architektur des Rechenzentrums vereinheitlicht, den IT-Betrieb vereinfacht und die Geschäftsergebnisse stärkt.
Die angestrebte Plattform soll über weitgehende Automatisierungsmöglichkeiten verfügen. Folgende Betriebssysteme, Server-Virtualisierungsprodukte, Applikations-Server-Produkte sowie Datenbank- und ERP-Produkte müssen grundsätzlich unterstützt werden:
— Serverbetriebssysteme:
—— Microsoft Windows (32 bit wie auch für 64 bit),
—— Redhat Linux (32 bit wie auch für 64 bit).
— Server-Virtualisierungsprodukte:
—— Citrix,
—— Microsoft,
—— VMware.
— Applikations-Server Produkte:
—— Microsoft Exchange Server,
—— Microsoft SharePoint Server,
—— JBoss Enterprise Middleware Suite,
—— Oracle Application Server.
— Datenbank Produkte:
—— Microsoft SQL-Server und
—— Oracle Database.
— ERP-Produkt:
—— SAP ERP Business Suite einschließlich der Industrial Solution for Public Sector.
Darüber hinaus ist unter Nutzung der anzubietenden Plattform für Server-Virtualisierung eine ganzheitliche Lösung zur Desktop-Virtualisierung anzubieten. Dabei gehört die Bereitstellung zentral im RZ gehosteter virtueller Desktops (Virtual Desktop Infrastructure, VDI) zur Kernanforderung. Die zusätzliche Unterstützung von Applikations- und Präsentations-Virtualisierung (Remote Desktop Services, RDS) ist erwünscht.
Für die initiale Beschaffung wird von einer Cloud Computing Lösung mit einer minimalen Start-Konfiguration von 300 VMs mit jeweils durchschnittlich 3 Cores / 6 GB RAM / 60 GB Storage. In einer späteren Ausbaustufe muss die Lösung auf mind. 2 000 VMs mit jeweils durchschnittlich 3 Cores / 6 GB RAM / 200 GB Storage skalierbar und ausbaubar sein.
Zusätzlich umfasst der Vergabegegenstand auch die Bereitstellung und den Betrieb von virtuellen Desktopsystemen.
Es sind als Gesamtsystem Hardware- und Software-Produkte (einschließlich der zugehörigen Wartungs- und Pflege-Verträge) eines oder mehrerer Hersteller entsprechend der nachfolgenden Anforderungen anzubieten, die zum Aufbau und Betrieb einer Rechenzentrums-Infrastruktur benötigt werden, die geeignet ist, Cloud-Services bereitzustellen und abzurechnen.
Weiterhin sind ergänzende Dienstleistungen zur Betriebsunterstützung durch den späteren Auftragnehmer (einschl. Professional Services der vorgenannten Hersteller) anzubieten.
Das Gesamtsystem muss es ermöglichen die nachfolgenden Cloud-Services zu realisieren:
— Infrastructure as a Service (IaaS).
Die IT-Ressourcen werden als virtualisierte und in hohem Maße standardisierte Services angeboten. Leistungsübergabepunkt: Der Kunde hat die volle Kontrolle über das IT-System vom Betriebssystem aufwärts, der Cloud Service Provider (CSP) verantwortet nur die IT-Ressourcen.
— Platform as a Service (PaaS).
Der CSP stellt eine komplette Infrastruktur bereit und bietet dem Kunden auf der Plattform standardisierte Schnittstellen an, die von Diensten des Kunden genutzt werden.
Leistungsübergabepunkt: Der Kunde hat keinen Zugriff auf die darunterliegenden Schichten (Betriebssystem, Hardware), er kann auf der Plattform eigene Anwendungen unter seiner Kontrolle laufen lassen, der CSP verantwortet die IT-Plattform und ggf. Werkzeuge zur Anwendungsentwicklung.
— Software as a Service (SaaS).
Der CSP stellt direkt nutzbare (vertikale bzw. horizontale) Anwendungen als Service bereit. Leistungsübergabepunkt: Der Kunde hat nur noch die Kontrolle über die Client-seitigen Komponenten, der CSP trägt die Verantwortung auf der Server-Seite.
Dies ist technisch beispielsweise mittels virtueller Maschinen, Storage, Netze, Appliances und Applikationen umzusetzen.
Die Bereitstellung von Cloud Services soll durch das ITDZ einerseits für das eigene Unternehmen erfolgen, andererseits als mandantenfähigen shared Infrastructure für dedizierte Kunden des ITDZ. Die Cloud Infrastruktur wird im ITDZ-eigenen Rechenzentrum betrieben (Private Cloud - on premise). Eine Einbindung externer Cloud-Anbieter (Public Cloud) in die betriebene Private Cloud (Hybrid Cloud) ist nicht vorgesehen.
Für den Betrieb der Gesamtlösung wird folgende Schichten-Architektur zur Abgrenzung der Leistungsübergabepunkte vorgesehen:
— Cloud-Services (Bereitstellung durch AG, Anwendung durch Kunden des AG),
— Cloud-Plattform (Betrieb durch den AG, Betriebsunterstützung durch AN),
— Infrastrukturkomponenten (Betriebsbereite Lieferung durch AN).
Die Leistungen des künftigen Auftragsnehmers (AN) umfassen die betriebsbereite Erstlieferung der Cloud-Plattform (Services inkl. Infrastruktur) sowie die Erweiterungslieferung von Infrastruktur-Komponenten einschließlich deren Integration in die aufzubauende Cloud-Plattform, sowie jeweils die Herstellung und Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft des Gesamtsystems.
Die Dienstleistungen des Auftragnehmers ergänzen die vorgenannten Lieferleistungen und unterstützen darüber hinaus nach Bedarf das ITDZ für den Betrieb der Cloud-Plattform und für die Bereitstellung von Cloud-Services.
Es ist eine ganzheitliche und vollständige Systemlösung zum Betrieb einer virtuellen Rechenzentrums-Infrastruktur anzubieten, die es erlaubt, unterschiedliche Cloud-Lösungen bereitzustellen, zu überwachen und abzurechnen. Insbesondere umfasst die Lösung:
— Server-Infrastruktur,
— Netzwerk-Infrastruktur,
— Storage-Infrastruktur,
— Virtualisierungs- und Management-Software.
Zu der mit anzubietenden Netzwerkinfrastruktur zählen nicht zentrale Komponenten der Netzwerksicherheit wie z.B. Firewalls und Verschlüsselungskomponenten.
Das Management der Cloud-Infrastruktur muss als integriertes System möglich sein. In diese Lösung müssen sich softwarebasierte Application Delivery Controller und Sicherheitselemente nahtlos integrieren lassen.
Da die verschiedenen Systemlösungen nicht unbegrenzt skalieren und aus Verfügbarkeitsgründen redundant ausgelegt werden müssen, werden ggf. zwei oder mehr Systemteile zum Einsatz kommen. Berücksichtigen Sie für diesen Fall hinsichtlich der Netzwerk-Infrastruktur auch die Verbindung dieser Systeme untereinander. Diese Verbindungselemente sind mit anzubieten.
Betriebssysteme der Virtualisierungsumgebung und andere systemnahe Software sind in dem Umfang mit anzubieten, wie sie für eine betriebsbereite Übergabe der angebotenen Systemlösung erforderlich sind. Betriebssysteme, die innerhalb der Virtuellen Maschinen zum Einsatz kommen, sind nicht mit anzubieten; diese werden vom ITDZ beigestellt. Grundsätzlich wird bevorzugt, dass der Virtualisierungs-Layer direkt auf der Server-Hardware-Infrastruktur läuft und nicht innerhalb eines klassischen Betriebssystems bereitgestellt wird.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-03-26.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-02-24.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-02-24
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Auftragsbekanntmachung
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2013-02-11
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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2015-06-26
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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