Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzeptes für die eigenen Liegenschaften der Stadt Wolfenbüttel
Es soll ein Klimaschutzkonzept für die eigenen Liegenschaften der Stadt Wolfenbüttel erstellt werden, das signifikante Energie- und CO2-Einsparpotenziale aufweist. In diesem Zusammenhang hat die Stadt Wolfenbüttel einen Antrag zur Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzeptes für die eigenen Liegenschaften der Stadt Wolfenbüttel bei dem Projektträger Jülich im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gestellt. Eine Auftragserteilung findet vorbehaltlich einer positiven Förderentscheidung nach Erhalt des Zuwendungsbescheids statt.
Bei dem Projekt bedarf es einer grundlegenden energetischen Untersuchung der Objekte. Darauf basierend sollen konkrete Maßnahmenkataloge erstellt werden, die die spezifischen Verhältnisse und Aufgaben der Stadt Wolfenbüttel berücksichtigen und individuell angepasste Problemlösungen aufzeigen. Um dieses Ziel erreichen zu können, werden Nutzer und Verbraucher in die Erarbeitung des Konzepts einbezogen. Dadurch soll auch eine grundsätzliche Akzeptanz für das Konzept und die Bereitschaft für eine innovative Umsetzung erzeugt werden.
Darüber hinaus soll ein Klimaschutzmanagement entwickelt werden, das eine kontinuierliche Überwachung der Klimawirkungen ermöglicht und Auswirkungen von Maßnahmen aufzeigt.
Inhalte des Projekts.
Für keines der Gebäude soll zum jetzigen Zeitpunkt eine Feinanalyse (Baustein 3) erstellt werden. Im Folgenden werden die vorgesehenen Arbeitspakete der Bausteine 1 und 2 beschrieben:
Baustein 1 Klimaschutzmanagement.
1. Basisdatenbewertung
Voraussetzung für die Erfassung von klimaschutzrelevanten Schwachstellen der Gebäude ist eine persönliche.
Besichtigung. Die dabei erhobenen Daten und die von der Stadt erfassten Verbrauchs- und Gebäudedaten werden in einer Datenbank zusammengestellt.
Um eine Vergleichbarkeit zwischen den Liegenschaften herzustellen, werden Verbrauchskennzahlen (inkl. Witterungsbereinigung) ermittelt. Mit ihnen wird die liegenschaftsspezifische Verbrauchsentwicklung bis heute dargestellt. Der festgestellte Ist-Zustand wird unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung über 5 und 10 Jahre fortgeschrieben. Dadurch ist zu erkennen, wie hoch die Verbräuche sein werden, wenn an den Gebäuden keine Änderungen vorgenommen werden. Die Abschätzung der künftigen Energiekosten basiert auf einer mittleren Preissteigerungsrate.
Die Einsparpotenziale für Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen werden anhand der erreichbaren.
Optimalzustände für die einzelnen Liegenschaften ermittelt.
2. Entwicklung eines Organisationskonzeptes
Es werden vorhandene Zuständigkeiten, Dienst-/Arbeitsanweisungen sowie Personalbedarf erfasst und darauf basierend Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Dabei wird u.a. auch die Möglichkeit der Ausgliederung von Teilaufgaben berücksichtigt. Besonderer Wert wird auf eine dauerhafte aktive Beteiligung und damit Motivation der Nutzer gelegt.
Um die Nutzer in das Vorhaben aktiv einzubinden, können folgende Maßnahmen ergriffen werden – das genaue.
Vorgehen wird im Rahmen der Konzepterstellung festgelegt:
— ein Termin zur Vorstellung und Beratung des Projekts in den Entscheidungsgremien des Auftraggebers,
— Organisation, Moderation und Auswertung von drei Treffen einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe oder alternativ dazu,
— inhaltliche und organisatorische Vorbereitung, Veranstaltung und Auswertung eines Workshops mit Nutzern.
Für die nächsten drei Jahre wird ein zeitlicher Ablaufplan mit den Arbeitsschritten für die Einführung eines Klimaschutzmanagements erarbeitet.
3. Entwicklung eines Controllingkonzeptes
Es werden praxistaugliche Varianten zur kontinuierlichen Datenerfassung und -auswertung sowie zur Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen und ggf. deren Anpassung aufgezeigt und Anforderungen an eine entsprechende Datenverwaltung zusammengestellt. Eine größtmögliche Beteiligung der Nutzer wird dabei angestrebt.
Die Ergebnisse des Bausteins 1 werden in einem ersten Klimaschutzbericht (Klimaschutzkonzept) zusammengestellt. Für die Öffentlichkeitsarbeit wird eine Kurzversion des Berichts angefertigt.
Alle erfassten und aufbereiteten Daten werden dem Auftraggeber in einer bearbeitbaren Dateiform übergeben.
Der Baustein 1 wurde für 87 Gebäude beantragt, darunter befinden sich 47 Gebäude mit einer BGF < 1 000 m²;
29 Gebäude mit einer BGF 1 000 - 3 000 m² und 11 Gebäude mit einer BGF > 3.000 m².
Baustein 2 Gebäudebewertung.
Es erfolgt eine energetische Untersuchung aller Gebäude mit folgendem Umfang:
— Daten vor Ort und nach Plan erheben: Geometrie des Gebäudes, technische Gebäudeausrüstung, überschlägige Hüllflächenaufnahme,
— Hüllflächen anhand von Typologien bewerten,
— Bilddokumentation des Gebäudes erstellen (Fenster, Dach, Heizung (Kessel, Verteilung), Lüftung.
Schwachstellen und Defekte).
— Energiebedarf nach einem vereinfachten Verfahren (z.B. DIN 4108-6 für baulichen Teil oder DIN 4701-10 für Haustechnik) berechnen und mit Verbrauchsdaten abgleichen,
— Sanierungsoptionen bei einzelnen Bauteilen oder des gesamten Gebäudes sowie der Anlagentechnik inkl. Bewertung des Energieeinsparpotenzials darstellen,
— unter Verwendung von Kostenkatalogen Investitionskosten ermitteln,
— umfassende wirtschaftliche Betrachtungen der gebäudespezifischen Investitionen einschließlich Hinweise auf Finanzierungsmöglichkeiten,
— Analyse der Dächer auf PV-Tauglichkeit inkl. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.
Aus den Ergebnissen der Gebäudebewertung werden strategische Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Verbesserungsmaßnahmen (investive und nicht investive) abgeleitet. Dabei werden Hinweise aus dem im Rahmen der Klimaschutzinitiative geförderten Integrierten Klimaschutzkonzepts der Gemeinde.
Liebenburg für die Modellregion Nördliches Harzvorland und Nordwestharz „Verknüpfung von Energieeffizienz und Einsatz von Erneuerbaren Energien im Verbund von 13 Kommunen (MP-EEV)“, das auch allgemeine.
Betrachtungen zur Stadt Wolfenbüttel beinhaltet, berücksichtigt.
Basierend auf dem Maßnahmenkatalog wird ein zeitlicher Ablaufplan für die Umsetzung der Maßnahmen erarbeitet. Dabei werden auch die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse berücksichtigt. Alle Maßnahmen werden mit Zeitaufwänden bewertet und in einem Ablaufplan dargestellt. Daraus abgeleitet wird ein Investitionsplan erstellt.
In einem Konzept für Öffentlichkeitsarbeit werden Instrumente der internen Kommunikation beschrieben ebenso wie öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. Weitere Mittel zur Nutzermotivation werden dargelegt und erläutert.
Die Ergebnisse des Bausteins 2 werden in das bestehende Klimaschutz-Management (Baustein 1) implementiert, wobei die Inhalte der beiden Bausteine teilweise parallel erarbeitet werden.
Der Baustein 2 wurde für 62 Gebäude beantragt, darunter befinden sich 33 Gebäude mit einer BGF < 1 000 m²;
20 Gebäude mit einer BGF 1 000 - 3 000 m² und 9 Gebäude mit einer BGF > 3 000 m².
In die Konzepterstellung eingebundene Akteure:
Die projektbegleitende Einbindung von Akteuren und Nutzern soll zum einen zu praktikablen Lösungsansätzen führen und zusätzlich eine hohe Akzeptanz und daraus resultierende große Motivation zur anschließenden.
Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen bewirken.
Als Akteure werden beispielsweise Anlagenverantwortliche (z.B. Hausmeister), Verwaltungsmitarbeitende und Kommunalpolitiker gesehen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-08-16.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-07-16.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2012-07-16
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Auftragsbekanntmachung
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