Erstellung von Hochwassergefahrenkarten in Baden-Württemberg - Hydrologische und hydraulische Berechnungen an Fließgewässern zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten im TBG 330 (Acher-Rench)

Regierungspräsidium Freiburg / Referat 53.1

In Baden-Württemberg werden flächendeckend Hochwassergefahrenkarten erstellt. Die Karten stellen die flächenhafte Ausdehnung von Überflutungen bei verschiedenen Hochwasserereignissen (HQ 10, HQ 50, HQ 100, HQ extrem) sowie Überflutungstiefen für HQ 100 dar. Sie dienen einerseits der Information über die Hochwassergefahr und sind sie Grundlage für unterschiedliche gesetzliche Regelungen. Die Veröffentlichung der Karten erfolgt auch im Maßstab der Flurkarten. Daher muss eine hohe Genauigkeit, insbesondere Innerorts sichergestellt werden.
Es sind hydrologische und hydraulische Berechnungen durchzuführen. Die Ergebnisse sind im GIS aufzuarbeiten. Einheitliches Datenformat für die Aus- und Abgabe der Daten ist ESRI ArcGIS 9.3.1. Für die Bearbeitung sind (mindestens) die Erweiterungen „3D-Analyst“ und „Spatial Analyst“ notwendig. Die Ergebnisse sind im wesentlichen als Daten abzugeben.
Zur Verdeutlichung der anstehenden Arbeiten wird den Bewerbern der ENTWURF des technischen Teils des Leistungsverzeichnisses zur Verfügung gestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass sich dieses Leistungsverzeichnis bis zur Angebotsaufforderung noch ändern kann. Der veröffentlichte Entwurf ist lediglich dazu gedacht die Schwierigkeit der Aufgabe den Bewerbern besser zu beschreiben und hat für die spätere Angebotsabgabe keinen bindenden Charakter.
Im wesentlichen sind folgende Bearbeitungsschritte vorzusehen:
A) Datengrundlagen.
Folgende Datengrundlagen werden digital zur Verfügung gestellt.
A.a) Vermessungsdaten.
A.a.1) Digitales Geländemodell (DGM) der Landesvermessungsverwaltung als GRID (1 x 1m) und als Terrain.
A.a.2) Terrestrische Vermessungen von Gewässer und Bauwerken in der Regel durch Profile. Übergabe als PersonalGeoDataBase, nach den Vorgaben von WPROF.
A.b) Hydrologie.
Wo vorhanden wird die Regionalisierung des Landes Baden-Württemberg, ergänzt um weitere Knoten und unter Berücksichtigung von Hochwasserrückhaltebecken zur Verfügung gestellt. Übergabe als Tabelle. Diese Daten sind zu plausibilisieren.
Für die Gewässerabschnitte östlich der Bundesstraße 3 werden die hydrologischen Daten basierend auf Flussgebietsmodellberechnungen als Hochwasserwellen im ASCII-Format bereitgestellt.
Für den Bereich westlich der Bundesstraße 3 hat der Auftragnehmer (AN) die Hydrologie neu zu berechnen. Hier wird die Hochwasserentstehung maßgeblich durch die Grundwasser / Oberflächenwasser Iteration beeinflusst.
A.c) Weitere Datengrundlagen.
Geobasisdaten wie ALK, Atkis, TK, Ortofotos und das Gewässernetz werden als Raster- oder Vektordaten in den jeweiligen ESRI-Formaten digital zur Verfügung gestellt.
A.d) Sonstige Datengrundlagen.
Vorhandene Untersuchungen werden, sofern diese vorliegen, in der jeweils vorliegenden Form zur Verfügung gestellt.
B) Hydraulische Modelle.
Je nach Komplexität der Situation sind für die hydraulischen Berechnungen unterschiedliche Berechnungsmodelle einzusetzen, ggf. unter Berücksichtigung des Grundwassers. In der Regel wird die Wahl der Modellierung vom AG nicht vorgegeben. Im Fall einer Beauftragung ist vom AN ein Gesamtkonzept aufzustellen und mit dem Auftraggeber (AG) abzustimmen.
C) Gewässerschlauch.
Zur Darstellung der Überflutungen wird ein digitales Geländemodell (DGM) mit integriertem Gewässerschlauch benötigt. Dieses wird vom AG als Entwurf zur Verfügung gestellt und muss vom AN geprüft werden. Bei Unstimmigkeiten hat der AN dieses zu überarbeiten.
D) Korrektur der Randbereiche.
Die Überflutungsflächen werden auf Basis des wasserwirtschaftlich relevanten digitalen Geländemodells als GRID (1 x 1m) erstellt. Hierbei wird es insbesondere in den Randbereichen zu unplausiblen Darstellungen kommen. Deshalb müssen diese Bereiche vom AN korrigiert werden.
E) Deichbreschen.
Für die Gewässer Rench, Renchflutkanal, Acher und Acherflutkanal, sowie möglicherweise auch noch an anderen Gewässern müssen Deichbruchszenarien berechnet werden.
F) Arbeitskarten.
Vom AN sind zur ersten Plausibilisierung durch den AG Arbeitskarten als pdf-Dateien zur erstellen. Diese müssen der vorgegebenen Darstellung für Hochwassergefahrenkarten in Baden-Württemberg entsprechen.
G) Ergebnisübergabe.
Vom AN werden abschließend nicht fertige Karten sondern die entsprechenden digitalen Geodaten verlangt. Die eigentlichen Hochwassergefahrenkarten werden vom AG auf Basis der abgegeben Daten selbst erstellt. Dies bedeutet, dass Korrekturen und Anpassungen nicht in der Kartographie erfolgen können, sondern zwingend in den Daten erfolgen müssen. Die Ergebnisse der Flächenausbreitung sind als Polygon zu übergeben. Die Tiefendarstellung als korrigiertes GRID. Zusätzlich werden weitere Arbeitsergebnisse wie z.B. das überarbeitete DGM, Wasserspiegellagen und verlängerte Querprofile verlangt.
Aufgrund der durch die vorgegebene Vorgehensweise sehr großen Datenmenge und des schnellen, umfangreichen elektronischen Austauschs von Daten ist eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der elektronischen Datenverarbeitung und auch des Datenaustausch über das Internet unbedingt erforderlich.
Für die Bearbeitung und Abgabe der digitalen Geodaten ist zwingend ArcGIS 9.3.1 einzusetzen.
Die vom AN vorgelegten Ergebnisse werden in einem mehrstufigen Verfahren einer umfangreichen Qualitätsprüfung unterzogen.
H) Bewerbung.
Die Bewerber müssen Ihre Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag, der mit dem vorgegebenen Kennzeichnungszettel versehen ist an die ausschreibende Stelle senden.
I) Weitere Informationen.
Auf der Internetseite www.hochwasseronline.de stehen weitere Informationen, Karten, Musterbewerbungen, Kennzeichnungszettel u.ä. zur Verfügung.
J) Fragen zur Ausschreibung.
Fragen zur Ausschreibung sind ausschließlich schriftlich (per E-Mail) an die folgende Adresse zu richten: seitz@istw.de. Von dort werden die Fragen schriftlich (per E-Mail) beantwortet.
Alle eingegangenen Fragen und die zugehörigen Antworten werden anonym auf der Internetseite www.hochwasseronline.de unter der Rubrik „Fragen und Antworten“ allen Beteiligten zur Kenntnis gegeben.
Fragen müssen bis spätestens Montag, 26.3.2012, 12:00 Uhr vorliegen. Diese Rubrik wird letztmalig am Mittwoch, 28.3.2012, 12:00 Uhr aktualisiert.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-04-03. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-02-21.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-02-21 Auftragsbekanntmachung
2012-08-10 Bekanntmachung über vergebene Aufträge