Erweiterung der Gebäude des Alfred-Wegener-Institus für Polar- und Meeresforschung, Forschungsstelle Potsdam, Leistungen der Objektplanung gem. § 33 HOAI
Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung beabsichtigt, südöstlich der Potsdamer Innenstadt auf dem denkmalgeschützten Telegrafenberg das bestehenden Labor- und Bürogebäude (BGF rd. 2.220 m²) durch 2 Neubauten mit einer BGF von rd. 3.800 m² gesamt für voraussichtlich 10,45 Mio. € netto (KG 200 - 700) zu erweitern. Das Neubauvorhaben umfasst 2 Gebäude mit weiteren Labor- und Büroräumen, die als freistehende Baukörper zu dem bestehenden Solitärgebäude ergänzt werden sollen.
Auf dem Telegrafenberg in Potsdam wurden im 19. Jahrhundert mehrere Observatorien errichtet, 1919 bis 1924 erfolgte der Bau des Einsteinturms. Die Klinkergebäude der Observatorien sind vom Baustil Karl Friedrich Schinkels beeinflusst. Mit Ausnahme des Einsteinturms (Architekten Erich Mendelsohn) wurden sie von dem Architekten und Oberbaudirektor Paul Emanuel Spieker im klassizistischen Stil eines englischen Landschaftsgartens errichtet.
Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung. Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts besteht seit 1992. 1999 wurde der 3-geschossige Labor- und Büroneubau (Architekt Prof. Oswald Mathias Ungers) fertig gestellt und an die Forschungsstelle Potsdam übergeben.
Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und einem Teil des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) bildet die Forschungsstelle Potsdam den Wissenschaftspark „Albert Einstein“ auf dem Telegrafenberg in Potsdam.
Der Wissenschaftspark ist umgeben von Flächen des Landschaftsschutzgebiets „Potsdamer Wald- und Havelseegebiet“. Der Standort des AWI (Teilfläche 3 des Bebauungsplanes Nr. 123) befindet sich an der östlichen Grenze des Wissenschaftsparks zwischen der Albert-Einstein-Straße und dem Helmertweg. Er ist geprägt von seiner topografischen Lage am Fuß des Bergs mit einem Höhenunterschied zwischen Albert-Einstein-Straße und Helmertweg von rd. 4-5 m.
Ausgangspunkt aller Planungsüberlegungen für das bestehende 3-geschossige, halbkreisförmige Labor- und Bürogebäude von Prof. Oswald Mathias Ungers war der Lennésche Landschaftspark. Die innere Struktur des Neubaus entwickelte sich aus den funktionalen Vorgaben eines Labor- und Verwaltungsgebäudes modernster Gebäudetechnik. Die äußere klare Geometrie setzt sich im Inneren fort. Zentrum des Gebäudes ist eine halbrunde, von oben belichtete Halle, von der aus alle Räume über Galerien erreichbar sind. Labor- und Technikflächen befinden sich im Untergeschoss und im Erdgeschoss, Büroflächen in den beiden Obergeschossen.
Die beiden Erweiterungsbauten des Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung sollen dem Ensembleschutz der historischen Bestandsbauten in der landschaftsgärtnerisch gestalteten Anlage des Telegrafenbergs Rechnung tragen. Entsprechend der vorliegenden Machbarkeitsstudie und der Ausweisung im Bebauungsplan Nr. 123 sollen die Neubauten nördlich und südlich des bestehenden AWI-Institutsgebäudes errichtet werden. Neubauten und Bestandsgebäude sollen unterirdisch verbunden werden. Das Raumprogramm für die Erweiterungsbauten sieht eine Nutzfläche von rd. 3.200 m² vor, davon ca. 50 % Labor- (Schutzstufe 1) und Technikflächen.
Da für Bauten des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) für Polar- und Meeresforschung Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle spielen, sind diese Themen im Rahmen der Planung und Realisierung zu berücksichtigen. Wirtschaftlichkeit in Planung, Ausführung und Betrieb, die Minimierung der Lebenszykluskosten und die Optimierung der Energieeffizienz der Gebäude werden vorausgesetzt.
Zielsetzung ist es, einen architektonisch hochwertigen und den anspruchsvollen wissenschaftlichen/ technischen Rahmenbedingungen angepassten Gebäudekomplex zu errichten. In Bezug auf Nachhaltigkeit soll der Silber-Standard (DGNB) angestrebt und die Vorgaben der ENEV 2009 um 30 % unterschritten werden.
Vergeben werden sollen die Grundleistungen nach § 33 HOAI, Leistungsphase 2-8. Die Vergabe erfolgt stufenweise, ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen. Die Leistungen werden nach HOAI § 34, Honorarzone IV Mindestsatz vergütet.
Die Baumaßnahme der AWI Forschungsstelle Potsdam zeichnet sich wie folgt aus:
1. Typologie: Büro- und Laborgebäude
2. Einbindung des Neubauvorhabens in ein städtebauliches Ensemble eines Wissenschaftsparks
3. Einbindung des Neubauvorhabens in einen denkmalgeschützten Landschaftspark
4. Städtebaulich-architektonische Ergänzung eines bestehenden Solitärgebäudes
5. Größenordnungen: BGF Neubau (2 Erweiterungsgebäude): ca. 3 800 m²; BGF Bestandsgebäude: 2 220 m²
6. Für die Planung und Ausführung sind ca. 30 Monate vorgesehen
7. Fertigstellung: Ende 2015
8. Gesamtbaukosten-Obergrenze netto 10 450 000 EUR (KG 200-700 nach DIN 276 neu).
9. Davon sind: Kgr. 300: netto 4 520 000 EUR, Kgr. 400: netto 2 160 000 EUR
Folgende Planungsgrundlagen zur Erweiterung der Forschungsstelle liegen bereits vor und werden in der 2. Stufe des VOF-Verfahrens den zum Verhandlungsverfahren eingeladenen Bietern zur Verfügung gestellt:
— Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Forschungsstelle Potsdam, Winkens Architekten, Berlin, 10.9.2009,
— Bebauungsplan Nr. 123, „Wissenschaftspark südlicher Telegrafenberg“, Stand 22.11.2011,
— Bebauungsplan Nr. 123, „Wissenschaftspark südlicher Telegrafenberg“, Begründung, Stand November 2011,
— Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Bebauungsplan Nr. 123,
— Biotopenübersicht Standort Telegrafenberg, 27.5.2009,
— Rahmenplanung zur Entwicklung des Telegrafenberges, Entwurf Juli 2008, Landeshauptstadt Potsdam, Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung.
Die für die Auftragsverhandlungen ausgewählten Bewerber werden aufgefordert, einen konzeptionellen Lösungsansatz für die Neubaumaßnahme in Verbindung mit dem Bestandsgebäude auszuarbeiten. Die genaue Aufgabenstellung wird mit der Einladung zur Auftragsverhandlung mitgeteilt. Die Ausarbeitungszeit beträgt ca. 4 Wochen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-10-05.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-09-04.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-09-04
|
Auftragsbekanntmachung
|
2012-09-18
|
Ergänzende Angaben
|
2013-09-16
|
Bekanntmachung über vergebene Aufträge
|