Generalplanerleistungen Umbau und Sanierung des Studentenhauses und der Mensa in Erlangen (Langemarckplatz 4)
Der Auftraggeber plant den Umbau und die Sanierung des Studentenhauses und der Mensa in Erlangen. Das Studentenhaus am Langemarckplatz 4 in der Erlanger Innenstadt wurde ca. 1930 errichtet und Mitte der 1980er Jahre letztmalig umgebaut und saniert. Im Gebäude befinden sich derzeit auf ca. 4 650 m² Mensa und Cafeteria einschließlich Küchenbetrieb sowie ein Saal für Veranstaltungen und zentrale Verwaltungsräume des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg.
Der Auftraggeber beabsichtigt zu diesem Zweck einen Generalplaner zu beauftragen, der für folgende Planungsleistungen verantwortlich ist:
— Architektenleistungen,
— Küchenplanung,
— Heizung, Lüftung, Sanitär (HLS),
— Elektrik,
— Statik,
— Brandschutz,
— Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination (SiGeKo).
Die Planungsleistungen sollen die Leistungsphasen 3 bis 9 umfassen.
Beschreibung der baulichen Aspekte: Es sind umfangreiche bauliche Eingriffe in die Gebäudestruktur notwendig. Eine bauliche und betriebliche Trennung in Rein- und Unreinbereiche gemäß den Anforderungen der Hygiene und der Arbeitsstättenrichtlinie muss in allen relevanten Bereichen hergestellt werden. Die funktionale, jedoch hauptsächlich die hygienische räumliche Zuordnung der Küchen- und Küchennebenräume muss den heutigen Erfordernissen aus der Lebensmittelhygieneverordnung entsprechen.
Es muss eine klare Trennung zwischen öffentlichen und betrieblichen Bereichen einschließlich der jeweiligen Gebäudezugänge und der inneren Verkehrsflächen bestehen. Davon betroffen sind vor allem zentrale Nutzungen wie der Küchenbetrieb, Zugänge, Aufzüge, Umkleiden, WC-Anlagen sowie Aus- und Rückgabebereiche. Die Grundrissorganisation muss dahingehend korrigiert werden, dass betriebliche, öffentliche und verwaltungsinterne Wegführungen voneinander separiert werden. Somit wird auch die Möglichkeit geschaffen, die einzelnen Bereiche gleichzeitig oder getrennt voneinander zu betreiben.
Das Gebäude muss barrierefrei gestaltet werden. Eine entsprechende Ausstattung und die Erreichbarkeit aller öffentlich zugänglichen Geschosse und Räumlichkeiten muss im Hinblick auf die aktuellen Vorschriften hergestellt werden. So soll z.B. die Zugänglichkeit zu Speisesaal und Mensa zukünftig über einen Personenaufzug barrierefrei bestehen.
Die notwendige Anpassung an die genannten Anforderungen führt zu einem erhöhten Flächenbedarf für die Mensa- und Küchennutzung einschließlich ihrer Flächen für Technische Gebäudeausrüstung und Küchentechnik.
Fußböden und Decken: Ferner müssen undichte Fußbodenaufbauten und Decken sowie intensive Beton- und Betonstahlschädigungen an Teilen der Decken behoben werden. Die vorhandene Decke über dem Untergeschoss ist in verschiedenen Bauabschnitten hergestellt worden. Der ältere Teil ist mit einer „Hourdisdecke“ (Ziegelplattendecke auf Stahlträgern) errichtet worden. Die Stahlträger müssen sowohl im Hinblick auf die Deckenstatik als auch auf den Brandschutz saniert und verkleidet werden.
Ein Bauabschnitt des Gebäudes wurde in den 1960er Jahren errichtet. Hierbei wurden für weit gespannte Decken Stahlbeton-Rippendecken eingebaut, die in Schalkörpern aus Holzwolle-Leichtbauplatten betoniert wurden (Perfekta-Decken). Bei den Untersuchungen im Studentenhaus wurden Mängel festgestellt.
Energetische Qualität: Aufgrund des Baualters der vorhandenen Bauteile und der folglich hohen Transmissionswärmeverluste besteht Bedarf zur Verbesserung der energetischen Qualität der Gebäudehülle. Dies ist durch erhöhte Dämmung der wärmeabgebenden Flächen und durch die Beseitigung von Wärmebrücken zu erreichen.
Bauphase: Die Bauphase im Studentenhaus beginnt in Abhängigkeit von der Fertigstellung der Büroflächen im Gebäude Hofmannstraße und der Errichtung eines Provisoriums für den Mensabetrieb. Die Interimslösung ist im Garten des Studentenhauses vorgesehen. Dort soll während der Bauzeit ein Speisesaal mit Toilettenräumen, Ausgabe, Regenerierküche und Spülküche eingerichtet werden. Diese Zwischenlösung ist in die Planung einzubeziehen.
Küchenplanung:
Die Mensa mit Cafeteria versorgt derzeit ca. 2 000 Gäste in der Mittagsversorgung sowie ca. 400 Gäste im Bereich der Zwischenverpflegung. Aufgabe des Küchenplaners wird es sein, eine durchgängige Trennung von reinen und unreinen Bereichen herzustellen. Vorbereitungsbereiche, die je nach zu verarbeitenden Lebensmitteln getrennt vorhanden sein sollen, und eine „Kalte Küche“ für die Zubereitung von Kaltspeisen müssen entstehen. Kühllager müssen in ausreichender Größe und Aufteilung vorhanden sein, damit die notwendige, getrennte Lagerhaltung von kühlwürdigen Produkten erfüllt werden kann. Bei der Entwicklung der Zugänge für das Küchenpersonal muss die Trennung in reine und unreine Bereiche beachtet werden. Die Konfiguration der thermischen Geräte muss zeitgemäßen und zukünftigen Produktionstechniken entsprechen. Die Kochprozesse müssen zukunftsorientiert gestaltet werden. Sofern es begründet sinnvoll ist, sind vorhandene Küchengeräte in die Planung zu integrieren.
Heizung, Lüftung, Sanitär (HLS):
Gewerk Sanitärinstallation: Die Anlagen müssen nach Erreichen ihrer Nutzungszeit saniert werden.
Gewerk Heizungsinstallation: Die Heizungsanlage muss nach Ablauf ihrer Nutzungszeit erneuert werden. Die technischen Einrichtungen müssen künftig dem Stand der Technik und den aktuellen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz entsprechen und die aktuellen Anforderungen an den Brandschutz erfüllen.
Gewerk Lüftungsinstallation: Die gesamte Anlage muss den Anforderungen an Brandschutz und Hygiene und dem Stand der Technik entsprechen. Die Lüftungsgeräte müssen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erfüllen. Zur Umsetzung eines energieeffizienten Betriebs sollen zusätzliche Technikflächen für Lüftungsgeräte in der Nähe der entsprechenden be- und entlüfteten Räume geschaffen werden. Dies kann unter anderem durch Anbauten im Bereich von bisher ungenutzten Flachdachflächen erreicht werden. Somit werden Systemverluste minimiert und gleichzeitig freie Flächen im Bereich der Hauptnutzungen geschaffen.
Elektrik:
Der Endenergiebedarf muss im Hinblick auf die zukünftigen, weiter steigenden Energiekosten deutlich gesenkt werden, dazu soll auch die Erneuerung der Gebäudetechnik beitragen. Das Studentenhaus verfügt im Bestand über eine Hauptverteilung im Erdgeschoss, welche direkt von der Trafostation der Erlanger Stadtwerke an der gegenüber liegenden Raumerstraße versorgt wird. Nach Auskunft der Stadtwerke liegt die in der Vergangenheit bezogene Leistung bei ca. 300 kVA. Im Gebäude ist eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit Zentralbatterie vorhanden. Die Batterieanlage ist in einem Abstellraum unterhalb der Treppe zum Speisesaal abgeordnet. Im Zuge der Generalsanierung des Gebäudes wird eine komplette Neuinstallation der Elektroanlagen vorzunehmen sein, welche den aktuellen energetischen und sicherheitstechnischen Standards entsprechen muss. Die Stromversorgung des Gebäudes ist an die Anforderungen der neuen Küchen- und Lüftungstechnik anzupassen. Die vorhandenen Aufzugsanlagen im Bereich der Küche sind aufgrund der Neuorganisation der Küche zu erneuern. Die Leuchten müssen den gängigen energiesparenden Standards entsprechen. Die Kabeltrassen müssen der Leitungsanlagenrichtlinie LAR entsprechen und dürfen in den Fluchtwegen keine unzulässigen Brandlasten darstellen. Die geltenden sicherheitsrelevanten Standards in Bezug auf Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlage, Leitungsanlagen und Rauchabzug sind einzuhalten. Eine flächendeckende Überwachung des Gebäudes mit automatischen Rauchmeldern und funktionsfähigen Brandschotts ist einzurichten. Die elektrische Versorgung des Provisoriums für den Mensabetrieb und der ausgelagerten Büros muss sichergestellt werden.
Brandschutz:
In den Bereichen Mensa, Cafeteria und der Versammlungsstätte im 2. Obergeschoss müssen voneinander unabhängige, bauliche Rettungswege geschaffen werden, die den verhältnismäßig hohen Besucherzahlen Rechnung tragen und die Rettungsweglängen ins Freie auf das vorgeschriebene Maß verkürzen. Zu diesem Zweck müssen unter anderem außen liegende Fluchttreppen errichtet werden und bauaufsichtlich zugelassene Notausgangstüren eingebaut werden. Darüber hinaus ist eine flächendeckende Überwachung der verschiedenen Nutzungsbereiche zur Verbesserung der Brandfrüherkennung und –meldung, der Personenrettung und zur Vermeidung von Brand- und Rauchausbreitung zwingend erforderlich.
Der Auftraggeber sieht vor, dass zunächst einmal wöchentlich Planungsbesprechungen stattfinden, an der alle Fachplaner anwesend sein müssen, während der Bauausführung sind Besprechungen ca. dreimal pro Woche vorgesehen, an denen die Fachplaner bei Bedarf anwesend sein müssen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-07-02.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-05-31.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-05-31
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Auftragsbekanntmachung
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2012-11-22
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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