Hochauflösendes Imaging-Massenspektrometer

Universität des Saarlandes

Allgemeine Anforderungen.
Das Analysensystem zur bildgebenden Massenspektrometrie wird zur ortsaufgelösten Bestimmung niedermolekularer Substanzen auf biologischen Oberflächen, wie z.B. Gewebeschnitten, eingesetzt werden. Zu diesem Zweck soll die sog. „Matrix-assisted Laser Desorption Ionization“ (MALDI)-Massenspektrometrie eingesetzt werden, die aufgrund ihrer Empfindlichkeit und ihrer Fähigkeit, intakte Biomoleküle von Oberflächen zu bestimmen, für diesen Einsatzzweck am besten geeignet ist. Die für den Einsatz notwendigen Komponenten des Systems sollen eine hochauflösende MALDI-Quelle beinhalten, die mit einem Hochfrequenzlaser für schnelle Messungen ausgestattet ist, und ein FTICR-Tandem-Massenspektrometer mit Ultrahochauflösung, um die Anzahl der detektierbaren Moleküle auf den Messoberflächen zu maximieren. Die extrem hohe Massenauflösung ist ausserdem für die Unterscheidung zwischen Zielmolekülen und endogenen Störsubstanzen erforderlich, die sich bei der bildgebenden Massenspektrometrie prinzipbedingt nicht entfernen lassen und instrumentell umgangen werden müssen.
Leistungsverzeichnis für obligatorische Komponenten des hochauflösenden Imaging-Massenspektrometers.
Allgemeines zum Gerät:
Die Inbetriebnahme erfolgt durch den Anbieter vor Ort.
Geräteeinstellung und Einweisung sind im Preis enthalten.
Die Lieferung erfolgt durch den Anbieter bis in den für den Betrieb vorgesehenen Raum.
Fracht, Verpackung und Versicherung sind im Preis inbegriffen.
Zahlungsbedingungen: 40 % nach Auftragserteilung, 40 % nach Lieferung, 20 % nach Abnahme.
Mindestens zweitägige Schulung von Vertretern der Nutzergruppe in die Benutzung des Gerätes und der Software.
Gewährleistung mindestens 1 Jahr außer Verschleißteile.
Detaillierte Anforderungen:
Für die Umsetzung unseres Vorhabens sind folgende Spezifikationen essentiell:
a. Ortsaufgelöste Messung der Zielsubstanzen bis zu 10 μm Detailauflösung auf der biologischen Oberfläche;
b. Komplette Software-Steuerung der Einstellung von Laserfrequenz, Laserenergie und Laser-Spotgröße innerhalb der Instrumentensoftware;
c. Verwendung eines hochfrequenten NdYAG Festkörperlasers mit einer Schussfrequenz von 1 kHz und Lebensdauer von mindesten 1 x 10 hoch 9 Laserschüssen;
d. Laser mit „Flat Top“-Fokusprofil zur kontrollierten und schonenden Abtragung der Messoberfläche, um eine möglichst vollständige Extraktion der Analytmoleküle vom Gewebe zu erreichen, ohne dieses zu zerstören;
e. FTICR-Analysator mit einer Magnetfeldstärke von mindestens 7 Tesla und wartungsarmen „Refrigerated“ Magneten, der keinen Stickstoff benötigt;
f. Möglichkeit der parallelen Electrospray-Ionisierung (ESI) und MALDI, in einem simultanen Experiment (innerhalb eines Meßscans), um eine echte interne Kalibration und relative Quantifizierung der oberflächengebundenen Zielmoleküle über einen Vergleich mit der ESI-Referenzprobe zu erreichen;
g. Bereitstellung von Ultrahochauflösung (m/Δ m) von mindestens 1.000.000 (m/z 400) in der FTICR-Meßzelle;
h. Bereitstellung von Tandem-MS (MS/MS)-Fähigkeiten, die es erlauben, in einer externen Kollisionszelle (Quadrupol, Hexapol oder vergleichbares Design), vor der eigentlichen hochauflösenden FTICR-Massenbestimmung, eine Isolation von Vorläuferionen mit „Unit Mass“ (Fensterbreite = 1 m/z) durchzuführen und über die sog. „Collision-induced Dissociation“ (CID) Produktionen bei niedrigen Kollisionsenergien zu erzeugen, die nachfolgend mit Ultrahochauflösung bestimmt werden können;
i. Möglichkeit zur hochauflösenden Isolation eines Vorläuferions (30 mDa Isolationsbreite oder schmaler) in der FTICR-Meßzelle und Ausschluss ungewünschter Ionen, um damit nachfolgend MS/MS-Experimente in der FTICR-Zelle durchzuführen;
j. Möglichkeit, „Electron Capture Dissociation“ (ECD) und „Sustained Off-Resonance Irradiation“ (SORI)-CID in der FTICR-Meßzelle durchzuführen;
k. Möglichkeit der Kombination des Quadrupols und der FTICR-Zelle, um gezielt einen schmalen m/z-Bereich oder ein einzelnes Ion in der FTICR-Zelle zu akkumulieren;
l. Bereitstellung einer Massengenauigkeit der m/z-Bestimmung von 1 ppm oder geringer, um Elementarformeln der niedermolekularen Zielmoleküle mit hoher Sicherheit zu bestimmen;
m. Möglichkeit der Durchführung der massenspektrometrischen Messung am gleichen Gewebeschnitt wie die nachfolgende histologische Untersuchung, mit anschliessender Koregistrierung von massenspektrometrischen und hochaufgelösten optischen Daten. Die mikroskopischen Daten müssen in voller Auflösung als virtuelles Slide mit den massenspektrometrischen Daten korreliert werden können;
n. Technische Vorrichtung zur Aufbringung der MALDI-Matrix auf die Gewebeschnitte, welches die Matrixlösung gleichmäßig und mit hoher Ortsauflösung auf die Oberfläche appliziert. Das Gerät muss die Qualität der Aufbringung während der Applikation überwachen, um eine gleichbleibende, reproduzierbare Qualität der Matrixschichtdicke, des Trocknungsgrades und der Oberflächenfeuchtigkeit zu gewährleisten.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-10-24. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-09-07.

Wer?

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Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-09-07 Auftragsbekanntmachung