Integration SOA und Bereitstellung der Anwendungsdomänen „Vertragsmanagement“ und „Abrechnung“ Bahnstrom 16,7 Hz

DB Energie GmbH

Die DB Energie GmbH - ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG - ist ein Energieversorgungsunternehmen, das auf die Versorgung von Eisenbahnverkehrsunternehmen spezialisiert ist. Das Unternehmen versteht sich als ganzheitlicher Energiemanager und bietet ein breit gefächertes, Energiearten übergreifendes Know-how unter einem Dach an. Das Spektrum reicht von der Lieferung von 16,7 -Hz-Bahnstrom über Gleichstrombahnen und 50-Hz-Licht- und Kraftstrom bis hin zu Diesel-/Mineralöllieferungen. Die DB Energie GmbH betreut als Komplett-Energie-Dienstleister für den Bahn Konzern eines der größten energieartenübergreifenden Portfolios in Deutschland.
Aufgrund aktueller Rechtsprechung ist für das 16,7-Hz-Bahnstromnetz eine Netzöffnung entsprechend der allgemeinen Vorschriften des EnWG erfolgt. Nunmehr sollen im nächsten Schritt die informationstechnischen Voraussetzungen zum regulatorisch erforderlichen Unbundling geschaffen werden. Somit müssen bisher integriert gestaltete Prozesse zum Energievertrieb und zum Netznutzungsmanagement für den Produktbereich 16,7 Hz (Traktionsenergie) buchhalterisch und informatorisch getrennt werden.
Die Umsetzung des Unbundling erfordert neben der Schaffung neuer Geschäftsprozesse (u.a. zur Abwicklung des Lieferantenwechsels) auch die erforderlichen Anpassungen der bestehenden Geschäftsprozesslandschaft. Daneben sind die fachlichen Anforderungen aus den ergänzten und veränderten Prozessen als auch die IT-seitigen Unbundling-Anforderungen gemäß EnWG und zugehörigen Verordnungen und Marktregeln (u.a. GPKE, MaBiS, WiM) in der zukünftigen IT-Landschaft mittels geeigneter IT-Architektur und Applikationen umzusetzen.
Ziel ist es, nach Abschluss des Programms (Ende 2015) mit adäquaten IT-Lösungen für die Geschäftsdomänen.
a. Vertragsmanagement
b. Abrechnung Energie und Netznutzung
c. Energiedatenmanagement
d. Marktkommunikation
e. Portfoliomanagement
f. Messdatenmanagement
g. Rechnungswesen
Die definierten Sollprozesse gesetzeskonform und effizient durchzuführen. Insbesondere ist die buchhalterische und informatorische Trennung der Prozesse zum Energievertrieb und zum Netznutzungsmanagement für den Produktbereich 16,7 Hz (Traktionsenergie) zu realisieren.
Zusätzlich wird das Programm dazu genutzt die bestehende 16,7 Hz Anwendungslandschaft zu erneuern, zu konsolidieren und auf eine zukunftsfähige technische Plattform zu migrieren.
Als erstes Zwischenziel werden im Rahmen des laufenden Verhandlungsverfahrens nachfolgend aufgeführte Lose ausgeschrieben:
Los 1 – Integration SOA.
Der Integrator ist die zentrale Rolle bei der Abbildung der vorgegebenen Geschäftsprozesse in Workflows auf Basis einer Service Orientierten Architektur. Seine Hauptverantwortlichkeit umfasst die Umsetzung der funktionalen Prozessmodellierung (u.a. mit BPMN 1.X, BPMN 2.0) und dem Workflow-Design, die Implementierung der technischen Prozesse (u.a. mit BPEL, BPMN 2.0, UML, Mock-up), die Erarbeitung der Fachfeinspezifikation für die Geschäftsdomänen und die Integration der festgelegten Anwendungsdomänen in die Workflows. Der Integrator zeichnet gegenüber der DB Energie für die gemäß Fachfeinspezifikation korrekte Realisierung der Geschäftsdomänen mit seinen Workflows, Funktionalitäten und Rollen verantwortlich.
Die Rolle des Integrators bezieht sich auf den oben angeführten Gesamtumfang an Geschäftsdomänen, d.h der Integrator nimmt die angeführten Aufgaben auch für die zukünftig auszuschreibenden und umzusetzenden Geschäftsdomänen wahr.
Los 2 – Bereitstellung der Anwendungsdomänen „Vertragsmanagement“ und „Abrechnung“.
Die Bereitstellung der Anwendungsdomänen umfasst die beiden Geschäftsdomänen „Vertragsmanagement“ sowie „Abrechnung Energie und Netznutzung", die mit Kaufsoftware und Standardprozessen inkl. Customizing und service-orientiert konforme Schnittstellen umgesetzt werden sollen.
Die Domäne „Vertragsmanagement“ bildet die Beziehungen zwischen den Marktteilnehmern aus Sicht des Lieferanten DB Energie über entsprechende Verträge ab. Diese können auch zur Ablage laufender Daten dienen und sind ein wichtiges Hilfsmittel bei der Abwicklung und Steuerung der Belieferungsprozesse des Lieferanten. Hierzu werden die betroffenen Stammdaten des Lieferanten im Wesentlichen über die Vertragsstruktur verwaltet. Die zu verwaltenden Verträge sind Versorgungsverträge, Lieferantenrahmenverträge, Messstellenrahmenverträge, Messrahmenverträge, Durchleitungsverträge, Netznutzungsverträge, Netzanschlussverträge und Anschlussnutzungsverträge. Ziel ist die Automatisierung und Optimierung des Vertragswesens über eine entsprechende Vertragsverwaltung und über die laufende Überwachung von Verträgen in den bisher identifizierten DB Energie-marktpartnerrelevanten Bereichen.
Die Domäne „Abrechnung Energie und Netznutzung“ umfasst jene Funktionalität, aus der aus Sicht des Lieferanten (DB Energie) Forderungen oder Verbindlichkeiten erzeugt werden. Mit der Erzeugung von Forderungen und Verbindlichkeiten wird in gleichem Zuge dargestellt, dass die Verfolgung entsprechender Positionen zu Zwecken von Ausgleichen, über die Zuordnung und Verwaltung zu Debitoren und Kreditoren gewährleistet sein muss. Dies beinhaltet die Verbrauchsabrechnung, die Netznutzungsabrechnung, die Abrechnung der Ausgleichsenergie, die Abrechnung der Energiebeschaffung sowie Mehr- und Mindermengenabrechnung. Zu den Teilfunktionalitäten zählen Rechnungsstellung, Rechnungseingang, Debitorenmanagement und Kreditorenmanagement.
Planung und Umsetzung weiterer erforderlicher Umsetzungsschritte/Zwischenziele (siehe oben: lit. c – g) erfolgen ggf. ab 2013 in einem oder mehreren separaten Verfahren.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-08-13. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-07-13.

Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-07-13 Auftragsbekanntmachung
2014-03-10 Ergänzende Angaben
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