Komplexerschließung Park Babelsberg, 5. BA (Lösch- und Brauchwassernetz), Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke für den Anwendungsbereich 1 (Wasserversorgung) gem. HOAI §§40 ff. sowie Fachplanungsleistungen der Technischen Ausrüstung
Komplexerschließung Park Babelsberg, 5. BA (Lösch- und Brauchwassernetz), Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke für den Anwendungsbereich 1 (Wasserversorgung) gem. HOAI §§40 ff. sowie Fachplanungsleistungen der Technischen Ausrüstung für die Anlagengruppen 5 (Fernmelde- und informationstechnische Anlagen, hier Anschaltung, Steuerung und Signalverarbeitung der Schieber), 7 (Nutzungsspe-zifische Anlagen, hier Spannungsversorgung Stellantrieb Brunnenanlagen und Wasserspiele) und 8 (Gebäudeautoma-tion, hier Automatisierung und Visualisierung der Schiebersteuerung von Brunnenanlagen und Wasserspiele) gem. HOAI §§51 ff.
Die 124 ha großen Anlage des Parks Babelsberg am Havelufer in Potsdam wurde im Auftrag des Prinzen und späteren Kaiser Wilhelm (I.) 1833 von Lenné angelegt und 1842?67 von Fürst von Pückler-Muskau gestalterisch weiterentwi-ckelt. Seit den 1960er Jahren wird der Park als Gartendenkmal gepflegt. Der Park und das dazugehörige Schloss liegen gemeinsam mit zahlreichen weiteren Denkmälern innerhalb der UNESCO-Welterbestätte ?Berlin-Potsdamer Kultur-landschaft? und genießen somit weitreichenden Umgebungsschutz.
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin - Brandenburg plant eine umfassende Sanierung/ Grundinstand-setzung des Brauchwassernetzes im Park Babelsberg, das sternförmig vom Hochbehälter am höchsten Punkt des Parks ausgeht. Dieses seit Mitte des 19. Jahrhunderts existierende Netz dient einerseits der Bewässerung der Pflanzen, ande-rerseits ist es die Basis für die Gestaltung des Parks mit Brunnenanlagen und naturnahen, künstlichen Gewässern wie Wasserfällen, Bachläufen und zwei kleinen Seen.
Derzeit ist nur der Hauptkreislauf des Netzes bereits saniert (1. Nebenbauabschnitt), sodass das Wasser aus der Havel über eine Druckrohrleitung zum bereits sanierten Hochbehälter (Achterbecken) gepumpt und von dort über eine Lei-tung zur 40 m hohen Seefontäne geführt werden kann. Der Betrieb erfolgt weitgehend automatisiert.
Das Netz kann und soll auch künftig für die Löschwasserversorgung von Schloss Babelsberg eingesetzt werden. Um die Doppelfunktion eines Brauch- und Löschwassernetzes sicherzustellen ist eine zusätzliche, 2. Druckrohrleitung notwendig.
Für die Sanierung/Grundinstandsetzung der übrigen Bestandteile des Brauchwassernetzes (2. bis 7. Nebenbauab-schnitt) existiert eine Entwurfsplanung in Form einer genehmigten (Nachtrags-) HU-BAU. Im Rahmen der Sanie-rung/Grundinstandsetzung sind folgende Maßnahmen geplant:
— Verlegung einer zweiten Druckrohrleitung zur Verwendung des Netzes als Löschwasseranlage;
— Erkundung und Instandsetzung des Brauchwassernetzes aus Rohrleitungen, Schächten und Armaturen im 2 bis 7. Nebenbauabschnitt (NBA);
— Automatisierung von Brunnenanlagen und Wasserspielen im 2. bis 7. Nebenbauabschnitt.
Die Realisierung dieser Maßnahmen ist für 2014 bis 2016 vorgesehen.
Gegenstand der beabsichtigten Beauftragung ist die auf der vorliegenden Entwurfsplanung aufbauende Genehmi-gungs- und Ausführungsplanung, Vergabe und Bauüberwachung. Im Einzelnen:
1. Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke gem. HOAI § 42 in Verbindung mit Anlage 12 für den Anwen-dungsbereich 1 (Wasserversorgung) gem. HOAI § 40:
1.1 Sanierung 2. Druckrohrleitung: Leistungsphasen 4-8 gemäß §42 HOAI;
1.2 Erkundung und Instandsetzung Rohrleitungen, Schächte und Armaturen: Leistungsphasen 4-8, gemäß §42 HOAI (optionale Leistungen siehe Ziffer II.2.2, Option 1).
1.3 Sanierung des Flatowturmbecken (ca. 990 cbm): Leistungsphasen LP 4-8 gemäß §42 HOAI.
Die Vergabe der Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke gemäß HOAI §42 beinhaltet alle Grundleistungen der Leistungsphasen 4-8, mit Ausnahme von:
— Lph 4: Einreichung der Unterlagen, Grunderwerbsplan und Grunderwerbsverzeichnis, Mitwirken beim Erläutern gegenüber Bürgern sowie Mitwirken beim Planfeststellungsverfahren,
— Lph 7: Zusammenstellen der Vergabeunterlagen für alle Leistungsbereiche sowie Einholen der Angebote,
— Lph 8: In Verzug setzen der ausführenden Unternehmer, Stellen der Anträge für behördliche Abnahmen sowie Übergabe des Objekts.
Leistungen während der Lph 4: Für die Maßnahme ist nach Kenntnis des AG kein Baugenehmigungsverfahren not-wendig, u.a. sind jedoch für die Ausführung von Maßnahmen auf Kampfmittelverdachtsfläche, für die Einleitung in das Grundwasser/Oberflächenwasser, für die Bereitstellung einer autonomen Löschwasseranlage für Schloss Babels-berg, für Eingriffe in das Gartendenkmal und ein im Park befindliches Biotop Planunterlagen vorzubereiten. Der Auf-wand für die Vorbereitung und Zusammenstellung von Unterlagen für Träger öffentlicher Belange wird gemeinsam mit der Projekteinarbeitung / Einarbeitung in die Nachtrags-HU-Bau im Rahmen der Lph 4 Genehmigungsplanung mit 4 v.H. (nach RBBau) vergütet. Damit ist der Leistungsumfang der Lph 4 sowie der Aufwand für die Projekteinarbei-tung abgegolten.
Leistungen während der Lph 5: Die Lph 5 beinhaltet u.a. die Leistung der exakten Fortschreibung einer Ortungsdoku-mentation nach einer bereits vorhandenen Vorlage zu den Nebenbauabschnitten 1 und 2 in Form einer textlichen, foto-grafischen und zeichnerischen Dokumentation der Ergebnisse der Ortung und Vermessung der jeweils für die Sanie-rung/Instandsetzung vorgesehenen Brauchwasserleitungen, Entwässerungsleitungen, Schächte und Armaturen in den Nebenbauabschnitten 3 bis 7. Der Gesamtumfang der zu dokumentierenden Bestandsanlage (3. bis 7. NBA) beträgt: 13,693 km Bewässerungsleitung, 0,416 km Entwässerungsleitung, 11 Brauchwasserschächte und 210 Armaturen (Zapfstellen, Schieber). Die Dokumentationsfortschreibung als Teil der Ausführungsplanung wird mit der Vergütung der Grundleistungen der Lph 5 (nach RBBau) mit abgegolten.
Zudem fallen folgende Besondere Leistungen an:
Örtliche Bauüberwachung, dabei sind die Ortungsbegleitung und die Überwachung der Leitungsfunktionsprüfung als Teil der Bauoberleitung bereits während der Lph 5 (Ortungsbegleitung) bzw. während der Lph 8 (Überwachung der Leitungsfunktionsprüfung) HOAI §42 zu erbringen.
2. Planungsleistungen der Technischen Ausrüstung gem. HOAI § 53 in Verbindung mit Anlage 14, umfassend die An-lagengruppen 5, 7 und 8 nach HOAI § 51, für Brunnenanlagen und Wasserspiele:
? Anlagengruppe 5: Fernmelde- und informationstechnische Anlagen, hier: Anschaltung, Steuerung und Signalverar-beitung der Schieber;
? Anlagengruppe 7: nutzungsspezifische Anlagen, hier: Spannungsversorgung Stellantrieb;
? Anlagengruppe 8: Gebäudeautomation, hier: Automatisierung und Visualisierung Schiebersteuerung.
2.1 Automatisierung Brunnenanlagen und Wasserspiele, Anlagengruppen 5, 7 und 8: Leistungsphasen 4-8 gemäß §53 HOAI (optionale Leistungen siehe Ziffer II.2.2, Option 1).
Die Vergabe der Fachplanungsleistungen für Technische Ausrüstung gemäß HOAI §53 umfasst alle Grundleistungen der Leistungsphasen 4-8.
Leistungen während der Lph 4: analog zu Punkt 1. Objektplanungsleistungen für Ingenieurbauwerke.
Die anrechenbaren Kosten für die Objektplanung Ingenieurbauwerke betragen insgesamt rund 1.330.000 Euro netto (davon ca. 100 000 EUR netto für 1.1 ? Druckrohrleitung und ca. 1 140 000 EUR netto für 1.2 - Erkundung und In-standsetzung Rohrleitungen usw.) und 90 000 EUR netto für 1.3 Sanierung des Flatowturmbeckens.
Die anrechenbaren Kosten für die Planungsleistungen der Technischen Ausrüstung betragen insgesamt rund 355 000,00 Euro netto (davon 80 000 EUR in Anlagengruppe 5, 255 000 EUR in Anlagengruppe 7 und 20 000 in Anlagengruppe 8).
Wie oben bereits dargestellt, bestehen zusätzlich die Optionen (s. Ziff. II.2.2.) auf die Ausführungsplanung und Um-setzung der Sanierung der übrigen Bestandteile des in Gänze 21,5 km langen Bewässerungsnetzes mit insgesamt 122 Zapfstellen, sowie der Bau einer 850 m langen Entwässerungsleitung für den Großen See (Fassungsvermögen des künstlichen Sees: 5 000 cbm) und die Automatisierung des künstlichen Wasserfalls am Großen See.
Eine losweise Vergabe der Planungsleistungen ist aufgrund der Komplexität der Bauaufgabe nicht beabsichtigt.
Die Vergabe erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen (Festlegung in II.2.2).
Zeitrahmen: 1. Beauftragung der Planungsleistungen: voraussichtlich Januar 2013; 2. Abgabe der restlichen Aus-schreibungsunterlagen: voraussichtlich Oktober 2013; 4. Geplante Baudurchführung: voraussichtlich 2014 (Realisie-rung bis einschließlich 2016); 5. Projektabschluss: im Nachgang.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-11-27.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-10-24.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2012-10-24
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Auftragsbekanntmachung
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2013-05-22
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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