Modernisierung U-Bahnhof Sendlinger Tor - Tragwerksplanung

Stadtwerke München GmbH

Der 1971 eröffnete U-Bahnhof Sendlinger Tor gehört mit zu den ältesten U-Bahnhöfen in München. Im Jahr 1980 wurde der bestehende U3/U6 Bahnhof um die Anschlüsse der Linien U1 und U2 erweitert. Aufgrund dieser Erweiterung und der zentralen Lage im Netz stellt der Bahnhof mit heute rund 145.000 Fahrgästen pro Tag einen der wichtigsten Zugangs- und Umsteigepunkte im Münchner U-Bahnnetz dar.
Aus dem Alter des Bahnhofs und den bis heute gewachsenen Anforderungen und Frequentierungen ergibt sich ein Handlungsbedarf, die Station in einen kundenfreundlichen und modernen Bahnhof umzugestalten. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Steigerung der Attraktivität, der subjektiven Sicherheit sowie auf die Instandhaltung der Anlage gelegt werden. Bei einer im Jahr 2009 durchgeführten Prüfung wurden alle Münchner U-Bahnhöfe nach den Faktoren Alter, Gestaltung, Orientierung, Sicherheitsempfinden, Umsatz, Frequenz, Umsatzpotential, Brandschutz sowie Instandhaltungsbedarf analysiert und bewertet. Der U-Bahnhof Sendlinger Tor gehört, diesen Ergebnissen zu Folge, zu den U-Bahnhöfen mit dem größten Handlungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund soll nun das Gebäude der U-Bahn Linien U3/U6 bzw. U1/U2 saniert, modernisiert und erweitert werden. Wesentliche Ziele der Gesamtbaumaßnahme sind:
1. Erneuerung der Bauwerkshülle in Form einer umfassenden Bauwerkssanierung (vgl. 10.);
2. Umbau der Technik- und Betriebsräume der Bahnsteigebene SU (U1/U2).
Zur Vergrößerung des Bewegungsraumes für die Umsteiger im Bereich der Bahnsteigverbindung werden die dort befindlichen Technik- und Betriebsräume aufgelöst und in die neu zu erstellenden Verbindungsbauwerke verlegt, um zusätzliche Freiräume für die Umgestaltung der Fest- und Fahrtreppenanlagen zu erhalten.
3. Umbau der Fahr- und Festtreppenanlage SU (U1/U2) / SE (U3/U6).
Die Fest- und Fahrtreppenanlagen werden so umgebaut, dass auf jeder Seite eine Treppe gedreht und jeweils eine zusätzliche Treppe ergänzt sowie die Personenführung durch die Einführung eines Einbahnsystems geändert wird. Mit der umgebauten Fest- und Fahrtreppenanlage wird die Umsteigebeziehung zwischen den beiden U-Bahn-Ebenen wesentlich erleichtert.
4. Neubau eines Querschlags Süd-Ost und eines Querschlags Nord/West.
An den jeweiligen Bahnsteigenden der Bahnteigebene SU (U1/U2) werden zusätzliche Aufgänge, in das Sperrengeschoss bzw. an die Oberfläche geschaffen. Diese zusätzlichen Ausgänge werden über zwei neu herzustellende Querschläge an die jeweiligen Bahnsteigröhren der Ebene SU angebunden. Auf diese Weise werden weitere Fluchtwege von der Bahnsteigebene SU an die Oberfläche geschaffen.
5. Brandschutztechnische Ertüchtigung des Stationsbauwerkes.
Im Rahmen der Gesamtmaßnahme wird das Stationsbauwerk zeitgleich brandschutztechnisch ertüchtigt.
6. Erweiterung des Aufgangs Müllerstraße sowie optionaler Aufgang Lindwurmstraße.
Der Seitenausgang Müllerstraße führt vom Sperrengeschloss in südlicher Richtung mit Austritt im Gehwegbereich Ecke Müllerstraße/Lindwurmstraße. Er besteht aus einer Festtreppe und einer Fahrtreppe. Im Zuge der Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor soll der Aufgang um eine Fahrtreppe erweitert werden, so dass immer jeweils eine Fahrtreppe für die Auf- und Abwärtsfahrten zur Verfügung steht. Zudem wird in diesem Bereich ein Lastenaufzug angeordnet.
7. Aufwertung des gestalterischen Eindrucks der U-Bahnstation Sendlinger Tor.
Sowohl die Bahnsteigebenen als auch das Sperrengeschoss werden hinsichtlich der Wand- / Decken- und Bodenbeläge neu gestaltet. Gleiches gilt für die Beleuchtung und die Wegebeschilderung.
8. Neuordnung bzw. Erweiterung der Vermarktungsflächen.
Durch den Entfall von Betriebsräumen und dem dadurch zusätzlich entstehenden Platzangebot wird das Sperrengeschoss im Hinblick auf ein neu geordnetes und erweitertes Vermarktungsangebot umgestaltet.
9. Herstellung der Barrierefreiheit.
Die Barrierefreiheit wird u.a. durch die Aufhöhung des Bahnsteigbelages in den Bahnsteigebenen erreicht.
10. Bauwerkssanierung
Im Rahmen umfangreicher Bauwerksuntersuchungen wurde festgestellt, dass die Bauwerkshülle stark beschädigt ist und in Form einer umfassenden Bauwerkssanierung erneuert werden muss. Insbesondere im Übergangsbereich zwischen Wand und Decke muss die Erneuerung der Bauwerkshülle erfolgen. Ein Sanierungsbedarf innerhalb der nächsten 5 Jahre wurde festgestellt. Grundsätzlich lässt sich ein vollständiges Schadensbild bei Böden und hinter Wandverkleidungen erst feststellen, wenn diese vollständig entfernt sind.
Alle Arbeiten finden unter laufendem Betrieb bzw. unter abschnittsweisen Sperrungen einzelner Bereiche und unter Aufrechterhaltung der vollen technischen Funktionalitäten statt.
Für die Baumaßnahme werden Ingenieurleistungen der Tragwerksplanung gemäß § 49 stufenweise vergeben.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-08-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-07-04.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-07-04 Auftragsbekanntmachung
2012-11-23 Bekanntmachung über vergebene Aufträge