Neubau Haus des Gastes

Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup GmbH & Co. KG

Die Auftraggeberin, eine Eigengesellschaft der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt), beabsichtigt den Neubau eines multifunktionalen "Haus des Gastes" (HDG) mit Gästeinformation, Veranstaltungsräumlichkeiten, Einzelhandel und Praxen schlüsselfertig (Global-Pauschal-Vertrag) – mit Ausnahme des Mieterausbaus - durch einen Totalübernehmer herstellen zu lassen, der die Gesamtverantwortung für Planung und Bau übernimmt.
Gegenstand des Bauauftrags ist die planerische Umsetzung, einschließlich der Herbeiführung aller baurechtlich notwendigen Genehmigungen, und die Errichtung des HDG einschließlich der Herstellung der Außenanlagen. Das Vorhaben umfasst ca. 3 020 qm Brutto-Geschossfläche (ca. 1 975 qm oberirdisch und ca. 1 045 qm Keller und Tiefgarage, wobei im Rahmen des Bieterverfahrens optional auch Angebote u.a. für eine Tiefgarage unter maximaler Ausnutzung des Baufensters eingeholt werden sollen, über diese optionalen Varianten wird (wenn nicht im Verhandlungsverfahren) spätestens bei Zuschlagserteilung entschieden).
Das zu beplanende und zu bebauende Grundstück (Flurstück 570) befindet sich auf der Nordseeinsel Sylt in zentraler Lage der Gemeinde Wenningstedt-Braderup (Sylt), in direkter Nähe zur Kliffkante. Nach Abbruch des vormaligen Gebäudebestandes ist das Grundstück zurzeit unbebaut. Die Baugrube ist verfüllt, jedoch nicht schichtweise verdichtet.
Das Bauvorhaben umfasst schwerpunktmäßig folgende Maßnahmen:
1. Herrichtung und Betrieb der Baustelleneinrichtung über den gesamten Projektablauf;
2. Vorbereitung des Baufeldes für die Bauphase, wobei die Auftraggeberin für die Entsorgung des Baugrubenaushubs Sorge trägt;
3. Durchführung des Erd- und Grundbaus;
4. Neubau eines Kellergeschosses zur Aufnahme einer Tiefgarage (mit mind. 24 PKW und möglichst auch Motoradstellplätzen) sowie Technik- und Nebenräumen;
5. Neubau eines Gebäudeensembles;
6. Schaffung der direkt dem Haus zugeordneten Außenanlagen (einschließlich mind. 7 PKW-Stellplätzen (davon zwei behindertengerecht) sowie ca. 100 Fahrradstellplätzen).
Nachdem das auf einem früheren architektonischen Entwurf basierende Vergabeverfahren u.a. aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit aufgehoben werden musste, sieht das nunmehr zugrunde liegende Architekturkonzept einen deutlich kleineren Bau mit einer konventionelleren Architektur vor. Es besteht aus zwei separaten Baukörpern, die durch ein gläsernes Foyer miteinander verbunden sind. Die formale Gestaltung der Fassade des ersten, straßenseitigen Baukörpers (Praxis- und Retailgebäude) soll im „Bäderstil“ mit geschlämmtem Sichtmauerwerk ausgeführt werden. Der zweite promenadenseitige Baukörper (Veranstaltungssaal) soll die Formensprache des ersten Baukörpers im Hinblick auf die Dachgestaltung und -neigung aufnehmen, jedoch gestalterisch mit einer minimalistischen Holz-/Glasfassade zur Promenade korrespondieren.
Das HDG soll vier Hauptbereiche beinhalten, die sich schwerpunktmäßig auf folgende Nutzungen konzentrieren:
Foyer:
Das Foyer dient der Haupterschließung in das HDG und als verbindendes, zentrales Element zwischen den zwei Baukörpern. In seiner Gestaltung und Ausführung (einschließlich der notwendigen Tragkonstruktion) soll es sich stark zurücknehmen. Die Foyerfläche muss, auch aus technischer Sicht, flexibel für mögliche Informations- und Beratungsinseln, Aufenthaltsflächen und als Saalerweiterung für Veranstaltungen genutzt werden können.
Retail- und Praxisbereich:
Der zweigeschossige Baukörper sieht im EG Flächen für Läden und im OG Flächen für Praxen und Büros zur Vermietung vor. Der Haupteingang sowie Durchgänge in das Foyer befinden sich ebenfalls in diesem Baukörper. Der Mieterausbau ist – abgesehen von Baustelleneinrichtung und Koordination – nicht Bestandteil des Auftrags.
Veranstaltungssaal:
Ein großer, in zwei Einzelbereiche unterteilbarer Veranstaltungssaal mit Nebenflächen/.
Technik soll für Konzert-, Tanz- und Präsentationsveranstaltungen errichtet werden. Der Saal ist auf eine Kapazität von ca. 240 Personen auszurichten. Für Großveranstaltungen (bis zu 400 Personen) soll ein Teil des Foyerbereiches als Erweiterungsfläche vorgesehen werden, deren Nutzung keine Auswirkungen auf den restlichen Betrieb hat. Die Erweiterungsfläche im Foyer ist durch eine raumhohe, oben und unten schienengeführte mobile Trennwand vom übrigen Foyerbereich abtrennbar zu gestalten.
Kellergeschoss:
Technikräume und weitere Nebenräume/Lager sind im Untergeschoss vorzusehen. Eine Tiefgarage mit mind. 24 PKW-Stellplätzen und zusätzlich Motorradstellplätzen muss eingeplant werden. Auch eine maximierte Tiefgarage unter Ausnutzung des Baufensters ist alternativ (optional, s. oben) anzubieten.
Der Auftrag umfasst die erforderlichen Objektplanungsleistungen im Sinne einer Entwurfsplanung bis zur abschließenden Dokumentation einschließlich der Herbeiführung aller baurechtlich notwendigen Genehmigungen für die vorstehend beschriebenen Baumaßnahmen auf der Basis einer funktionalen Leistungsbeschreibung mit vertiefendem Architekturkonzept. Der zugrunde liegende Entwurf soll nach aktuellen Möglichkeiten und Erkenntnissen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden. Die Unterlagen werden an die im Teilnahmewettbewerb ausgewählten Bieter abgegeben und sind Gegenstand der Konkretisierung im Verhandlungsverfahren. Ein Informationsmemorandum mit Fassadenansichten ist bereits während des Teilnahmewettbewerbs erhältlich (vgl. unten VI.3).
Bestandteil des Auftrags sind auch alle erforderlichen Planungsleistungen zur Baufeldfreimachung, Erd- und Grundbau, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Thermische Bauphysik, Schallschutz und Raumakustik, Brandschutz, Bodenmechanik, Außenanlage und Freianlagen inklusive des begleitenden Baumanagements. Für die Entsorgung des Baugrubenaushubs trägt die Auftraggeberin Sorge. Der Auftragnehmer hat ferner (in den letzten Monaten der Bauzeit) den parallel von Dritten vorgenommenen Mieterausbau zu koordinieren. Die Baustelleneinrichtung umfasst auch diejenige für den Mieterausbau.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-10-23. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-09-18.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-09-18 Auftragsbekanntmachung
2013-06-05 Bekanntmachung über vergebene Aufträge