Planung, Ausschreibung und Objektüberwachung von Bauleistungen für Sanierung und Ausbau der Depothallen 3-6 in der Ladestraße zur Museums- und Veranstaltungsfläche, Möckernstraße 26, 10963 Berlin

Land Berlin - SILB Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin, vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Die Planung von Bauleistungen für die Sanierung und den Ausbau der Depothallen 3-6 in der Ladestraße zur Museums- und Veranstaltungsfläche erfolgt für die Gebäude sowie die technischen Anlagen.
Das Grundstück Möckernstraße 26 in 10963 Berlin hat eine Größe von ca. 42 755 m². Die Ladestraße wird im Norden von der Möckernstraße erschlossen und mündet südlich in den neu angelegten Park am Gleisdreieck. Die ungefähr 300 m langen ehemaligen Empfangs- und Versandgüterhallen grenzen an das Areal des Technikmuseums. Die Bebauung der Ladestraße war Teil des Anhalter Güterbahnhofes, der in den Jahren 1871-1874 errichtet wurde. Die östlichen Hallen 1-6 wurden nach erheblicher Zerstörung im 2. Weltkrieg in den 1950er Jahren wieder aufgebaut und noch bis in die 1980er Jahre als Teil des Güterbahnhofes genutzt. Die an das Spektrum anschließenden Hallen 1-2 wurden in Jahren 2010-11 zu Museumsflächen ausgebaut. Der Kopfbau (Spektrum) steht unter Denkmalschutz, damit entsteht ein Umgebungsschutz für die Depothallen. Die Depothallen haben eine Bruttogrundfläche von ca. 8 225 m². Sie sind voll unterkellert und besitzen eine Erdgeschossebene.
Die EG-Bestandswände wurden in den 1950er Jahren mit 38 cm starkem Mauerwerk wiederaufgebaut. Die Fassaden gliedern sich aus Sichtmauerwerk und ab Sturzhöhe aus verputzter Fläche. Das Kelleraußenmauerwerk stammt wahrscheinlich aus der Errichtungszeit (ca. 1870) und wurde aus bis zu 80 cm starken Ziegelmauerwerk hergestellt. Bei der Decke über KG handelt es sich um massiven Stahlbeton, sie liegt auf Unterzügen in einem Raster von ca. 5,00 m auf und besitzt als Nutzschicht einen Asphaltestrich (schadstoffbelastet). Die vorgelagerten Rampen bestehen ebenso aus Ziegelsichtmauerwerk mit einer Stahlbeton-decke und Asphaltestrich. Die Wand- und Deckenkonstruktionen der im Erdgeschoss befindlichen Büroräume bestehen aus GK-Konstruktion mit KMF-Matten und Akustikdeckenplatten/Blechpaneeldecken mit aufgelegten KMF-Matten sowie T 30 Türen mit KMF-Füllungen im Türblatt. Sämtliche vorgenannten Innenwände und Abhangdecken sind im Rahmen der Baumaßnahme abzubrechen. Die Hallen werden stützenfrei von Stahlfachwerkträgern überspannt, die vorhandene Dacheindeckung besteht aus Asbestzementfaserplatten und ist ungedämmt.
Hochbau.
Die Depothallen 3-6 sind unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit, Energieeinsparung und des Klimaschutzes zu sanieren. Sie sind im äußeren Erscheinungsbild den bereits sanierten Hallen 1-2 anzupassen. Weiterhin ist der bauliche Brandschutz für die geplante Nutzung herzustellen. Alle Innenbereiche, die Fassadenfläche und die Dachflächen sind auf Grundlage des noch zu erstellenden Schadstoffgutachtens und der ENEV 2009 zu renovieren bzw. neu auszubilden. Im Innenbereich wird ein Schlämmputz analog zu den Hallen 1-2 vorgeschlagen, eventuell kann im Zusammenhang mit dem Energieeinsparkonzept auch eine Innendämmung angebracht werden. Die Öffnungen, die mit renovierungsbedürftigen Schiebetoren ausgestattet sind, sollen zum Teil verschlossen, zum Teil mit neuen Stahl/Glastüren oder Festverglasungen ausgestattet werden. Die Asphaltestrichbeläge im EG müssen aufgrund der Schadstoffbelastung abgebrochen, erneuert und mit einer Kunstharzbeschichtung versehen werden, die Hallen 5+6 sollen mit einem höherwertigen Belag aus Hirnholzparkett oder geschliffenem Asphalt ausgestattet werden. Sämtliche Kellerdecken sind unterseitig zu dämmen. In den Kellerflächen wurden erhebliche Feuchtigkeitsprobleme festgestellt, die offensichtlich aus einem defekten Regenwasser-Leitungssystem resultieren. Aus diesem Grund ist eine Sanierung und Änderung der Entwässerung zwingend erforderlich. Die Lager- und Technikräume im KG werden lediglich mit einem Anstrich versehen, die sanitären Einrichtungen in Halle 6 sind höherwertiger auszustatten (analog Halle 1). Die Innentreppe der Hallen 3-5 bleiben als Notausgänge erhalten, in der Halle 6 wird die vorhandene Treppe entfernt und durch 2 neue Anlagen ersetzt. Der Asphaltestrich der Rampen im Außenbereich ist in der gesamten Fläche zu erneuern. Zusätzlich erhalten sie die notwendige Absturzsicherung. Für den neuen Museumsausgang und Zugang zum Restaurant wird eine Treppenanlage und behindertengerechte Rampe, wie bereits an der Halle 1 vorhanden, neu hergestellt. Am südlichen Giebel der Halle 6 ist einen Außenterrasse für das Restaurant geplant. Die Stahlpfetten der Dachkonstruktion sind komplett zu erneuern und mit Trapezblech zur Aufnahme der Wärmedämmung und Flachdachabdichtung sowie ggf. einer PV-Anlage belegt. Die restliche Stahlkonstruktion des Dachtragwerks muss geprüft und ggf. verstärkt werden. Danach ist der Anstrich sowie der Korrosionsschutz zu erneuern und die Unterseite des Trapezbleches mit Gipskartonplatten zu verkleiden. In den Bereichen der Dachüberstände über den Laderampen wird in Anpassung an den Bestand eine Deckung aus Faserzement-Wellplatten (Berliner Welle) ausgeführt. In den Ausstellungshallen 3-5 ist kein direkter Tageslichteinfall über die Dachoberlichter erwünscht. Hier sollen die Steildachgauben mit Zink-Stehfalzdeckung in opaker Bauweise im Stil der einzelnen Dachoberlichter aus dem historischen Befund ausgebildet werden, was sowohl für die Erhaltung des räumlichen Eindruckes als auch für die notwendigen Rauch – und Wärme-abzüge benötigt wird. Im KG sind neue Sanitäranlagen auszubilden.
Haustechnische Anlagen.
Das vorhandene schadstoffhaltige Abwasserrohrsystem ist komplett abzubrechen und zu ersetzen. Die Erneuerung des kompletten Trinkwassersystems, einschl. des Anschlusses an den vorhandenen Hausanschluss in der Möckernstr. 26 sind ebenso herzustellen. Die Abwasserleitungen (SW und RW), Standrohre und Fallrohre müssen komplett erneuert werden. Hierzu sind die neuen Leitungen im Erdreich außerhalb des Gebäudes in der Ladestraße zu verlegen. Das Löschwasserversorgungssystem für die Hallen 3-6 wird im Vorfeld in einer separaten Maßnahme bereits hergerichtet. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über eine Fernwärmeübergabestation im Keller des Spektrums, hierzu ist die Fortführung/Anbindung der Wärmeverteilnetze an die bereits verlegten Versorgungsleitungen im KG der Depothalle II erforderlich. Anzuschließen sind entsprechende Deckenstrahlplatten (analog Halle 1+2) im Ausstellungsbereich bzw. statische Heizflächen in den restlichen Räumen des Erdgeschosses. Die Fernwärmeübergabestation muss hierzu an die neue Wärmeleistung angepasst werden. Im KG ist eine Lüftungsanlage, die in ihrer Luftaufbereitung denen der Hallen 1-2 entspricht, für alle Hallen geplant werden. Sie soll der Einbringung der Frischluft und der Befeuchtung der trockenen Außenluft im Winter (Keine Kühlung, Befeuchtung im Winter) dienen. In der Lüfterzentrale ist auch das Gebäudeautomationssystem für die Lüftungsanlage, für die Deckenstrahlplatten und sämtlichen Störmeldungen herzustellen. Der Anschluss der Stromunterverteilungen erfolgt an dem neu entstandenen Hausanschluss im UG Halle 2. Zur Beleuchtung wird analog zu Halle 1+2 das gleiche Schienensystem eingebaut, was lediglich die Grundbeleuchtung erhält. Die Gebäude werden mit einer Sicherheitsbeleuchtung und Blitzschutz neu ausgestattet, die Fassadenöffnungen im KG, EG und Dach sind einbruchsicher, in WK 3, herzustellen. Ebenso sind elektroakustische Anlagen zur Durchsage und Alarmierung geplant. Die neu zu installierende Brandmelde- und EMA-Anlage muss auf die Hauptzentrale aufgeschaltet werden und der in den Hallen befindliche Lastenaufzug ist dem Stand der Technik anzupassen.
Die Ladestraße ist mit einem Granit-Großpflaster belegt, für eine bessere Begehbarkeit ist in Anlehnung an die Ausführung der im Park befindlichen Freilichtbühne ein ca. 1,50 m breiter Streifen in rotem Asphalt geplant.
Die Sanierung soll in den Jahren 2013/2014 durchgeführt werden.
Sanierungsbedingungen.
Die Depothallen werden bis zum Beginn der Maßnahme von sämtlichen Einrichtungsgegenständen beräumt. Der Ausstellungsbetrieb des Science Centers Spektrum und der Hallen 1+2 in der Ladestraße „Mensch in Fahrt“, sowie das Betreiben des Juniorcampus (östliche Ladestraße Halle 6) dürfen nicht durch die Baumaßnahmen beeinträchtigt werden.
Ausgeschrieben werden die Leistungen in zwei Losen:
Los 1: gemäß HOAI 2009, Teil 3 Objektplanung, § 33, Anlage 11, ab Leistungsphase 1, einschließlich Leistungen der Sicherheits- und Gesundheitskoordination nach Baustellenverordnung. Mit der Objektplanung sind die Leistungen der Tragwerksplanung (§49), der Bauphysik, eines Brandschutzgutachters, die Koordination der Schadstoffentsorgung einschl. Abfalldokumentation sowie eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators mit anzubieten.
Los 2: gemäß HOAI 2009, Teil 4 Technische Ausrüstung, § 53, Anlage 14. Dazu sollen die Leistungen eines Energieberaters angeboten werden.
Es wird vorausgesetzt, dass die Leistungen durch Architekten und Fachingenieure erbracht werden.
Zunächst werden im Ergebnis des VOF-Verfahrens die Leistungsphasen 1 bis 4 beauftragt. Die Beauftragung der Leistungsphasen 5 bis 9 wird vorbehalten. Eine stufenweise Beauftragung der einzelnen Leistungsphasen wird vorbehalten.
Die Lose werden getrennt vergeben. Bewerbungen sind für beide Lose möglich. In diesem Fall sind für jedes Los vollständige Bewerbungsunterlagen gesondert einzureichen.
Voraussichtlicher Planungsbeginn ist zur Zeit 12/2012.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-09-11. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-08-10.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-08-10 Auftragsbekanntmachung
2013-02-15 Bekanntmachung über vergebene Aufträge