Menge oder Umfang
Die Wasserversorgung im Landkreis Birkenfeld, ca. 83 000 Einwohner, Wasserbedarf ca. 4 400 000 m3/Jahr, wird derzeit aus unterschiedlichen Quellfassungen, vereinzelten Tiefbrunnen sowie der Steinbachtalsperre (Wasserdargebot aus der Steinbachtalsperre ca. 3 500 000 m3/Jahr) sichergestellt. Die Steinbachtalsperre als zentrales Rohwasserreservoir ist seit ca. 45 Jahren in Betrieb und es stehen Sanierungsarbeiten an, die eine mehrjährige Außerbetriebnahme dieser Talsperre erfordern. Daher muss ein ausreichender Ersatz für die zentrale Rohwassergewinnungsfunktion der Steinbachtalsperre zur Sicherstellung der zukünftigen Trinkwasserversorgung geschaffen werden.Auf der Grundlage der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie ist beabsichtigt, in mehreren Bauabschnitten eine Fernleitungsverlegung von der Primstalsperre zum Wasserwerk an der Steinbachtalsperre nebst der zugehörigen Bauwerke zu realisieren. Das Konzept sieht vor, dass von der Primstalsperre aus (minimaler Entnahmewasserspiegel 430 m ü. NN) das Rohwasser in ein neues Pumpwerk eingespeist wird. Mittels drei FU-geregelter HD-Kreiselpumpen - mit abgestufter Förderleistung bis zu jeweils 300 m3/h - wird das Wasser von dort über eine neue Druckleitung DN 500, ca. 17 km Länge, zu dem Trassenhochpunkt Hattgenstein (642 m ü. NN) in ein zu errichtendes Wasserschloss, ca. 500 m3, gefördert. Von diesem aus leiten 2 parallel laufende neue Gefälledruckleitungen DN 400, ca. je 13 km Länge, das Rohwasser zum Übergabeschacht beim Wasserwerk Steinbachtal (430 m ü. NN). Die Fernleitungen sollen überwiegend in Waldwegen verlegt werden. Zur Regelung des von den Pumpen zu fördernden Rohwasserdargebotes wird in den Rohrleitungstrassen ein Steuerkabel verlegt und an das Prozessleitsystem des Wasserwerkes an der Steinbachtalsperre angebunden werden.Gegenstand des Auftrags sind die zur Projektrealisierung notwendigen Leistungen nach HOAI, Teil 3, Objektplanung, Abschnitt 3, § 42 (Leistungsbild Ingenieurbauwerke) und Teil 4 Fachplanung, Abschnitt 2, § 53 (Leistungsbild Technische Ausrüstung), Anlagengruppen 4 (Starkstromanlagen), 5 (Fernmelde- und informationstechnische Anlagen) und 7 (nutzungsspezifische Anlagen, einschl. maschinen- und elektrotechnischen Anlagen in Ingenieurbauwerken) des § 51 (2) HOAI. Der Auftraggeber beabsichtigt zunächst die Leistungsphase 3 der jeweiligen Leistungsbilder zu vergeben. Die Leistungsphasen 4 ff der jeweiligen Leistungsbilder sollen optional zu den vereinbarten Vertragsbedingungen in Auftrag gegeben werden. Dabei behält sich der Auftraggeber die stufenweise Beauftragung in Abhängigkeit von der Finanzierungssicherung des Vorhabens vor. Die Herstellkosten ohne die Kostengruppe 700 nach DIN 276/2008 belaufen sich auf der Grundlage einer Kostenschätzung ohne Mehrwertsteuer auf ca. 18 760 000 EUR. Davon entfallen: auf das Pumpwerk an der Primstalsperre 450 000 EUR Bautechnik, 600 000 EUR Maschinentechnik (3 HD-Kreiselpumpen) sowie 650 000 EUR in den KG 440, 450 und 470, zusammen 1 700 000 EUR, auf die Rohwasserdruckleitung DN 500 und die Gefälledruckleitungen DN 400 8 510 000 EUR bzw. 8 250 000 EUR Bautechnik, zusammen 16 760 000 EUR und auf das Wasserschloss Hattgenstein 300 000 EUR Bautechnik.