Planungsleistungen für die Grundwasserhaltungen am Kulturwehr Breisach

Regierungspräsidium Freiburg

Der Einsatz des Kulturwehres Breisach mit einem Retentionsvolumen von 9,3 Mio. m³ zum Hochwasserrückhalt ist Teil der Gesamtmaßnahmen am Oberrhein zur Wiederherstellung der ehemals vorhandenen Hochwassersicherheit. Die Maßnahme ist ein Teil des Integrierten Rheinprogramms (IRP), welches im Januar 1996 vom Kabinett des Landes Baden-Württemberg beschlossen worden ist.
Ursprünglich sollten Kultur- und Möhlinwehr, die zwischen 1962 bis 1965 fertig gestellt wurden, die aus dem Betrieb des Rheinseitenkanals auf der französischen Seite resultierenden Grundwasserabsenkungen ausgleichen. Aufgrund der stark durchlässigen Kiesuntergründe hat der Aufstau der Wasserstände am Kultur- und Möhlinwehr die Grundwasserstände maßgeblich beeinflusst und bereichsweise angehoben. Basierend auf diesen vorhandenen Anlagen soll zukünftig mit der abflussabhängigen Steuerung der beweglichen Verschlüsse am Kulturwehr Breisach das rechtsrheinische Vorland, das nach der Rheinkorrektur durch Tulla infolge der erodierenden Rheinsohle als überflutetes Rheinvorland vom Hochwasserabfluss abgeschnitten war, gezielt zum Hochwasserrückhalt geflutet werden. Das Gesamtvorhaben erstreckt sich auf deutsches und auf französisches Hoheitsgebiet und hat dabei Auswirkungen auf beide Seiten des Rheins. Die Überflutung im Rückhalteraum erfolgt neben dem gezielten Hochwasserrückhalt gleichfalls durch ökologische Flutungen im Rahmen der naturschutzrechtlichen Verpflichtungen. Wie auf der freien Rheinstrecke natürlicherweise gegeben, werden die ökologischen Flutungen in Anlehnung an die Entwicklung der Rheinabflüsse vor Ort so gesteuert, dass sich, der natürlichen Flussaue entsprechend, unterschiedliche und abflussabhängige Wasserstände im Raum einstellen. Mit Hilfe dieser abflussabhängigen Flutungen sollen flutungstolerante Fauna- und Florahabitate im Rückhalteraum etabliert werden, die dann auch die Vollfüllung des Raumes bei Retention weitgehend schadlos überstehen. Mit einem solchen Retentionseinsatz ist für den Rückhalteraum Breisach im statistischen Mittel alle 10 bis 12 Jahre zu rechnen.
Die Überflutungsfläche wird im Norden räumlich durch das Kulturwehr Breisach und Flügeldamm, im Osten und Westen durch separate Stauhaltungsdämme und nach Süden durch die abflussabhängige Stauwurzel der Stauhaltung begrenzt. Im Schutz der Dammbauwerke konnten sich im Norden und östlicher Richtung die Stadt Breisach einschl. ihrer Sport- und Freizeitanlagen und im Osten der Ortsteil Hochstetten der Stadt Breisach sowie landwirtschaftliche Nutzungsflächen weiterentwickeln und ausgebaut werden.
Um die bei Überflutung des Rückhalteraumes und dem damit verbundenen Grundwasseranstieg betroffenen Ortslagen, die allesamt Bestandschutz genießen und unter dem Gesichtspunkt des Verschlechterungsgebots behandelt werden müssen, wirksam zu schützen, sind im Rahmen der durchgeführten Entwurfs- und Genehmigungsplanung insgesamt zwei Grundwasserhaltungen erarbeitet worden, welche mittlerweile wasserrechtlich planfestgestellt sind.
Grundwasserhaltung Hochstetten: eine aus 16 Brunnen bestehende Grundwasserhaltung, die in zwei Haltungen aufgeteilt ist und durch zwei weitere Einzelbrunnen ergänzt wird. Wasserrechtliche Erlaubnis für die Entnahme von 1.752 l/s und gleichzeitig Wiedereinleitung des geförderten Grundwassers über drei Druckleitungen in den Rückhalteraum.
Grundwasserhaltung Breisach: Sie besteht aus 17 Brunnen, in mehreren Haltungen. Wasserrechtliche Erlaubnis für die Entnahme von 1.440 l/s und die Einleitung des geförderten Grundwassers in verschiedene Vorfluter (288 l/s in die Möhlin und 1.152 l/s dezentral an einzelnen Übergabeschächten in den Vorflutkanal des Abwasserzeckverbandes).
Die ausgeschriebene Leistung beinhaltet die an die Genehmigungsplanung anschließenden Leistungen gemäß HOAI für die Objektplanung (Ingenieurbauwerke), Fachplanung (Tragwerksplanung), Ausrüstungsplanung (technische Ausrüstung) jeweils einschließlich der örtlichen Bauüberwachung. Teilweise sind auch Teile der Leistungsphase 3 – Entwurfsplanung – enthalten.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-12-13. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-11-05.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-11-05 Auftragsbekanntmachung
2013-04-08 Bekanntmachung über vergebene Aufträge