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Auftragsgegenstand ist die Erbringung von Planungsleistungen für den Neubau EMIL, insbesondere Objektplanung nach Teil 3 Abschnitt 1 HOAI (Gebäude und raumbildende Ausbauten), Teil 3 Abschnitt 2 HOAI (Freianlagen); Fachplanung nach Teil 4 Abschnitt 1 HOAI (Tragwerksplanung); Beratungsleistungen nach HOAI Anlage 1 Ziffer 1.2 (Thermische Bauphysik), Ziffer 1.3 (Schallschutz und Raumakustik) und Ziffer 1.4 (Bodenmechanik, Erd- und Grundbau).Der Laborneubau EMIL dient der Röntgenanalytik von Materialien für die Photovoltaik und photokatalytische Prozesse, für den Forschungszugang an Experimentierplätzen mit weicher und harter Röntgenstrahlung (60eV – 10keV). Für das Labor wird ein neues dediziertes Röntgen-Strahlrohr an der Synchrotronquelle BESSYII bis in den Laborneubau entwickelt und gebaut. Vorgesehen sind Labor- und Nutzflächen mit ca. 700 m² bis 800 m² NF1-7, ca. 1 375 m² NGF und ca. 7 700 m³ BRI. Die Herstellungskosten betragen ca. 4 000 000 EUR (netto, KG 300 und 400).Der Neubau lehnt sich an die vorhandene Speicherringhalle an und nutzt zum Teil infrastrukturelle Einrichtungen und Anlagen des Bestandes. Brandschutz- und sicherheitstechnisch bildet EMIL einen eigenen Bereich, es sind jedoch auch dabei Anbindungen an die vorhandenen Systeme von BESSY II zu berücksichtigen und herzustellen. Die vorhandene Gebäudesubstanz und bestehenden Systeme sind bei allen Planungen zu berücksichtigen. Der vorhandene Bestand ist zum Planungsbeginn aufzunehmen und zu analysieren. Synergieeffekte zum Bestand BESSY II sind nach Möglichkeit zu nutzen. Bei Bedarf sind ggf. entsprechende versorgungstechnische Systeme zu planen. Der Laboranbau muss weitgehend die vorhandenen Reserven der Medienversorgung im Speicherringgebäude nutzen und aufnehmen und auch sicherheitstechnisch aufgeschaltet werden.Besondere Bedingungen bei der Leistungserbringung ergeben sich aus technischen Anforderungen, wie Erschütterungsfreiheit der Laborflächen, Errichtung bei laufendem erschütterungsfreiem Betrieb des Elektronenspeicherringes BESSY II, Temperatur- und Feuchtekonstanz in der Speicherringhalle und im Laboranbau, Medienversorgung der Depositions- und Analysetools (u. a. eine große Anzahl technischer Gase darunter auch explosive und toxische Gase) und der anspruchsvollen Zeitschiene.Bestandteil des Vorhabens EMIL sind Labore mit den Analytik- und Dispositionsclustern für SYSSI und CAT (ca. 2 x 190 qm). Die Anordnung der Analytik- und Depositionscluster im Bereich der beiden Großraumlabore SISSY und CAT soll weitgehend auf erschütterungsfreien Boden erfolgen.Die Anordnung der Laborausstattung bei der Bautiefe von ca. 12m, gruppiert am Strahlrohr, stellt sehr hohe Anforderungen und ist nur bedingt optimierbar.Die Versorgung mit bis zu 40 verschiedenen Gasen, die Anschlüsse von bis zu ca. 30 Vorpumpen im Bereich der Experimentalaufbauten, die Medienversorgung allgemein, Leittechnik, Messtechnik und Sicherheitstechnik, Arbeits- und Montageflächen, Sicherheitsabstände und Fluchtwege, stellen hohe Ansprüche an die Planung der Gebäudetechnik und die Koordination durch die Objektplanung.Der Speicherring BESSY II mit allen Messplätzen darf durch die Baumaßnahme in seiner Funktion nicht beeinträchtigt werden.Als Brandabschnitt wird der Anbau komplett getrennt von der Speicherringhalle konzipiert und eingerichtet. Der Anbau wird in Verbindung mit der Speicherringhalle Kontrollbereich im Sinne der Strahlenschutzverordnung. Dies ist planerisch und bei Bauabwicklung zu berücksichtigen.Für die Planungen sind umfangreiche Abstimmungsgespräche vor Ort erforderlich. Auf Grund der Anforderungen der Wissenschaft ist eine Nutzung des Gebäudes Ende 2014 zu sichern. Die Genehmigungsplanung ist danach so einzureichen, dass ein Baubeginn im Juli/August 2013 (Betriebs- und Wartungspause Elektronenspeicherring für 8 Wochen) gesichert wird.Die Errichtung eines zusätzlichen optionalen Reinraumlabors mit den folgenden Angaben erfolgt in einem zweiten Bauabschnitt und (254 m² NF1-7, 68 m² TF, 59 m² VF, ca. 381 m² NGF, ca. 2 300 m³ BRI).Bewerber erklären mit der Abgabe eines Teilnahmeantrages, dass sie in der Lage sind, die Leistungen innerhalb dieser zeitliche Vorgaben zu erbringen und insbesondere, dass sie über die hierfür notwendigen personellen, sachlichen und zeitlichen Ressourcen verfügen.Das Verständnis für Anordnung und Organisation von Funktionen der Forschung sowie die Integration des Baukörpers in den Campus sind wichtige Kriterien für die Vergabe der Leistung.Im Rahmen der zweiten Stufe des Verfahrens haben die Bieter im Zuge der Angebotsabgabe daher die folgenden Unterlagen vorzulegen:— Einen Entwurf für die Fassadengestaltung der Erweiterung der Speicherringhalle unter Beachtung der Dominanz des Elektronenspeicherringes BESSY II (bei der Fassadengestaltung ist zu berücksichtigen, dass im Bereich des Baufeldes Magnusstraße am Speicherring weitere Bebauung geplant wird),— Skizzenhafte Darstellung der gebäudenahen Freiflächen und deren übergeordnete und funktionale Verflechtung mit dem Bestand/Campus,— Erdgeschossgrundriss in Verbindung mit der Fassadengestaltung unter Beachtung der bisherigen Entwicklung des Laborlayout für die beiden Großraumlaboreinheiten SISSY und CAT,— Perspektive.Mit der Abgabe aller geforderten Unterlagen erhalten die Bieter für ihren Aufwand eine Entschädigung von pauschal 2 500 EUR netto. Mit der Zahlung der Aufwandsentschädigung erwirbt das HZB das Eigentumsrecht an den Unterlagen und Entwürfen. Das HZB darf die Unterlagen und Entwürfe für die Baumaßnahme ohne Mitwirkung des Erstellers/Verfassers nutzen und ändern.Bei der Erarbeitung der Darstellungen sind folgende Vorgaben zu beachten:— Lageskizze, im Maßstab 1:500,— Grundrisse, Schnitte und Ansichten im Maßstab 1:200,— erforderliche Erläuterungen in Text- und/oder Skizzenform sind separat auf max. 3 DIN A4 Blättern darzustellen,— Alle geforderten Leistungen sind auf Plänen der Größe DIN A2 zu erbringen.Diese Blattgröße ist verbindlich einzuhalten.