Umbau FES 8 - Planungsleistungen TGA (Studioausbau, Archivetagen)

Deutschlandradio

1. Aufgabenbeschreibung.
1.1. Leistungs-/Projektbeschreibung.
Standort:
Das Funkhaus Berlin des Deutschlandradios befindet sich am Hans-Rosenthal-Platz, bzw. in der Fritz-Elsas-Straße in Berlin-Schöneberg und besteht aus drei Gebäudeteilen.
Das Hauptgebäude (ehemaliges RIAS-Funkhaus) am Hans-Rosenthal-Platz wurde in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert als Verwaltungsgebäude errichtet und wird vom Deutschlandradio als Büro- und Studiogebäude genutzt. Das Gebäude in der Fritz-Elsas-Straße 8 (FES 8) stammt aus den sechziger/siebziger Jahren und wurde als Studiogebäude mit Archivbereichen und anliegenden Büroräumen geplant. In diesem Gebäude befindet sich das mittlerweile stillgelegte Studio 10, ein kleiner Konzertsaal, der sich auf einer Grundfläche von ca. 326 m² über eine Höhe von 3 Geschossen erstreckt.
Das benachbarte Gebäude in der Fritz-Elsas-Straße 9-10 wird nahezu ausschließlich als Bürogebäude genutzt. Es stammt ebenfalls aus den dreißiger Jahren.
Grundkonzept:
Im Rahmen eines Masterplans zur Modernisierung der Studios im Funkhaus Berlin wird in den nächsten Jahren die gebäudetechnische und räumliche Infrastruktur des Funkhauses Berlin modernisiert.
Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist die Schaffung zeitgemäßer Studiobereiche und neuer Haustechnikkapazitäten im Gebäude Fritz-Elsas-Straße 8.
Das Gebäude bietet durch seine Lage im Gebäudeensemble und durch die baulichen Rahmenbedingungen (unverbaute Grundfläche mit großzügiger Geschosshöhe) die idealen Voraussetzungen für den Einbau akustisch hochwertiger Produktionsstudios.
Ist- Zustand:
Das Gebäude FES 8 ist ein sechsgeschossiger Bau mit zwei Untergeschossen.
Das Gebäude wurde im Jahr 1972 errichtet und wurde als Bürogebäude mit zwei Archivbereichen und drei Studios genutzt, wobei das Studio 10 mit einer Nettofläche von ca. 326 qm im Mai 2006 stillgelegt wurde.
Das gesamte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Dennoch konnte mit dem Denkmalschutz bereits Einvernehmen über die Umnutzung und den massiven Umbau des Gebäudes erzielt werden.
Nach den vorliegenden Planunterlagen beträgt die Grundfläche des Gebäudes rd. 624 qm, Länge rd. 27,05 qm, Tiefe rd. 23,45 qm.
Die Gebäudegrundflächen in den 2 Untergeschossen haben jeweils rd. 520 qm.
Die Bruttogrundfläche in den Vollgeschossen beträgt insgesamt 3 270 qm.
Bei der Betrachtung der Nutzfläche ist zu berücksichtigen, dass sich das ehemalige sog. Studio 10 über die Geschosse 2-4 mit einer Fläche von 328 qm erstreckte. Das Gebäude hat einen Haupteingang, der nur als Flucht- und Rettungsweg genutzt wird.
Die Erschließung des Gebäudes erfolgte über die benachbarten Gebäude des Deutschlandradios, aus der Fritz-Elsas-Straße 9-10 (FES 9-10) über drei Geschosse und aus dem Hauptgebäude über vier Geschosse. Das Gebäude verfügte über 29 Büroräume, 3 Studiokomplexe, 2 Archivbereiche zur Lagerung von Tonträgern, ein Foyer für das Studio 10 und WC-Bereiche in allen Geschossen. Die haustechnische Versorgung erfolgt ausschließlich aus den entsprechenden Zentralen in den Untergeschossen.
Soll- Zustand:
Im Rahmen des Studiomodernisierungskonzepts wurde im Deutschlandradio ein Masterplan entwickelt, der mehrere einzelne Projekte beinhaltet, die in Pakete zusammengefasst wurden. Entsprechend dem Masterplan werden zurzeit die Pakete 0 und 5 behandelt, wobei das Paket "Paket 0 – Vorbereitende Maßnahmen" sich seit Juli 2011 in der Umsetzung befindet.
Parallel zum Studiokonzept wurde entschieden, dass das Projekt Ausbau von zwei Archivetagen im Gebäude der Fritz-Elsas-Straße 8 realisiert wird.
Bei diesem Wettbewerb handelt es sich ausschließlich um die angestrebte Vergabe der TGA- Planungsleitungen für das "Paket 5" - Ausbau einer Produktionsstudioetage und das "Projekt Ausbau von 2 Archivetagen".
Das "Paket 0" ist nicht Gegenstand des Wettbewerbs.
Erläuterungen zum "Paket 0"- "Vorbereitende Maßnahmen":
Die vorbereitenden Maßnahmen beinhalten den notwendigen Rückbau/Abriss im Gebäude FES 8, die Rohbauertüchtigung und Ergänzung, die partielle Öffnung der Gebäudehülle zur natürlichen Belüftung und Beleuchtung und die Installation haustechnischer Geräte in den Tiefgeschossen, die aufgrund ihrer Abmessungen schon während der Rohbauphase eingebracht werden müssen.
Das aufwändig in sog. "Raum-in-Raum-Bauweise" ausgeführte ehemalige Studio 10 wird derzeit komplett entfernt und abgerissen.
In das dadurch entstehende Raumvolumen werden zwei zusätzliche Geschossebenen mit je ca. 300 m² Nutzfläche eingezogen. Die zurzeit in den Untergeschossen untergebrachten Räumlichkeiten (Studios, Archive, stillgelegte Haustechnikzentralen) wurden entfernt, bzw. abgerissen.
Das bisher nicht in allen Geschossen mit den anliegenden Gebäuden verbundene Gebäude FES 8 soll in allen Ebenen vom Hauptgebäude (Hans-Rosenthal-Platz) sowie von der FES 9-10 erschlossen werden.
Die bisher im Hofbereich als Wandscheibe geschlossen ausgebildete Fassade des Gebäudes in der FES 8 wird in 2 Geschossen geöffnet und verglast werden, sodass die neu entstehenden Räume natürlich belichtet, belüftet bzw. entraucht werden können.
Im Rahmen der vorbereitenden Maßnahmen wird haustechnisches Gerät in die Untergeschosse eingebracht (Lüftungstechnik, Kältetechnik, Unterbrechungsfreie Stromversorgung). Außerdem wird ein Geräteraum für die Kommunikationstechnik und die Audio- und Systemtechnik in einem Untergeschoss errichtet.
Das "Paket 0"- "Vorbereitenden Maßnahmen" soll im September 2012 abgeschlossen werden. Die termingerechte Fertigstellung der Rohbauarbeiten, speziell des Einbaus der neuen Geschossdecken, ist Voraussetzung für den Beginn der Baumaßnahmen des in dieser Ausschreibung beschriebenen Ausbaus einer Studioetage und dem Ausbau der zwei Archivetagen.
"Paket 5" - "Ausbau einer Produktionsstudioetage":
Deutschlandradio plant für das Jahr 2012 den Ausbau einer Gebäudeetage (ca. 300 qm) im Bestandsgebäude der FES 8 mit Studios für die Hörfunkproduktion. Die betreffende Fläche wird zuvor durch den Einbau einer neuen Geschossdecke im Bereich des ehemaligen Sendesaales Studio 10 in den Jahren 2011 und 2012 neu hergestellt. Die Hörfunkstudios sollen der hochwertigen Produktion von Wortbeiträgen dienen. Beim Ausbau sind sehr hohe Anforderungen an die Bau- und Raumakustik einzuhalten, die vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) vorgegeben werden.
Das Mengengerüst, die Anordnung der beiden geschossübergreifenden Versorgungsschächte der TGA aus den Untergeschossen, die Raumdatenblätter sowie ein Nutzervorschlag zur Anzahl und Anordnung der Studioräume wurde von einer Arbeitsgruppe des Deutschlandradios entwickelt. Sie sind die Grundlage der Planung.
Alle Studioräume werden klimatisiert und mit Doppelböden ausgestattet. Über Studioscheiben müssen vielfältige Blickbeziehungen geschaffen werden. Trotz der Gebäudetiefe soll versucht werden, für jeden Raum eine direkte oder indirekte Tageslichtanbindung zu schaffen. Die Lage und Größe der Räume ergibt sich aus der Größe der später einzubauenden Studiotechnik, aus der erstrebenswerten akustischen Charakteristik und aus der Funktion der Räume. Die Vorgaben dazu kommen aus den Bereichen Hauptabteilung Kultur, Sendeleitung und Anlagentechnik. Auf der Etage wird ein abgesetzter Geräteraum für die Audio- und Systemtechnik vorgesehen.
Bei dem Umbau sind die Auflagen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.
Der Umbau erfolgt im laufenden 24-Stunden Betrieb eines Funkhauses. Das erfordert Rücksichtnahmen auf das Sende- und Produktionsgeschehen in den Nachbargebäuden, auf Laufwege und Lieferwege und auf das konzentrierte Arbeiten in den umgebenden Büros.
Die Geschossebene oberhalb der Studioetage verbleibt vorläufig und während des Ausbaus der Studioetage im Rohbauzustand. Weiterhin wird die zentrale Haustechnik vom 2. Untergeschoss beginnend durch das gesamte Gebäude entwickelt.
Projekt Ausbau der Archivetagen.
Parallel zum Ausbau der Studioetage sollen die beiden darunterliegenden Gebäudeebenen für die Nutzung als Archivlagerfläche für Tonträger ausgebaut werden.
Auf der Vorhaltefläche von insgesamt 600 qm im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des Gebäudes soll ein Archivmagazin mit einem Fassungsvermögen von ca. 4 000 Regalmetern in Standregalen ausgebaut werden.
Beide Etagen werden klimatisiert und mit Doppelböden ausgestattet.
Die klimatechnische Ertüchtigung der Fläche orientiert sich an den Empfehlungen der internationalen Vereinigung für Schallarchive (IASA) im Sinne von Mindeststandards und zielt auf konstante Werte bei Temperatur und Luftfeuchte innerhalb bestimmter Toleranzen ab.
Die Planung der Produktionsstudioetage in der FES 8 und der beiden Archivetagen soll im Jahr 2012 beginnen. Die Vergabe der Bauaufträge soll Anfang 2013 erfolgen, die Fertigstellung des Baus ist bis Januar 2014 vorgesehen.
Die anrechenbaren Kosten der Maßnahmen werden auf 635 000 EUR netto geschätzt.
Es soll das Leistungsbild der HOAI "Technische Ausrüstung" (§ 54 HOAI) mit Ausnahme der Leistungsphasen 1, 2 und 4 beauftragt werden.
Es ist von der Honorarzone II für den "Ausbau der Archivetagen" auszugehen und von der Honorarzone III für den Studioausbau.
Ziel:
Ziel ist es, das bisher teilweise weitgehend stillgelegte Gebäude in der Fritz-Elsas-Straße 8 in einem vorgegebenen Budgetrahmen und Zeitrahmen funktional, qualitativ hochwertig und zukunftsfähig zu entwickeln und an die umgebenden Gebäudeteile anzubinden. In dem hier zur Ausschreibung stehenden Paket 5 entsteht das neue "Herz" dieses Gebäudes, eine hochwertige Produktionsstudioetage, die vielfältigen Ansprüchen an die Funktion, die Akustik und die Gestaltung entsprechen muss.
Mit dem Ausbau der beiden Archivetagen wird eine tragfähige und nachhaltige Lösung für die Lagerung der Archivbestände des Berliner Funkhauses unter Berücksichtigung moderner Archivstandards und der vorhandenen baulichen und räumlichen Rahmenbedingungen geschaffen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-02-13. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-01-11.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-01-11 Auftragsbekanntmachung