Vergabe von Ingenieurleistungen nach den Leistungsphasen 5-9 des § 42 HOAI für die Verlegung weiterer Druckrohrleitungen durch die Kieler Förde in geschlossener Bauweise nach dem Rohrvortrieb-Verfahren

Abwasserzweckverband Ostufer Kieler Förde - Die Verbandsvorsteherin -

Der Abwasserzweckverband Ostufer Kieler Förde (AZV) ist mit den Gemeinden Heikendorf, Laboe, Mönkeberg, Stein, Wendtorf, Brodersdorf und Lutterbek über zwei vorhandene Schmutzwasserdruckrohrleitungen durch die Kieler Förde an das Klärwerk Bülk angeschlossen. Da keine Möglichkeit besteht, den Zustand der vorhandenen Leitungen zu bestimmen, ist die Entwässerung der angeschlossenen Gemeinden in Zukunft gefährdet; desweiteren ist die Abschreibungsgrenze des Bauwerks annähernd erreicht. Um in Zukunft die Entwässerung der vorgenannten Gemeinden zum Klärwerk Bülk zu gewährleisten, beabsichtigt der AZV Ostufer Kieler Förde die Verlegung von weiteren Schmutzwasserdruckrohrleitungen durch die Kieler Förde auf Höhe Friedrichsort.
Die Genehmigungsplanung für die Unterquerung der Kieler Förde mit einem Leitungstunnel liegt vor.
Die erforderlichen Arbeiten gliedern sich in 2 Bauabschnitte: Der erste Bauabschnitt umfasst die Unterquerung der Kieler Förde vom Ost- bis zum Westufer. Die geplante Tunneltrasse quert die Kieler Förde auf Höhe Friedrichsort, nördlich der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal. Der zweite Bauabschnitt umfasst die Anschlüsse an das Unterquerungsbauwerk auf beiden Uferseiten bis zur Einbindung in das vorhandene Leitungssystem auf dem Westufer sowie an das Pumpwerk auf dem Ostufer. Zusätzlich wird in diesem Bauabschnitt ein Entnahmebauwerk zur Entnahme von Fördewasser für das Spülen der Dükerleitungen errichtet und an das Pumpwerk Möltenboe angeschlossen.
Zur Bauweise: Die Unterquerung der Kieler Förde (Bauabschnitt I) soll in geschlossener Bauweise nach dem Rohrvortriebverfahren realisiert werden. Hierbei wird ein Tunnel mit einem Innendurchmesser von ca. 1,8 m unter der Förde vorgetrieben, in den anschließend die beiden zu verlegenden Schmutzwasserdruckrohrleitungen DN 300 sowie eventuell auch weitere Leitungen eingezogen werden. Die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts werden in offener Bauweise durchgeführt.
— Für die geplante Baumaßnahme ist ein Tunnelbauwerk mit folgenden Abmessungen vorgesehen:
1 Leitungstunnel im Rohrvortrieb
Innendurchmesser di ≥ 1 800 mm.
Länge gesamt L 1450 m.
— Nach Fertigstellung wird der Rohrvortrieb mit den Schmutzwasserdruckrohrleitungen sowie optional weiteren Leitungssystemen belegt. Aufgrund der laufenden Planungen zur Umrüstung der Pumpstation Möltenboe können sich in der weiteren Planung noch Änderungen der Schmutzwasserdruckrohrleitungen ergeben. Zunächst wird von zwei Schmutzwasserdruckrohrleitungen DN 300 mit folgenden Abmessungen ausgegangen:
Außendurchmesser: da 326 mm.
Wandstärke s 7,2 mm.
Zementmörtelauskleidung ZMA 4 mm.
Innendurchmesser di 303,6 mm.
Gewicht mit Muffenanteil: G 64,4 kg/m.
Zur Beschreibung der Örtlichkeit:
Die geplante Tunneltrasse quert die Kieler Förde auf Höhe Friedrichsort, nördlich der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal. Die Schmutzwasserdruckrohrleitungen werden auf dem östlichen Ufer an das Pumpwerk Möltenboe und auf dem westlichen Ufer an die weiterführende Druckrohrleitung Richtung Kiel-Pries angeschlossen. Die Zuwegung zur Baustelle ist auf beiden Uferseiten ohne größere Probleme möglich: Auf dem östlichen Ufer erfolgt die Zuwegung zur Baustelle über die nicht öffentliche Anbindung zur Pumpstation Möltenboe und auf dem westlichen Ufer über die Straße Deichweg. Beide Uferseiten sind mit schwimmenden Baugeräten zu erreichen. Auf dem Westufer fällt der Grund allerdings sehr langsam ab. Mit sehr starkem Schiffsverkehr auf der Kieler Förde muss im Fahrwasserbereich gerechnet werden.
Projektbezogene Rahmendaten:
Beim Bau des Entnahmebauwerks wird auf dem Ostufer die Böschung in offener Bauweise gequert. Der Ufereinschnitt wird zur Minimierung des Eingriffs und zum Schutz vor Böschungsrutschungen mit Spundwänden im erforderlichen Umfange hergestellt.
Der Verbau wird geräuscharm hergestellt und nach ordnungsgemäßer Verlegung der Entnahmeleitung wieder komplett gezogen.
Als Entnahmebauwerk (Länge = 74 m) ist ein in geeigneter Wassertiefe (> 1,50 m) in den Grund gerammtes Stahlrohr DN 900 mit entsprechenden Öffnungen geplant. Die Entnahmeleitung PE 80 o. 100 SDR 11 d 500 wird dann in offener Bauweise zum Pumpwerk des AZV geführt und dort an den vorhandenen Einlaufschacht zum Pumpensumpf angeschlossen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-09-17. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-08-09.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-08-09 Auftragsbekanntmachung
2012-12-20 Bekanntmachung über vergebene Aufträge