Anpassung Einfahrt Vorhafen (AEV) - Bauüberwachungsleistungen mit örtlicher Bauüberwachung, Bauvermessungen, Leistungen zur Regie und Steuerung einer Großbaustelle sowie zum Bodenmanagement und Koordinatorentätigkeit nach BGR 128 bzw. TRGS 524

Hamburg Port Authority AöR

(1) Für den Gewässerbereich Norderelbe/Vorhafen bestehen aufgrund der gegebenen nautischen und strömungstechnischen Verhältnisse Einschränkungen für die Passage von großen Schiffen. Das Projekt Anpassung Einfahrt Vorhafen (AEV) hat vor dem Hintergrund der Schiffsgrößenentwicklung zum Ziel, die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs zu gewährleisten. Hierfür soll der Zufahrtsbereich von der Norderelbe in den Vorhafen aufgeweitet werden. Die vorhandenen Uferbefestigungen der Landspitze Tollerort (konstruktive Stützbauwerke und Böschungen) und der landseitige Bodenkörper werden zurückgebaut und mit neuen Abschlussbauwerken versehen. Der Bau der neuen Uferbefestigung erfolgt bei laufendem Betrieb des benachbarten Containerterminals Tollerort (CTT).
(2) Im Rahmen des Projektes “Anpassung Einfahrt Vorhafen“ (AEV) sind zwei getrennte Maßnahmen vorgesehen, die innerhalb des bestehenden Baufeldes der Landspitze Tollerort parallel ausgeführt werden. Sie bestehen im Wesentlichen aus folgenden Teilmaßnahmen:
Maßnahme Rückbau Tollerort (TOR)
- Erdbau/Rückbau;
- Restverfüllung Kohlenschiffhafen;
- Vertiefung bestehender Wasserflächen;
- Herrichten und Betreiben von Bodenzwischenlagerflächen;
- Entwässerungsleitung Schifferweg.
Maßnahme Uferbauwerk Tollerort (TOV) – nicht Bestandteil dieses Verfahrens.
- Vorsetze Tollerort;
- Anschlussbauwerk Europakai.
(3) Die beim Rückbau der Tollerortspitze gewonnenen Böden werden größtenteils zur Restverfüllung des angrenzenden Kohlenschiffhafens (KSH) verwendet. Die Bodendisposition findet auf Bereitstellungsflächen innerhalb der Baustelleneinrichtungsfläche, sowie auf neu herzustellenden und zu betreibenden Bodenzwischenlagerflächen auf dem Kuhwerder Terminal (KWT) in Steinwerder statt. Ein Teil der Böden muss einer Entsorgung zugeführt werden.
(4) Die Ausführung der Maßnahme ist geprägt von schwierigen geologischen, reliktischen und umweltrelevanten Bodenverhältnissen, starkem Strömungs- und Tideeinfluss, der räumlichen Enge des Baufeldes, dem partiellen Kampfmittelverdacht sowie dem laufenden Schiffsverkehr.
(5) Nach Abschluss des Bauvorhabens wird die Hamburg Port Authority (HPA) die hergerichteten Flächen des KSH der Hafenwirtschaft für die gewerbliche Nutzung zur Verfügung stellen. Die neugeschaffene Gewässersituation bietet zudem die Möglichkeit, öffentliche Warteplätze für Feederschiffe einzurichten.
(6) Zu den Leistungen der Maßnahme „Rückbau Tollerort“, die Bestandteil dieses Teilnahmewettbewerbs sind, gehört die Überwachung und Leitung folgender Arbeiten:
(6.1) Rückbau von 500 lfdm Uferbauwerken mit unterschiedlicher Gründungsstruktur (Stahl / Beton / Holz);
(6.2) Landgestützter Abtrag von ca. 300.000 m³ Boden (bis -3,00 mNN) mit und ohne Umschlag über Baustellenanleger;
(6.3) ca. 680.000 m³ Nassbaggerarbeiten (tideunabhängig bis – 17,90 mNN, teilweise unter Kampfmittelverdacht) mit und ohne Umschlag über Baustellenanleger.
- Abtrag von 345.000 m³ Boden (nass – Terminalbereich) zum Einbau im Kohlenschiffhafen;
- Abtrag von 235.000 m³ Boden (nass – Norderelbe) zur Verbringung zur Bereitstellungsfläche Tollerort bzw. Bodenzwischenlagerfläche Kuhwerder Terminal (KWT);
- Abtrag von 100.000 m³ Boden (nass Lotsenhöft) zur Verbringung zur Bereitstellungsfläche Tollerort bzw. Bodenzwischenlagerfläche Kuhwerder Terminal (KWT).
(6.4) ca. 600.000 m³ Bodeneinbau in den Kohlenschiffhafen, davon ca. 100.000 m³ Weichböden
- Sandeinbau (60.000 m³) im Sprühverfahren (tideoffene Verrieselung, 3-lagig á 0,50 m) bei großer Wassertiefe (bis 10 m);
- Einbau von weiteren 210.000 m³ Boden auf gering tragfähigem Untergrund im Kohlenschiffhafen - unter Wasser;
- Einbau von 330.000 m³ Boden im Kohlenschiffhafen – landgestützt;
- Einbau Vertikaldräns (58.000 lfdm) und Bodenbewehrung (82.000 m²) vom schwimmenden Gerät aus (Wassertiefe bis 9 m).
(6.5) Kampfmittelsondierung/ -räumung und ggfs. Abtrag inhomogener kampfmittelverdächtiger Bodenkörper zum Teil in kontaminierten Bereichen (bis NN -10 m) in einem tidebeeinflussten Untergrundbereich von anthropogenen beeinflussten Auffüllungsböden.
(6.6) Abtrag kontaminierter Böden (≥Z2) unter besonderen Anforderungen der BGR 128 und TRGS 524, teilweise unter Wasser, Aufhalden im Baufeld bzw. Transport von ca. 30.000 m³ belasteten Böden zur Entsorgung (Entsorgung wird bauseits beauftragt!)
(6.7) Bodenmanagement von unbelasteten bis verunreinigten Böden auf der Baustelle (z.B. Sortieren; Bereitstellen; Aufhalden; Entwässern; direkt/ nach Zwischenlagerung Einbauen)
- Bodenseparierung nach Vorgaben des AG;
- Bodenmanagement unter räumlich beschränkten Verhältnissen;
- Einrichten und Betreiben einer Schwarz-Weiß-Anlage;
- Erstellen einer Bereitstellungsfläche mit Bodenbehandlung und Betrieb mehrerer Bereitstellungsflächen für Bodenmanagement.
(6.8) Wasserbehandlung / Wasseraufbereitung (MKW, PAK, BTEX).
(6.9) Einrichten und Betreiben von Arbeits- und Immissionsschutzeinrichtungen.
(6.10) Herstellung Deckwerk (45.000 m² Deckwerk, davon 5.000 m² vergossen) bis NN -16 m, zum Teil vergossen.
(6.11) Herstellen einer Entwässerungsleitung (DN 1.200, ca. 100 lfdm, Stahlbeton) inkl. Schieberschacht und Auslaufbauwerk.
(7)
- Bauzeit ca. 33 Monate;
- Abtragsbereich ca. 3,9 ha;
- Verfüllbereich ca. 4,9 ha.
(8) Die HPA beabsichtigt
- Bauüberwachungsleistungen mit örtlicher Bauüberwachung (Leistungen gemäß HOAI 2013 § 3 Abs. 3 s.a. HOAI 2009 Anlage 2, Absatz 2.8.8 und gemäß HBauO § 57), einschl. Bauüberwachungsleistungen von Kampfmittelsondier- und -räumarbeiten,
- Bauvermessungen (Leistungen gemäß HOAI 2013 Anlage 1, Absatz 1.4.7, s.a. HOAI 2009 Anlage 1, Absatz 1.5.7),
- Regie- und Steuerungsleistungen großer komplexer Erdbaustellen,
- Leistungen zum Bodenmanagement,
- Leistungen der Koordinatorentätigkeit nach BGR 128 bzw. TRGS 524,
zu vergeben. Der Teilnahmewettbewerb richtet sich an Unternehmen, die Erfahrungen in den entsprechenden Aufgabenstellungen haben.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-08-21. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-07-19.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-07-19 Auftragsbekanntmachung
2014-04-29 Bekanntmachung über vergebene Aufträge