Architektenleistungen im Rahmen der Erweiterung und Generalsanierung des Carl-Reuter-Berufskollegs in Hennef

Rhein-Sieg-Kreis, Der Landrat, Zentrale Vergabestelle

Architektenleistungen im Rahmen der Erweiterung und Generalsanierung des Carl-Reuther Berufskollegs in Hennef. Leistungsumfang: Leistungsphasen 1-9 gemäß § 33 HOAI, davon Leistungsphase 7 nur anteilig.
Bestandsdaten Hauptgebäude:
ca. 14 200 m² Gesamtnutzfläche, ca. 57 700 m³ umbauter Raum, ca. 9 900 m² bebaute Fläche, ca. 29 400 m², Grundstücksfläche, ca. 8 m Gebäudehöhe über Gelände.
Bestandssituation:
Das Carl-Reuter-Berufskolleg wurde 1976 als 2-geschossiges Schulgebäude errichtet. Es handelt sich um einen Stahlbetonskelettbau mit aussteifenden Betonkernen. Der gesamte Baukörper hat eine vorgehängte Betonfertigteilfassade mit durchlaufenden horizontalen Aluminium-Fensterbändern.
Die Aussenmaße des EG betragen ca. 115 x 85 m. Zwischen 4 innen liegenden Treppenhäusern liegen 3 Lichthöfe. Das Obergeschoss ist im Wesentlichen gegenüber dem EG zurückgesetzt.
Nutzung:
Das Kellergeschoss ist überweigend als Kriechkeller ausgebildet. Der übrige Teil besteht aus Lager- und Technikräumen.
Im Erdgeschoss sind neben zentralen WC-Anlagen, der Schulleitung, der Bibliothek und Pausenräume für die Schüler vorwiegend Fachbereiche für verschiedene Berufsausbildungen (Metalltechnik, Metallverarbeitung, Computer-Technik, Fleischerei, Großküche/Gastronomie, Elektro, Bäckerei/Konditorei, Schreinerei, Bautechnik, Malertechnik) mit den zugehörigen Spezialräumen untergebracht.
Im Obergeschoss sind neben Fachräumen für CAD-Zeichen- und EDV-Technik im Wesentlichen klassische Unterrichtsräume eingerichtet.
Grundlagen für die geplante Sanierung:
Bei einer Brandschau vor ca. 10 Jahren wurde auffällig, dass das Gebäude nicht den Regelungen in der Bauordnung NW entspricht; vor allem wurden folgende brandschutztechnische Probleme offenbar: Das Gebäude besitzt keine Brandabschnitte, die 4 Treppenhäuser liegen nicht an den Außenwänden, die Flurwände wurden nicht bis unter die Rohdecke geführt, die Wand- und Deckenkonstruktionen sind brandschutztechnisch nicht qualifiziert.
Ein erstes Brandschutzkonzept und erste Planungen führten nicht zu einer bauordnungsrechtlich abgeschlossenen Situation. Da wesentliche brandschutztechnische Probleme weiterhin bestanden und hierdurch die Fortführung des Betriebes der Schule gefährdet war, wurde von der Gebäudewirtschaft des Rhein-Sieg-Kreises im Jahre 2011 mit einem anderen Brandschutz-Sachverständigen ein neues Brandschutzkonzept entwickelt. Dieses Konzept wechselte aufgrund der konstruktiven Probleme am Gebäude auf eine dynamische Leitung der gefährdeten Personen. Hierdurch wird eine schnelle und sichere Entfluchtung des Gebäudes sichergestellt. Das Konzept wurde als vorgezogene temporäre Maßnahme abgestimmt, bauordnungsrechtlich beantragt und 2012 realisiert. Hierdurch ist der Schulbetrieb bis zu der nun geplanten grundlegenden Sanierung des Gebäudes gesichert.
Neben den brandschutztechnischen Problemen entsprechen die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik auch energetisch nicht den Anforderungen. Der Zustand der Gebäudesubstanz entspricht im Wesentlichen dem Baujahr (1976). Zudem ist der Schallschutz im Bestand nicht ausreichend.
In den letzten 10 Jahren wurden zahlreiche kleinere Sanierungsmaßnahmen, insbesondere brandschutztechnischer Art durchgeführt.
Geplante Generalsanierung:
Auf Grundlage der brandschutztechnischen Probleme aber auch der substanziell und energetische notwendigen Maßnahmen hat sich der Rhein-Sieg-Kreis entschlossen, das Gebäude zu sanieren. Die Variante der Aufgabe des Gebäudes und eines Neubaues wurde aus wirtschaftlichen Gründen verworfen. Da der Schulbetrieb auch während der Sanierungsmaßnahme fortgeführt werden muss, wird die Sanierung höchstwahrscheinlich in mehreren Bauphasen sukzessive durchgeführt werden. Dabei ist die Planung der Bauphasen eine wesentliche organisatorische Aufgabe des Planers. Die besonderen Probleme an dieser Schule durch das hohe Maß an speziellen Fachräumen mit schweren Maschinen muss dabei berücksichtigt werden.
Bei der geplanten Sanierung geht der Rhein-Sieg-Kreis davon aus, dass das Gebäude bei jedem Bauabschnitt über Abbrucharbeiten bis auf den Rohbau heruntergeführt werden muss. Lediglich die in den letzten Jahren renovierten Teil-Bereiche aber auch die Einbauten mit schweren Maschinen bleiben ggf. bestehen. Inwieweit die Treppenhäuser bestehen bleiben, ist von der architektonischen Konzeption abhängig.
Danach werden die wetterfeste Hülle und der innere Ausbau, incl. Haustechnik komplett neu aufgebaut. Die Überschneidungen mit den technischen Anlagen der verschiedenen Abschnitte, bei denen ggf. Kollisionen zwischen Bestand und Neubau möglich sind, sind in der Planungsphase zu prüfen; Konzepte sind zu entwickeln.
Geplanter Erweiterungsbau:
Aufgrund der bevorstehenden Generalsanierung wurde die bestehende Raumsituation überprüft und erweitertes Raumprogramm zur Verbesserung des pädagogischen Konzeptes entwickelt. Hieraus ergibt sich ein zusätzlicher Flächenbedarf in der Größe von ca. 2 000 m² Hauptnutzfläche.
Diese zusätzliche Fläche ist Bestandteil des Planungsauftrages. Ein Standort für diese Fläche ist noch nicht definiert. Die Konzeption dieser Erweiterung der Schule im Zusammenhang mit der Sanierung des Hauptgebäudes und den notwendigen Ersatzmaßnahmen zur Unterbringung des Schulbetriebes ist grundlegende Aufgabe des Architekten in der Vorentwurfsphase. Eine Aufgabe dieses Erweiterungsgebäudes kann ggf. in der Bauphase auch der Dienst als Ersatzfläche sein.
Besonderheiten Bauablauf/Ausführungszeiten:
Die Generalsanierung erfolgt im laufenden Betrieb des Berufskolleges. Hierbei sind im Besonderen die Unterrichtszeiten zu beachten und einzuplanen. Ausweichräumlichkeiten stehen im Schulgebäude nur in sehr geringem Umfang zur Verfügung. Ersatzflächen können über die Aufstellung von Containern geschaffen werden. Die Geschoßdecken bestehen aus Stahlbeton und Betonfertigteilen. Hierdurch überträgt sich der Schall von Arbeiten an der Betonkonstruktion über weite Bereiche des Hauses und führt so zu Beeinträchtigungen in den genutzten Räumen. Die Koordinierung der Arbeiten im Zusammenspiel mit dem fortlaufenden Betrieb der Schule wird ein wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung der Maßnahmen sein.
Mit den Architektenleistungen soll unverzüglich nach Vertragsschluss begonnen werden. Für die Planung und Bauvorbereitung sind 18 Monate vorgesehen. Der Baubeginn ist im Anschluss daran für das erste Quartal 2015 geplant. Die Bauphase soll binnen 2 Jahren, spätestens Mitte 2017 (zum Ende des Schuljahres 2016/2017) abgeschlossen sein.
Architektenleistungen:
Zur Durchführung der beschriebenen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen sollen Achitektenleistungen der Leistungsphasen 1-9 gemäß § 33 HOAI beauftragt werden. Leistungsphase 7 wird dabei nur anteilig beauftragt, da Teile der Leistungen durch die Zentrale Vergabestelle (ZVS) des Rhein-Sieg-Kreises erbracht werden. Der Schwerpunkt der Bearbeitung dieses Auftrages liegt einerseits in den Leistungsphasen 2-3 (Vorentwurf und Entwurf), in denen eine Konzeption entwickelt werden muss, die die brandschutztechnischen Probleme des Gebäudes löst, andererseits sollen die notwendigen Erweiterungsflächen in einen optimalen Funktionszusammenhang mit der bestehenden Schule gebracht werden, dabei ist die Durchführbarkeit der Maßnahme in Teilabschnitten unter Beibehaltung des Unterrichtes sicher zu stellen. Der zweite Schwerpunkt liegt in der Leistungsphase 8 (Bauleitung). Hier ist eine stringente Überwachung der Baumaßnahme zur Sicherstellung eines mit dem Schulbetrieb abgestimmten Terminplanes notwendig. Die Einflechtung aller Gewerke, auch der technischen, in einen reibungslosen Bauablauf ist zentrale Aufgabe des bauleitenden Architekten.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-04-17. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-03-11.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-03-11 Auftragsbekanntmachung