Automatisiertes Risikoklassifizierungssystem für Immobilienkunden im sozial geförderten Wohnungsbestand NRW (Mietwohnungen und selbstgenutzter Wohnraum) (Bestandsscoring)
Die NRW.BANK schreibt die fachliche Entwicklung eines automatisierten Risikoklassifizierungssystems für Immobilienkunden inklusive Validierungskonzept aus einschließlich fachlicher Betreuung, Validierung und Weiterentwicklung sowie die IT-technische Bereitstellung, Wartung und Implementierungsunterstützung. Geplant ist die Aufnahme des produktiven Betriebs im 2. Quartal 2015.
Das zu ratende Immobilienkundenportfolio umfasst geförderte Eigenheimfinanzierungen sowie private und gewerbliche Mietinvestoren des sozialen Wohnungsbaus (gemäß Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen (WFNG NRW)). Die NRW.BANK bzw. ihr Vorgängerinstitut ist seit 1948 in diesem sehr langfristigen Förderkreditgeschäft tätig.
Aufgrund der besonderen Prozesse ist ein Antragsscoring zur Unterstützung der Kreditentscheidung oder der Konditionengestaltung nicht erforderlich. Die automatisierte Risikoklassifizierung setzt bei allen Eigenheimfinanzierungen unmittelbar nach Bewilligung ein, für Mietinvestoren liegt beim ersten Bestandsscoring teilweise bereits ein Vorgängerrating aus anderen Ratingverfahren der Bank vor. Die mit dem Verfahren zu ratenden Kunden unterliegen der jährlichen Offenlegung nicht, d. h. es sind keine oder keine aktuellen Informationen zu Einkommens- und Vermögenssituation verfügbar. Es besteht für die Kunden kein Girokonto, sondern in der Regel eine Ein-Produkt-Beziehung mit halbjährlichen Leistungsterminen. Die Risikoklassifizierungen sind voraussichtlich mindestens monatlich zu aktualisieren (in Abhängigkeit von der Änderungshäufigkeit der identifizierten Risikofaktoren).
Das Risikoklassifizierungssystem ist NRW.BANK-individuell auf dem Datenbestand und der Ausfallhistorie unter Berücksichtigung der Risikosicht der Bank zu entwickeln ohne Nutzung zusätzlicher externer Bonitätsinformationen/-scores oder von Auskunfteiinformationen. Die Datenbereitstellung erfolgt durch die NRW.BANK. Die spätere modular aufbauende Ergänzung externer Faktoren soll möglich sein, ist aber nicht Teil der Ausschreibung.
Im Zuge der Entwicklung sind gleichzeitig Frühwarnindikatoren zu identifizieren und zu implementieren (=Implementierungsunterstützung), die geeignet sind, eine Früherkennung von Risiken im Sinne von MaRisk BTO 1.3 im relevanten Portfolio (s.o.) aber ggfs. auch für die mit anderen Risikoklassifizierungsverfahren der Bank gerateten privaten und gewerblichen Mietinvestoren des sozialen Wohnungsbaus sicherzustellen.
Die Leistung muss die IRB-konforme Dokumentation der Entwicklung sowie das IRB-konforme Validierungs- und Pflegekonzept der NRW.BANK für das Verfahren umfassen. Das im Ergebnis entwickelte Risikoklassifizierungsverfahren muss den Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) für die NRW.BANK als größeres KSA-Institut genügen. Die Strukturierung muss so ausgelegt sein, dass sie effizienten Betrieb, Validierung und Weiterentwicklung ermöglicht.
Die Ratinganwendung kann im Eigenbetrieb des Auftragsgebers oder als ASP-Lösung (Application Service Provider) mit Historienführung beim Auftragnehmer betrieben werden. Die Möglichkeit einer zukünftiger Anbindung externer Bonitätsinformationen/-scores ist technisch mit zu berücksichtigen. Die technische Lösung soll offen sein für die Implementierung weiterer Risikoklassifizierungsverfahren der NRW.BANK (Scorecards).
Die Ausschreibung richtet sich an alle erfahrenen Anbieter, die neben dem Risikoklassifizierungssystem auch die genannten Nebenleistungen anbieten können (ggf. über Subunternehmer).
Der Anbieter muss nachweislich über mehrjährige Erfahrung verfügen, vgl. Anforderungen an die technische Leistungsfähigkeit unter III.2.3).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-11-21.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-10-09.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2013-10-09
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Auftragsbekanntmachung
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