Beschaffung einer IT-Telekommunikationslösung

KID Magdeburg GmbH

Die KID Magdeburg GmbH (KID) ist Dienstleister der Genossenschaft KITU Kommunale IT-Union eG (KITU) und beabsichtigt, einen Rahmenvertrag über die Bereitstellung einer zukunftsorientierten IP- Telekommunikationslösung abzuschließen.
Zum Bedarfsumfang zählen insbesondere auch die Bedarfe der Mitglieder der Genossenschaft "Kommunale
ITUnion e.G." in Sachsen-Anhalt. Zweck der Genossenschaft ist die umfassende Unterstützung ihrer Mitglieder
zur wirtschaftlichen Versorgung mit IT-Dienstleistungen und IT-Lieferungen und damit der Förderung der durch die Mitglieder verfolgten öffentlichen Zwecke durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb.
Die Mitglieder sind frei in ihrer Entscheidung, die Leistungen der Genossenschaft in Anspruch zu nehmen. Gegenstand des Unternehmens ist u.a. die Bereitstellung von IT-Diensten einschließlich der Erbringung informationstechnischer und beratender Dienstleistungen für Mitglieder sowie Deckung des festgestellten Bedarfs der Mitglieder über die Dienstleistungsgesellschaft "KID Magdeburg GmbH". Die KID ist beauftragt, den Bedarf der Mitglieder der Genossenschaft zu decken und die dazu erforderlichen Ausschreibungen durchzuführen.
Der Kreis der Mitglieder wird während der Vertragslaufzeit voraussichtlich nicht identisch bleiben, sondern
sich erweitern. Die Mitgliedschaft können Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts erwerben sowie ihre rechtlich selbständigen Einrichtungen und Unternehmen, an denen privatrechtliches Kapital nicht beteiligt ist und die nicht gewerblich am Markt tätig sowie als öffentliche Auftraggeber im Sinne des Kartellvergaberechts einzustufen sind.
Durch die ausgeschriebenen Leistungen sollen unterschiedliche IP-Telekommunikationsprojekte bei den
Kunden der KID Magdeburg GmbH und bei der KITU Kommunale IT-Union eG und deren Mitglieder umgesetzt werden. Der erfolgreiche Bieter wird verpflichtet, die auf Grundlage der Rahmenvereinbarung durch Einzelabruf
bestellten Leistungen je nach Anforderung auf Basis eines EVB-IT-Systemlieferungsvertrages zu liefern. Hierbei handelt es sich um folgende Leistungen:
- Lieferung von Hardware und Software,
- Instandhaltung der Hardware und Software,
- sonstige Dienstleistungen, insbesondere Migrationsleistungen, Dokumentation sowie Schulungen.
Die bestehenden Rahmenbedingungen sowie die technischen und fachlichen Anforderungen an die zu erbringende Leistung sind im Leistungsverzeichnis samt der Leistungsbeschreibung und den Preisblättern sowie in dem auszufüllenden Kriterienkatalog definiert.
Das Mengengerüst wurde aufgrund einer Bedarfsumfrage geschätzt und kann nur in dem angegebenen
Volumen prognostiziert werden. Eine Abnahmegarantie erfolgt nur im Hinblick auf den Bedarf in Höhe von EUR
1.000.000,00. Darüber hinaus kann eine Abnahmemenge nicht verbindlich angegeben werden. Die Telekommunikationslösungen eines Einzelabrufs sollen jeweils bestehen aus IPTelekommunikationseinrichtungen,
den für die Anschaltung von Endgeräten und die Realisierung von
Netzanschlüssen notwendigen Gateways einschließlich der Anschaltmodule und den Endgeräten einschließlich
Demontage und Entsorgung von Altgeräten, Dokumentation, Schulung und Betreuung nach der Lieferung. Die jeweils konkret im Einzelabruf abgefragten Leistungen werden entsprechend den
vorhandenen Anforderungen individuell angepasst. Die Leistungsbeschreibung enthält einen Warenkorb, der je nach den Bedürfnissen des Einzelabrufs zusammengestellt und durch die KID beschafft wird. Der
jeweilige Einzelabruf bildet das System, das nach Maßgabe des Rahmen- und Systemlieferungsvertrags bereit zu stellen ist. Die technischen und fachlichen Anforderungen in den Vergabeunterlagen spiegeln ein Portfolio der geforderten Dienste dar, um flexibel auf die jeweiligen Anforderungen eines Einzelabrufs reagieren zu können.
Die KID Magdeburg GmbH sucht eine Kommunikationslösung, die flexibel auf die Bedürfnisse der
Gesellschafter regieren kann und genügend Potential für Wachstum mitbringt. Kernmerkmale sind
- problemlose Einrichtung,
- zuverlässige Leistung sowie
- einfache Anwendung und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung.
Wesentliche Anforderungen der Vergabestelle an die IP-Telekommunikationslösung sind zudem::
- Business Continuity, die nur durch zuverlässige Hochverfügbarkeits-Lösungen mit kurzen Umschaltzeiten erreichbar ist,
- Wachstumsfähigkeit durch Skalierbarkeit,
- Mandantenfähigkeit,
- Problemlose Einrichtung (Managebarkeit und Integration in bestehende Systeme),
- Sicherheitsmaßnahmen zur Gewährleistung von Vertraulichkeit und Integrität.
Das von den Bietern anzubietende Kommunikationssystem muss mit standardbasierten Protokollen nach IETF, IEEE, ITU-T arbeiten und x86-64 als Hardware Architektur sowie die Virtualisierung unter VMware unterstützen. Es muss eine Offenheit bieten, die es ermöglicht, auch zukünftige Entwicklungen zu integrieren. Als Signalisierungsprotokoll muss das Kommunikationssystem primär den SIP Standard benutzen.
Nachfolgende Vorteile werden von der Kommunikationslösung erwartet:
Das Kommunikationskonzept soll zeigen, wie SIP-Plattformen die Kommunikationskosten reduzieren können. Sprache und Daten werden nicht länger getrennt voneinander behandelt, sodass nur eine konvergente Infrastruktur verwaltet und gewartet werden muss.
Die KID Magdeburg will selbst entscheiden, wann, wo, wie und in welchem Ausmaß in innovative Technologien investiert werden soll. Die Bieter müssen eine komplette Suite von SIP-Endpunkten, Softclients und Media- Gateways bereitstellen, die eine Schnittstelle zum öffentlichen Netz, zu LANs, WANs, Legacy-Geräten und IPClients haben.
Für die Umwandlung der bestehenden Kommunikationslösung in Echtzeit-IP-Kommunikation erwartet die Vergabestelle eine Vielzahl von Optionen. Die Kosten für die IP-Infrastruktur müssen durch die Verwendung von Hochleistungs-Gateways und standardisierten Kompressionsverfahren weiter reduziert werden. Erwartet wird höchste Verfügbarkeit und Qualität der Kommunikation über geeignete IP-Routing Mechanismen.
Die Hardwareplattform muss über Serverknoten-Clustering Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit auf Niveau der Carrier-Klasse bereitstellen. Hot-Swap-Komponenten, Active/Standby Fast Ethernet-Verbindungen und Netzwerkverbindungen über Ethernetswitches bilden weitere Komponenten der Hochverfügbarkeit.
Erwartet wird zudem, dass verteilt über mehrere Standorte, alle Systemfunktionen und -anwendungen universell nutzbar sind. Dank des großen Funktionsumfangs stehen Benutzern alle Werkzeuge zur Verfügung, die sie
für die effiziente Arbeit und Kommunikation benötigen. Dieses Funktionsangebot muss durch Anwendungen wie
Unified Messaging und Call Center-Unterstützung noch erweiterbar sein.
Die Anzahl proprietärer SIP Protokollerweiterungen, die verwendet werden, soll auf ein Minimum reduziert sein. SIP ist das Protokoll, über das auch die Übergänge zu den Telefonprovidern realisiert werden, ohne auf teure TDM-basierte Hardware angewiesen zu sein.
Kommunikationsapplikationen wie z.B. Voicemailsysteme, IVRs und automatisierte Vermittlungssysteme werden heute schon über SIP im LAN an die Kommunikationsserver gekoppelt.
Entwicklungen wie SIMPLE (Presence und Instant Messaging über SIP) sind als richtungsweisende
Anforderungen zu erfüllen.
Es ist zu erwarten, dass der Trend zu konvergenten Netzwerken nicht damit endet, dass Telefonie und Daten
über ein Netzwerk übertragen werden. Unternehmensnetze dienen in Zukunft als Transportplattform für verschiedenste Dienste. Konzepte wie SaaS (Software-as-a-Service) und CaaS (Communications-as-a-Service) sind in dem Bereich zukunftsweisend.
Die KID Magdeburg GmbH fordert einen Systemaufbau unter Berücksichtigung des SOA Konzeptes
(Service Oriented Architecture).
Anzubieten ist ein SIP-basierter Softswitch als Kern der IP-Telekommunikationslösung. Die KID Magdeburg GmbH erwartet von der Einführung eines modernen zentralisierten Kommunikationssystems auf Basis eines SIP Softswitches verschiedene Nutzeffekte. Das Hauptaugenmerk wirdc auf geringe TCO (Total Cost of Ownership) bei möglichst hohem ROI (Return of
Investment) gelegt.
Die erwarteten Nutzeffekte sind zum einen durch die zwingende Notwendigkeit der Zentralisierung
begründet, es müssen insbesondere Einsparpotential bei Administration, Wartung und Support erreicht werden. Eine weitere Verbesserung muss sich durch den Einsatz der VoIP Technik bei Umzügen und Neueinrichtung
von Teilnehmern ergeben (MAC-Moves Adds and Changes).
Eher geringeres Potential wird bei Reduzierung der Kosten für Standleitungen und Gesprächskosten gesehen. Trotzdem sollte auch dieser Punkt von den Bietern berücksichtigt werden, insbesondere durch
Möglichkeiten zu zentralisierter PSTN Anbindung sowie Integration von Festnetz- und Mobiltelefonie in eine
Lösung.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-08-07. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-06-19.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-06-19 Auftragsbekanntmachung
2013-11-14 Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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