BLB AC/RWTH/GHI Neubau Georessourcen/Projektsteuerungsleistungen 005-13-01207
Die RWTH Aachen beabsichtigt einen Neubau für das Institut für Gesteinshüttenkunde als Bestandteil der Fakultät 5 (Georessourcen und Materialtechnik) zu errichten. Die vorhandenen Räumlichkeiten im Kernbereich der RWTH können die Durchführung von Lehre und Forschung nicht mehr adäquat gewährleisten. Das Institut soll auf den Campus Melaten verlagert werden und dort den Auftakt für die Bündelung und Zentrierung der im Stadtgebiet verteilten Institute der Fachgruppe Georessourcen & Materialtechnik bilden. Das Institut für Gesteinshüttenkunde setzt sich aus den Lehrstühlen Keramik und feuerfeste Werkstoffe (KfW), Glas und keramische Verbundwerkstoffe (GkV) sowie dem Lehrgebiet Modellbildung in der Werkstofftechnik (MiW) zusammen. Für das Institut soll ein Neubau mit ca. 2 840,50 m² NF 1-6 geplant werden. Das Ziel von Forschung und Lehre am Lehrstuhl für Keramik und Feuerfeste Werkstoffe ist das Verständnis materialwissenschaftlicher Zusammenhänge im Bereich Keramik und ihre Umsetzung in industrielle Prozesse und Anwendungen. Die Werkstoffpalette umfasst sowohl die klassischen Gebiete der feuerfesten Werkstoffe und Baustoffe der Silikatkeramik als auch die Technische Keramik sowie Hochleistungskeramik bis hin zur Biokeramik. Herausragende mechanische, physikalische und chemische Eigenschaften dieser unterschiedlichen Werkstoffe eröffnen eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten z.B. im Maschinenbau, in der Umwelt- und Energietechnik, auch bei extrem hohen Temperaturen sowie Halbleiterindustrie und in der Medizintechnik. Ein weiterer Schwerpunkt wird durch den Lehrstuhl Glas und Keramische Verbundwerkstoffe abgedeckt. Hier werden die Forschungsschwerpunkte Prozesstechnik, Glaskorrosion, Thermochemie mineralischer Werkstoffe und Verbundwerkstoffe bearbeitet. In dem Gebiet der Prozesstechnik werden Strategien entwickelt, um die Effizienz des Glasschmelzprozess zu steigern. Bei der Untersuchung der Glaskorrosion wird die hydrolytische Beständigkeit von Mehrkomponenten Gläsern im Kontakt mit wässrigen Lösungen bearbeitet. Durch Berechnungen und Analysen auf dem Gebiet der Thermochemie mineralischer Werkstoffe können Materialeigenschaften auch von Funktionsgläsern und funktionalisierten Oberflächen sehr genau bestimmt bzw. vorhergesagt werden. Des Weiteren wird die Entwicklung hochinnovativer Verbundwerkstoffe, zum Beispiel beim Einsatz in der Brennstofftechnologie, vorangetrieben. Das Lehrgebiet Modellbildung in der Werkstofftechnik bildet einen interdisziplinären Brückenschlag zwischen der Grundlagenforschung physikalischer Modellbildung über fortgeschrittene numerische und informationstechnische Methoden bis hin zu angewandten ingenieurwissenschaftlichen Fragen des Materialdesigns und der Prozessoptimierung. Kern der Forschung bildet das Gebiet der Materialsimulation mit Fokus auf simulationsgestütztem Design von atomaren Strukturen. Entsprechend der Lehrgebiete sind die 3 Arbeitsgruppen Keramik, Glas und Modellbildung gegliedert, die zusammen mit der jeweiligen Institutsleitung eine Fläche von ca. 800 m² an Büro und Besprechungsräumen benötigen. Die Arbeitsgruppen sollen räumlich-funktional gegliedert sein, jedoch auch einen projektbezogenen und interdisziplinären Austausch ermöglichen.
Für die Lehre wird ein kleiner Hörsaal mit ca. 80 m², sowie ein weiterer Seminarraum mit ca. 50 m² benötigt. Beide Bereiche sollten möglichst zentral im Eingangsbereich des Institutes angeordnet sein. Die Laborbereiche des Institutes sind funktional unterteilt in die Bereiche Thermo-Optik (ca. 160 m²) bspw. für experimentelle Anwendungen im Bereich der Differentialthermoanalyse (DTA) und Thermogravimetrie (DSC?TG), Keramik und Formgebung (ca. 160 m²), Zement und Bindemittel (ca. 130 m²), Messtechnik und Analytik (ca. 220 m²) zur Untersuchung von keramischen Strukturen im Nanometer-Bereich, Ofentechnik (ca. 500 m²) für die Charakterisierung von Hochtemperatureigenschaften bis 3 000 °C sowie Chemie (ca. 140 m²) u.a. zur Analyse des Korrosionsverhaltens technischer Gläser und Aufbereitung (ca. 120 m²). Die Laborbereiche machen
eine Gesamtfläche von ca. 1 430 m² aus. Im Bereich der Ofentechnik ist auch die Technische Versuchshalle mit ca. 200 m² angesiedelt. Diese ist ebenerdig mit direkter Anbindung nach außen anzuordnen. Hier findet auch die Anlieferung von Material und Proben statt. Die Versuchshalle ist mit einer 5 t Kranbahn auszustatten.
Eine auf generative Fertigungsverfahren ausgelegte Werkstatt benötigt ca. 160 m².
Die Laborbereiche und die Werkstatt werden teilweise lehrstuhlübergreifend genutzt. Durch die funktionale Unterteilung in die o.g. Bereiche sollen die Labore optimal miteinander „interagieren“ können und ungünstige Raumzusammenhänge vermieden werden. Hierbei ist vor allem die räumliche Trennung der sensiblen Mess- und Analytikräume von den lärm- und schwingungsintensiven Aufbereitungsräumen, aber auch der Ofentechnik und der Werkstatt zu achten. Die Messräume sind möglichst erdgebunden zu planen, um auf technisch aufwändige und entsprechend teure Schwingungsentkopplung so weit wie möglich verzichten zu können.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-11-08.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-10-07.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-10-07
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Auftragsbekanntmachung
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2015-09-07
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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