Einführung eines Geoinformationssystems für den zentralen Eisenbahnbetrieb

Vattenfall Europe Information Services GmbH

Aufbau eines Geoinformationssystems für den Zentralen Eisenbahnbetrieb (ZEB) der Vattenfall Europe Mining AG.
Der Zentrale Eisenbahnbetrieb, als ein Betriebsteil der Vattenfall Europe Mining AG (VE-M), führt alle schienengebundenen Transporte innerhalb des Unternehmens auf der eigenen Infrastruktur durch. Außerdem wird die Betriebsführung auf Anlagen der Vattenfall Europe Generation AG wahrgenommen.
Zur Erreichung einer effizienteren Arbeitsweise soll im Rahmen dieses Projektes das Bestandskartenwerk des ZEB zukünftig in ArcGIS geführt werden.
Die Bahnanlagen des Zentralen Eisenbahnbetriebes (ZEB) verbinden die Förderräume Jänschwalde/Cottbus-Nord, Welzow und Nochten/Reichwalde miteinander. Die territoriale Ausdehnung erstreckt sich über ca. 50 km in Nord-Süd-Richtung und ca. 30 km in Ost-West-Richtung. Die Anlagen werden entsprechend ihrer Funktion in Anlagen des Kohle- bzw. Entsorgungsfahrbetriebes sowie der Anschlussbahnen Schwarze Pumpe und Peitz-Ost unterteilt. Beide Anschlussbahnen verfügen über einen direkten Übergang in das Netz der DB AG. Die Wartung und Instandhaltung der Bahnanlagen, zu denen sowohl die Gleisanlagen, als auch die Eisenbahnsicherungstechnischen, die Fahrleitungs- und Stromversorgungsanlagen sowie die Betriebsleittechnik gehören, erfolgt ausschließlich durch Fremdfirmen.
Die Planung von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten wird von den Mitarbeitern des ZEB vorgenommen. Die Überwachung der Ausführungsarbeiten erfolgt ebenfalls durch eigene Beschäftigte. Dies trifft auch auf Erweiterung bzw. den Neubau von Anlagen zu.
Der ZEB verfügt über einen Anlagenbestand von 371 km Gleis, 670 St. Weichen und 19 Stellwerksrechner. Die Gleisanlage ist zu 90 % elektrifiziert .Der gleiche Anteil der Gleisanlagen ist sicherungstechnisch an die Stellwerksrechner angeschlossen.
Für die Anlagen des ZEB wird ein Bestandskartenwerk von der Markscheiderei der VE-M (bzw. dem Tochterunternehmen GMB) im Vattenfall- Standard geführt. Die Besonderheit besteht darin, dass dieses, wie auch bei der DB-AG, im Maßstab 1:1000 geführt wird. Parallel zu dem Bestandskartenwerk werden schematische Lagepläne durch den ZEB in dem Programm Micrografx Designer geführt und bearbeitet. Diese Unterlagen stellen ein Hilfsmittel für die Orientierung in der Außenanlage sowohl der ZEB- Mitarbeiter, als auch der Fremdfirmen dar, die in den Gleisanlagen tätig sind. Des Weiteren sind die schematischen Lagepläne Bestandteil der Betriebs- und Bauanweisungen (BETRA). In den Plänen werden die Baubereiche, die Bauzustände und die Sicherungsmaßnahmen eingetragen.
Neben diesen Lageplänen im Format A4 werden für die Territorien Jänschwalde/Cottbus-Nord, Welzow/Schwarze Pumpe und Nochten/Boxberg großformatige Übersichtspläne gleichen Inhaltes geführt. Aus diesen Plänen ist die Zuordnung der einzelnen Bereiche im gesamten System ersichtlich.
Für die Fahrleitungs- und Stromversorgungsanlagen werden in weiteren großformatigen schematischen Lageplänen die Schaltzustände dargestellt.
Grundlage des Bestandskartenwerkes des ZEB, welches in MicroStation V8 geführt wird, ist das Organisationsprojekt der Markscheiderei mit den zusätzlichen Gleisinformationen. Diese Informationen beziehen sich auf nur eisenbahntypische Anlagen, wie Signale und Fahrleitungsmaste einschließlich der Bezeichnungen, Weichenbauformen, Brücken und Bahnübergangsbezeichnungen, Gleisfahrzeugwaagen.
Das Bestandskartenwerk des ZEB beinhaltet im Wesentlichen einen Bereich von 10 m links und rechts der Gleisachse (bei mehrgleisigen Abschnitten jeweils bezogen auf das äußere Gleis). Wenn sich Unter- bzw. Oberkanten von Dämmen und Einschnitten in einem Abstand von mehr als 10 m zur Gleisachse befinden, werden diese noch mit im Bestandskartenwerk dargestellt. Dies trifft auch auf alle weiteren Anlagen zu, die zur Bahnanlage gehören (Kabel, Leitungen, Kabeltröge, Stationen, Gebäude, Wege, Brandschutzstreifen u. ä.).
Zu einer vorhandenen Datenbank (Verwaltungs- und Informationssystem Bahnanlagen) ist eine Schnittstelle zwischen den Produktionsdatennetz (VIPS-B) und dem Büronetz zu schaffen. Dazu sind Abstimmungen mit der Firma PC-Soft und dem AG zu führen.
Die Anwendung einer gesonderten Bahnfachschale ist auf Grund der notwendigen Spezifik erforderlich.
Aus dem Bestandkartenwerk sind schematische Lagepläne über für unterschiedliche Anwendungsfälle (schematischer Lageplan Grundplan, schematischer Lageplan Notfahrweise, schematischer Lageplan Notfahrwege, schematischer Lageplan Geschwindigkeitswechsel und schematischer Schaltplan) zeitnah zu erzeugen. In den schematischen Lageplänen müssen die wichtigsten geometrischen Objekte wie Weichen, Gleise, Gleisabschlüsse, Signale, Fahrleitungsmaste u. ä.) enthalten sein.
Für die nichttechnisch gesicherten Bahnübergänge sind über eine Fachschalenlösung Berechnungen für die Erstellung der Kreuzungspläne vorzunehmen.
Auf der Grundlage des schematischen Grundplanes sind schematische Schaltpläne mit den entsprechenden Schaltzuständen zu erzeugen. Dabei ist über ein Werkzeug der entsprechende Schaltzustand den Netzwerkelementen automatisch zuzuordnen. Die Schaltpläne tragen einen sicherheitsrelevanten Charakter und bilden die Basis für Schalthandlungen.
In der Vattenfall Europe Mining AG wurde 2009 entschieden, ArcGIS-Lösungen auf einer ArcGIS Technologie von ESRI in der Markscheiderei aufzubauen. Die zukünftige ArcGIS Anwendung ZEB hat sich in eine existierende GIS Infrastruktur zu integrieren.
Das ArcGIS des ZEB muss sich in die vorhandene IT-Systemlandschaft der VE-M einfügen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-11-20. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-10-18.

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Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-10-18 Auftragsbekanntmachung