Im Rahmen des Ausbaus des Eisenbahnknotens Magdeburg ist die Umgestaltung der Bahnanlagen mit Änderung des Spurplanes im Bereich der Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee (EÜ ERA) vorgesehen. Gleichzeitig mit dem Umbau der EÜ ERA soll eine verkehrstechnische Neuordnung des Fahrzeug-, Fußgänger- und Straßenbahnverkehrs in dieser Straße erfolgen. Es ist geplant, ein zusammenhängendes Ingenieurbauwerk (Tunnelbauwerk) zu errichten, welches den Eisenbahnverkehr in der Ebene +1, den Fußgänger-/ Rad- und Straßenbahnverkehr innerhalb der Ebene 0 und den motorisierten Individualverkehr in der Ebene -1 führen soll.
Unmittelbare Kreuzungsbeteiligte sind die DB Netz AG für den Schienenweg und die LH MD für die Straße. Die Belange des Baulastträgers DB Netz AG und die Belange des Baulastträgers Straßenbahn (MVB) und der Ver- und Entsorgungsträger (SWM, AGM) werden durch die LH MD in diesem Vergabeverfahren im Namen und auf Rechnung der Vollmachtgeber vertreten.
Das Vergabeverfahren wird von allen Auftraggebern gemeinsam durchgeführt, in deren Ergebnis die Landeshauptstadt Magdeburg in Vollmacht und im eigenen Namen entsprechend der Baulasten im Sinne der Kreuzungsvereinbarung jeweils separate Aufträge an den Auftragnehmer erteilt. Von der Kreuzungsmaßnahme sind auch die Straßenbahntrasse der MVB, die Elektro-, Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Informationsanlagen der SWM und schließlich auch die öffentlichen Abwasseranlagen der AGM betroffen. Die MVB, die SWM und die AGM werden sowohl im Vergabeverfahren als auch beim Vertragsschluss durch die LH MD vertreten. Die Auftraggeber LH MD, DB Netz AG, MVB, SWM und AGM werden somit unter Berücksichtigung der Vollmachterteilung an die Landeshauptstadt Magdeburg jeweils eigenständige und getrennte Vertragsverhältnisse über Ingenieurleistungen mit dem wirtschaftlich günstigsten Bieter ohne Übernahme einer Gesamtschuld eingehen.
Die Ingenieurverträge werden im eigenen Namen (LH MD) und in Vollmacht, im Namen und auf Rechnung der anderen Auftraggeber (DB Netz AG, MVB, SWM und AGM) durch die LH MD abgeschlossen.
Der Auftrag umfasst folgende Leistungen: Objektplanung Freianlagen, Objektplanung Ingenieurbauwerke, Objektplanung Verkehrsanlagen, Tragwerksplanung, Planung der Technischen Ausrüstung, Örtliche Bauüberwachung, SiGeKo.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-06-28.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-05-23.
Auftragsbekanntmachung (2013-05-23) Objekt Umfang der Beschaffung
Titel: Planungsleistungen im Bauwesen
Menge oder Umfang:
“Lph 7,8,9 aus § 38 HOAI 2009, Lph 7,8,9 aus § 42 HOAI, Lph 7,8,9 aus § 46 HOAI 2009, Lph 7,8,9 § 53 HOAI 2009, jeweils Grundleistungen und Besondere...”
Menge oder Umfang
Lph 7,8,9 aus § 38 HOAI 2009, Lph 7,8,9 aus § 42 HOAI, Lph 7,8,9 aus § 46 HOAI 2009, Lph 7,8,9 § 53 HOAI 2009, jeweils Grundleistungen und Besondere Leistungen, insbesondere Örtliche Bauüberwachung, allerdings für die DB Netz AG keine Lph 7,9, keine örtliche Bauüberwachung, Für die Ingenieurbauwerke der DB Netz AG und LH MD zusätzlich: Lph 5 aus § 42 HOAI 2009, Lph 4 aus § 49 HOAI 2009, jeweils Grundleistungen und Besondere LeistungenSicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination gemäß § 3 BaustellV sowie Leistungen nach RAB 30, Nr. 3.1 und 3.2.Die Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee besteht im Bestand aus 15 einzelnen Stahlüberbauten. Von diesen werden 12 Überbauten durch Gleise genutzt und 3 Überbauten durch Bahnsteige. Die Unterbauten bestehen aus massiven, flachgegründeten Widerlagern. Im Straßenzug der Ernst-Reuter-Allee befindet sich im Bestand eine zweigleisige Straßenbahnstrecke, über die mehrere Linien verkehren. Der Planungsbereich wird im Westen vom Knoten Damaschkeplatz (Straßenbahnhaltestelle Damaschkeplatz/ZOB) begrenzt.Geplant ist die Erneuerung der Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee als zweistöckiger Rahmen innerhalb der bestehenden Widerlager. Dabei wird der Straßenverkehr komplett vom Straßenbahnverkehr entkoppelt und in einer tieferen -1 Ebene durch die EÜ geführt. Der Straßenbahnverkehr wird in der Ebene 0 auf der mittleren Rahmendecke geführt. In dieser Ebene werden auch die Fußgänger und Radfahrer geführt und von dort erfolgt die provisorische Erschließung des Bahnpostamtes sowie die Erschließung des Willy-Brandt-Platzes. In den Bereichen der erforderlichen Eisenbahnüberführungen wird ein oberer Rahmen aufgesetzt.Der MIV wird in zwei voneinander baulich getrennten Tunnelröhren (Röhre Nord und Süd) geführt. Am Damaschkeplatz werden ab Höhe der bestehenden Brücke des Magdeburger Ringes die Fahrbahnrampen in die -1 Ebene abgesenkt. Mit der Absenkung der Fahrbahnen am Damaschkeplatz werden die Rampen zum Magdeburger Ring Nord und Süd den neuen Höhenverhältnissen angepasst. Die südliche Tunnelröhre wird mit einer Fahrspur und einer kombinierten Stand- sowie Ausfädelspur ausgestattet. Die nördliche Tunnelröhre wird mit zwei Fahrspuren hergestellt. Auf Höhe der Brandenburger Straße befindet sich das Tunnelportal Ost mit den bis zum Knotenpunkt verlaufenden Rampen.Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird zusammen mit den Radfahrern und Fußgängern auf der Ebene 0 geführt. Am Damaschkeplatz wird mit der Umgestaltung der MVB-Haltestellen die Führung der Radfahrer und Fußgänger im Bereich zwischen den Stützwänden der Rampenfahrbahnen ermöglicht. Nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer können die Fahrbahnen am Damaschkeplatz entweder über lichtsignalisierte Furten am Knotenpunkt Damaschkeplatz/ Adelheidring/Olvenstedter Straße/Editharing oder über die Tunneldecke der -1 Ebene auf Höhe des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) queren.Die EÜ überführt zukünftig ebenfalls 12 Gleise und 3 Bahnsteige in geringfügig geänderter Lage. Sie wird als massives Rahmenbauwerk ausgebildet ist konstruktiv unterbrochen und besteht aus 5 Segmenten. Die Überbauten bestehen aus Spannbeton-Fertigteilen mit Ortbetonergänzung und haben eine Stützweite von ca. 20 m. Die EÜ wird auf den äußeren Bohrpfahlwänden des Tunnels Ernst-Reuter-Allee gegründet. Die EÜ wird in 3 Hauptbauzuständen gebaut. Der Oberbau für die Gleise der DB sowie die Ausrüstungsgewerke wie Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik werden im parallel laufenden Spurplanumbau des Bahnhof Magdeburg gesondert realisiert.Der Fahrzeugverkehr auf der Ernst-Reuter-Allee soll in der -1 Ebene unter den Gleisanlagen der MVB unterführt werden. Hierzu wird ein 353 m (Achse 20) bzw. 323 m (Achse 30) langes Tunnelbauwerk als massive Rahmenkonstruktion mit geschlossener Decke ausgebildet. Die lichte Höhe des Tunnels inklusive Einbauten beträgt im Minimum 4,50 m. Die aufgrund der Grundwasserverhältnisse vorgesehene Ausbildung des Bauwerkes mit geschlossener Sohle wird auch in den angrenzenden Rampenbereichen fortgesetzt. An den Bauwerksenden schließen sich an die Trogabschnitte jeweils Stützwände an. Das Tunnelbauwerk wird segmentweise in „Deckelbauweise“ hergestellt. Auf der Tunneldecke verläuft etwa mittig die Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe.Die Flächen in Ebene 0 werden beidseits der beiden Straßenbahngleise als Fußgängerzone sowie als Radwege genutzt. Die Gleisanlagen der Straßenbahn werden zwischen dem Damaschkeplatz (einschließlich) und dem Gleisdreieck Ernst-Reuter-Allee/Otto-von-Guericke-Straße neu hergestellt. Die Haltestellenkonzeption im Streckenabschnitt erfordert den Umbau der Haltestelle Damaschkeplatz/ ZOB in eine zweigleisige Einfachhaltestelle, den Neubau einer Doppelhaltestelle Kölner Platz sowie den Rückbau der Einfachhaltestelle Hauptbahnhof/City Carré und die Verlegung auf die Ostseite des Knotens Ernst-Reuter-Allee/Otto-von-Guericke-Straße als Haltestelle Weinarkade.Besonders sensibel ist die Aufrechterhaltung des ÖPNV und des einspurigen Verkehrs des MIV während der gesamten Bauzeit, sowie die damit verbundene Herstellung von Zwischenbauzuständen für die Straßenbahn.Die Bauausführung hat unter weitestgehender Aufrechterhaltung des Straßenbahnbetriebes zu erfolgen. Aus diesem Grund sind mehrere Bauzustände (Gleistrasse, Fahrleitungsanlage und Bahnenergieversorgung) erforderlich, die in Abstimmung mit der MVB zu planen und technologisch mit in die Ausschreibung / Ausführung aufzunehmen sind. Diese Bauzustände sind auch in die Lieferlose mit aufzunehmen (z.B. die Zwischenbauzustände in den Gleisdreiecken mit zwischenzeitlichen Anpassungen an den Bestand).Folgende Versorgungsanlagen werden hergestellt:Gasversorgung: Verlegung einer Niederdruckgasleitung OD 110 PE,Wasserversorgung: Verlegung einer Versorgungsleitung Wasser DN 150 GGG und DN 200 GGG,Elektroversorgung: Verlegung von Niederspannungs- und Mittelspannungsanlagen,Informationsanlagen: Verlegung von Informationskabel (Lichtwellenleiterkabel und Kupferkabel) in RohranlagenFolgende Abwasseranlagen werden hergestellt:Regenwasserpumpwerk einschl. technischer Ausrüstung und EMSR-Technik, Verlegung von Freigefällekanälen und Druckleitungen sowie SchachtbauwerkeWeitere Angaben zum Bauvorhaben sind aus dem Planfeststellungsbeschluss unter folgendem Link zu entnehmen:www.magdeburg.de/loadDocument.phtml?ObjSvrID=698&ObjID=14319&ObjLa=1&Ext=PDFDie Gesamtbaukosten ohne die vorgezogenen Leistungen der AGM und ohne Verwaltungskosten betragen ca. 45,0 Mio EUR incl. Mehrwertsteuer.Der Auftrag wird in zwei Stufen vergeben. Die erste Stufe ist von voraussichtlich 12/2013 bis 06/2014 vorgesehen. Die zweite Stufe ist geplant von voraussichtlich 04/2014 bis 12/2019.
Mehr anzeigen Metadaten der Bekanntmachung
Originalsprache: Deutsch 🗣️
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Dienstleistungen
Verordnung: Europäische Union
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Planungsleistungen im Bauwesen📦
Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Angebotsart: Angebot für alle Lose
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Land: Deutschland 🇩🇪
Art des öffentlichen Auftraggebers: Körperschaften
Name des öffentlichen Auftraggebers: Landeshauptstadt Magdeburg, Tiefbauamt
Postanschrift: An der Steinkuhle 6
Postleitzahl: 39128
Postort: Magdeburg