Erstellung einer Machbarkeitsstudie über bauliche Erweiterungen/Neubauten an den Krankenhäusern Schwabing und Bogenhausen
Am 1.1.2005 fusionierten die 5 Krankenhäuser der Landeshauptstadt München Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Thalkirchner Straße sowie das Institut für Pflegeberufe, der Blutspendedienst und die Zentralwäscherei zur Städtisches Klinikum München GmbH. Mit rund 3 300 Betten, 260 tagesklinischen Plätzen und 8 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Städtische Klinikum München der größte Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen im süddeutschen Raum. Um den geänderten Rahmenbedingungen und Prozessabläufen im Krankenhausbereich Rechnung zu tragen und die Häuser den zukünftigen Anforderungen anzupassen, soll im Rahmen des zu vergebenden Auftrags eine Machbarkeitsstudie für die Kliniken Schwabing und Bogenhausen erstellt werden:
— Gegenstand der Machbarkeitsstudie soll bezüglich des Klinikums Schwabing ein Um- und Neubau des Krankenhauses (Erwachsenenbereich) mit einer Planbettenzahl von 360-450 Betten sowie die Erweiterung und/oder der Neubau der Mutter-Kind-Zentrums und der Kinderklinik mit einer Erhöhung der derzeitigen Bettenzahl von ca. 170 Betten um 80 Betten sein. Die gegenwärtige Position des Klinikums auf der Liegenschaft Schwabing ist dabei im Hinblick auf das künftige Entwicklungspotenzial zu untersuchen. Weiter ist zu untersuchen, ob die Möglichkeit besteht, dass bestimmte medizinische Abteilungen des Bestandsgebäudes mit allen Funktionsbereichen in den Krankenhausneubau umziehen. Die Kinderklinik und das Mutter-Kind-Zentrum besitzen ein Alleinstellungsmerkmal und müssen erhalten bleiben.
— Gegenstand der Machbarkeitsstudie soll bezüglich des Klinikums Bogenhausen ein Erweiterungsbau für bis zu 250 Betten sein. Für den beabsichtigten Erweiterungsbau beim Klinikum Bogenhausen existieren bereits 3 Verortungsvorschläge am Bestandsgebäude, die auf ihre Machbarkeit bezüglich der künftigen Entwicklung zu untersuchen und auszuwerten sind. Durch die zunehmende OP-Frequenz und Komplexität der Eingriffe am Standort Bogenhausen ist von einer vermehrten Inanspruchnahme der Intensivstation (ITS) auszugehen.
Die Machbarkeitsstudie umfasst – für beide Standorte – verschiedene Objektplanungsleistungen der Leistungsphasen 1 (Grundlagenermittlung) und 2 (Vorplanung) des Leistungsbildes Gebäude und Innenräume nach § 34 i. V. m. Anlage 10 HOAI, nämlich insbesondere Ortsbesichtigung, Beraten zum gesamten Leistungs- und Untersuchungsbedarf, Bedarfsermittlung, Aufstellen eines Funktionsprogramms, Aufstellen eines Raumprogramms, Standortanalyse, Prüfen der Umwelterheblichkeit, Prüfen der Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung (Erstellung einer Kostenermittlung pro Bauteil, die die Investkosten, die Interimskosten und die Nutzungskosten abbildet, jedoch nicht die Schärfentiefe einer Kostenschätzung aufweisen muss), Projektstrukturplanung, Rahmenterminplan (Grobterminplan mit Meilensteinen, der insbesondere auch das Ablösekonzept abbildet), Abstimmen der Zielvorstellungen, Hinweisen auf Zielkonflikte, Untersuchen, Darstellen und Bewerten von Varianten (konzepthafte zeichnerische Darstellungen, die insbesondere das Funktionszusammenspiel darstellen, und die für die Durchführbarkeitsprognose erforderlichen Kennwerte, z. B. BGF, BRI Abstandsflächen, Gebäudehöhe, beinhalten), Klären und Erläutern der wesentlichen Zusammenhänge, Vorgaben und Bedingungen (zum Beispiel städtebauliche, gestalterische, funktionale, technische, wirtschaftliche, ökologische, bauphysikalische, energiewirtschaftliche, soziale, öffentlich-rechtliche), Aufstellen eines Katalogs für die Planung und Abwicklung der Programmziele, Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse.
Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, festzustellen, wie der Bedarf der Kliniken an beiden Standorten durch bauliche Erweiterungen bzw. Neubauten optimal umgesetzt werden kann. Für beide Standorte sind im Rahmen der Machbarkeitsstudie auch abweichende Lösungsmöglichkeiten zu ermitteln, zu untersuchen und auszuwerten (z. B. eine (teilweise) Aufstockung des Gebäudes am Klinikum Bogenhausen). Weiter hat die Machbarkeitsstudie ein Umzugs- und Ablösekonzept für beide Standorte zu umfassen. Dieses hat sich sowohl intern auf die Häuser als auch auf das Zusammenspiel der beiden Häuser zu beziehen (z. B. im Falle einer Kapazitätsverlagerung von Schwabing nach Bogenhausen). Für die Gesamtmaßnahme und ihre Bestandteile sollen die zeitlichen, baulichen, betriebsorganisatorischen, logistischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten aufgezeigt werden. Diese sind anhand graphischer Konzeptvarianten darzustellen und zu erläutern. Es sind für die untersuchten Varianten die zukünftige Isometrie der für den Klinikbetrieb verbleibenden Gebäude darzustellen. Die zu entwickelten Konzeptvarianten/Lösungsmöglichkeiten sind im Rahmen der Machbarkeitsstudie auf die folgende Rahmenbedingungen zu prüfen und zu bewerten: 1.) funktionale Strukturabfolge in Vorplanung mit Betriebsorganisation (Darstellung der Funktionsbereiche in Abhängigkeit zueinander); 2.) Wirtschaftlichkeitsuntersuchung (Erstellung einer Kostenermittlung pro Bauteil, die die Investitionskosten, die Interimskosten und die Nutzungskosten abbildet); 3) a) Grundstück; 3) b) Städtebau; 4) Baurecht; 5.) Denkmalschutz; 6.) Förderfähigkeit; 7.) Berücksichtigung der Naturschutzbelange; 8.) Ver- und Entsorgung; 9.) Erschließung (incl. Verkehrssituation, Parkraum, Logistik und Zufahrten). Die Betriebsorganisation wird durch das Krankenhaus selbst erbracht, eine entsprechende Zusammenarbeit ist erforderlich. Die betrieblichen Belange der Kliniken sind bei Planung und Bauausführung als besondere Randbedingungen und Vorgaben aus den Bebauungsplänen mit höchster Priorität zu beachten. Die Sicherstellung im laufenden Betrieb muss unabdingbar gewährleistet werden, Störungen der angrenzenden Bereiche sind im Hinblick auf Schallschutz auf ein Minimum zu reduzieren. Beide Standorte verfügen über einen Hubschrauberlandeplatz, der bei der Erstellung der Konzeptvarianten mit berücksichtigt bzw. neu positioniert werden muss.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-09-11.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-08-12.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-08-12
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Auftragsbekanntmachung
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2013-08-13
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Ergänzende Angaben
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2014-03-24
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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2014-03-27
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Ergänzende Angaben
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