Fachplanungsleistungen Technische Gebäudeausrüstung im Rahmen der Erweiterung und Generalsanierung des Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef

Rhein-Sieg-Kreis, Der Landrat

Fachplanungsleistungen Technische Gebäudeausrüstung (§ 51 Abs. 2 Nr. 1-3 und 7-8 HOAI) im Rahmen der Erweiterung und Generalsanierung des Carl-Reuther Berufskollegs in Hennef. Leistungsumfang: Leistungsphasen 1-9 (§ 53 HOAI), davon Leistungsphase 7 nur anteilig.
Bestandsdaten Hauptgebäude:
ca. 14.200 m² Gesamtnutzfläche, ca. 57.700 m³ umbauter Raum, ca. 9.900 m² bebaute Fläche, ca. 29.400 m², Grundstücksfläche, ca. 8 m Gebäudehöhe über Gelände.
Bestandssituation:
Das Carl-Reuther-Berufskolleg wurde 1976 als zweigeschossiges Schulgebäude errichtet. Es handelt sich um einen Stahlbetonskelettbau mit aussteifenden Betonkernen. Die Außenmaße des EG betragen ca. 115 x 85 m.
Zwischen vier innen liegenden Treppenhäusern liegen drei Lichthöfe. Das Obergeschoss ist im Wesentlichen
gegenüber dem EG zurückgesetzt.
Technische Gebäudeausrüstung Bestand:
Heizung:
Die Heizung befindet sich im Technikkeller im 1.UG. Zusätzlich ist in diesem Raum auch die Heizungsanlage des benachbarten Gymnasiums untergebracht: 2 x Gas-Kessel ca. 1,2 MW, versorgt auch Turnhalle und Bauhalle, Turnhalle hat zentrale WWB, Beheizung über Heizkörper
Lüftung:
1x Lüftung Nebenräume Turnhalle V= 4.500m³/h (neu in 2012), 1x Lüftung Turnhalle V = 30.000m³/h, 1x Lüftungsanlage Filmraum V = 3.800m³/h (neu in 2010), 2x Lüftung WC-Räume V = 1.200m³/h (neu in 2010), 1x Lüftung Lü1 Farbspritzraum V = 7.000m³/h, 1x Lüftung LÜ 2 Holzwerkstatt nur Zuluft V = 7.200m³/h Abluft über Absaugung, 1x Lüftung Lü 3 Metallwerkstatt Vzu = 10.200m³/h Vab = 8.630m³/h, 1x Lüftung LÜ 5 Küche, Bäckerei, Metzgerei V = 20.000m³/h, 1x Lüftung LÜ 6 Pausenhalle V = 20.000m³/h, 1x Lüftung Lü 9 Innere Doppelklasse Elektro V = 2.900m³/h, 1x Lüftung Lü 10 Innere Doppelklasse Metall V = 2.900m³/h, 1x Lüftung Lü 11 Innere Doppelklasse Hauswirtschaft V = 2.900m³/h, ca. 80 Brandschutzklappen, keine sonstige Belüftung von Klassenräumen (reine Fensterlüftung).
Sanitär:
Feuerlösch-Wandhydranten vorhanden, Warmwasser nur in Küche und Bäckerei dezentral, zusätzlich Warmwasser zentral in der Turnhalle.
Nutzung:
Das Kellergeschoss ist überweigend als Kriechkeller ausgebildet. Der übrige Teil besteht aus Lager- und Technikräumen. Im Erdgeschoss sind neben zentralen WC-Anlagen, der Schulleitung, der Bibliothek und Pausenräumen für die Schüler vorwiegend Fachbereiche für verschiedene Berufsausbildungen (Metalltechnik, Metallverarbeitung, Computer-Technik, Fleischerei, Großküche / Gastronomie, Elektro, Bäckerei / Konditorei, Schreinerei, Bautechnik, Malertechnik) mit den zugehörigen Spezialräumen untergebracht. Im Obergeschoss sind neben Fachräumen für CAD-Zeichen- und EDV-Technik im Wesentlichen klassische Unterrichtsräume eingerichtet.
Grundlagen für die geplante Sanierung:
Bei einer Brandschau vor ca. 10 Jahren wurde auffällig, dass das Gebäude nicht den Regelungen in der Bauordnung NW entspricht; vor allem wurden folgende brandschutztechnische Probleme offenbar: Das Gebäude
besitzt keine Brandabschnitte, die vier Treppenhäuser liegen nicht an den Außenwänden, die Flurwände wurden nicht bis unter die Rohdecke geführt, die Wand- und Deckenkonstruktionen sind brandschutztechnisch nicht
qualifiziert.
Ein erstes Brandschutzkonzept und erste Planungen führten nicht zu einer bauordnungsrechtlich abgeschlossenen Situation. Da wesentliche brandschutztechnische Probleme weiterhin bestanden und hierdurch
die Fortführung des Betriebes der Schule gefährdet war, wurde von der Gebäudewirtschaft des Rhein-Sieg-Kreises im Jahre 2011 mit einem anderen Brandschutz-Sachverständigen ein neues Brandschutzkonzept entwickelt. Dieses Konzept wechselte aufgrund der konstruktiven Probleme am Gebäude auf eine dynamische Leitung der gefährdeten Personen. Hierdurch wird eine schnelle und sichere Entfluchtung des Gebäudes sichergestellt. Das Konzept wurde als vorgezogene temporäre Maßnahme abgestimmt, bauordnungsrechtlich beantragt und 2012 realisiert. Hierdurch ist der Schulbetrieb bis zu der nun geplanten grundlegenden Sanierung des Gebäudes gesichert.
Neben den brandschutztechnischen Problemen entsprechen die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik auch energetisch nicht den Anforderungen. Der Zustand der Gebäudesubstanz entspricht im Wesentlichen dem Baujahr (1976). Zudem ist der Schallschutz im Bestand nicht ausreichend. In den letzten zehn Jahren wurden zahlreiche kleinere Sanierungsmaßnahmen, insbesondere brandschutztechnischer und elektrotechnischer Art durchgeführt.
Geplante Generalsanierung:
Auf Grundlage der brandschutztechnischen Probleme aber auch der substanziell und energetisch notwendigen Maßnahmen hat sich der Rhein-Sieg-Kreis entschlossen, das Gebäude zu sanieren. Die Variante der Aufgabe
des Gebäudes und eines Neubaues wurde aus wirtschaftlichen Gründen verworfen. Da der Schulbetrieb auch während der Sanierungsmaßnahme fortgeführt werden muss, wird die Sanierung höchstwahrscheinlich in
mehreren Bauphasen sukzessive durchgeführt werden. Dabei ist die Planung der Bauphasen eine wesentliche organisatorische Aufgabe der Planer. Die besonderen Probleme an dieser Schule durch das hohe Maß an
speziellen Fachräumen mit schweren Maschinen müssen dabei berücksichtigt werden.
Bei der geplanten Sanierung geht der Rhein-Sieg-Kreis davon aus, dass das Gebäude bei jedem Bauabschnitt über Abbrucharbeiten bis auf den Rohbau heruntergeführt werden muss. Lediglich die in den letzten Jahren
renovierten Teilbereiche aber auch die Einbauten mit schweren Maschinen bleiben ggf. bestehen. Danach werden die wetterfeste Hülle und der innere Ausbau, incl. Haustechnik komplett neu aufgebaut.
Bei der abschnittsweisen haustechnischen Sanierung sind im Wesentlichen alle (bis auf die kürzlich erneuerten) Anlagen und zugehörigen Installationen zu erneuern. Im Zuge der Erneuerung der Wärmeerzeugeranlage wird eine Versorgung mit regenerativen Energien angestrebt. Da eine Annäherung an den Passivhausstandard beabsichtigt ist, sollen die Klassenräume mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden.
Konflikte und Überschneidungen zwischen den verschiedenen Gewerken aus Hochbau, Elektrotechnik und TGA sowie zwischen Bestand und Sanierungsbereichen in den einzelnen Abschnitten sind in der Planungsphase von allen Planungsbeteiligten zu prüfen und entsprechende Konzepte zur Lösung und zur Sicherstellung des laufenden Betriebs zu entwickeln.
Geplanter Erweiterungsbau:
Aufgrund der bevorstehenden Generalsanierung wurde die bestehende Raumsituation überprüft und ein erweitertes Raumprogramm zur Verbesserung des pädagogischen Konzeptes entwickelt. Hieraus ergibt sich ein zusätzlicher Flächenbedarf in der Größe von ca. 2.000 m² Hauptnutzfläche. Diese zusätzliche Fläche ist Bestandteil des Planungsauftrages. Eine Aufgabe dieses Erweiterungsgebäudes kann ggf. in der Bauphase auch der Dienst als Ersatzfläche sein. Die gebäudetechnische Anbindung der Erweiterung an den Bestand ist mit allen Beteiligten abzustimmen, die technische Ausstattung des Erweiterungsgebäudes soll im Wesentlichen dem Standard des sanierten Gebäudes entsprechen.
Besonderheiten Bauablauf / Ausführungszeiten:
Die Generalsanierung erfolgt im laufenden Betrieb des Berufskolleges. Hierbei sind im Besonderen die Unterrichtszeiten zu beachten und einzuplanen. Ausweichräumlichkeiten stehen im Schulgebäude nur in sehr
geringem Umfang zur Verfügung. Ersatzflächen können über die Aufstellung von Containern geschaffen werden. Vom Technikkeller des Bestandsgebäudes werden neben dem Berufskolleg auch die zum Berufskolleg und
der Stadt Hennef gehörende 6-fach-Sporthalle, das angrenzende Baustoffzentrum sowie das Gymnasium der Stadt Hennef mit allen zum Betrieb erforderlichen Medien versorgt werden. Die durchgehende Versorgung aller Gebäude während der Baumaßnahme ist sicherzustellen. Die Geschoßdecken bestehen aus Stahlbeton und Betonfertigteilen, hierdurch überträgt sich der Schall von Arbeiten an der Betonkonstruktion über weite Bereiche des Hauses und führt so zu Beeinträchtigungen in den genutzten Räumen. Die Koordinierung der Arbeiten im Zusammenspiel mit dem fortlaufenden Betrieb der Schule wird ein wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung der Maßnahmen sein.
Ausführungszeit:
Mit den Ingenieurleistungen soll unverzüglich nach Vertragsschluss begonnen werden. Für die Planung und Bauvorbereitung sind ca. 18 Monate vorgesehen. Der Baubeginn ist im Anschluss daran für das erste Quartal 2015 geplant. Die Bauphase soll binnen zwei Jahren, spätestens Mitte 2017 (zum Ende des Schuljahres 2016/2017) abgeschlossen sein.
Ingenieurleistungen:
Zur Durchführung der beschriebenen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen sollen folgende Ingenieurleistungen beauftragt und erbracht werden: Fachplanungsleistungen Technische Gebäudeausrüstung gemäß § 51 Abs. 2 Nr. 1-3 und 7-8 HOAI, LP 1-9. Leistungsphase 7 wird dabei nur anteilig beauftragt, da Teile der Leistungen durch die Zentrale Vergabestelle (ZVS) des Rhein-Sieg-Kreises erbracht werden.
(Hinweis: Die Planungsleistungen Elektrotechnik (§ 51 Abs. 2 Nr. 4-6 HOAI) werden im Zuge eines separaten VOF-Verfahrens vergeben.)
Der Schwerpunkt der Bearbeitung dieses Auftrages liegt einerseits in den Leistungsphasen 2-3 (Vorentwurf und Entwurf), in denen eine Konzeption entwickelt werden muss, die sowohl die brandschutztechnischen Probleme
wie auch die technischen Anforderungen an das Gebäudes löst. Andererseits sollen die notwendigen Erweiterungsflächen in einen optimalen Funktionszusammenhang mit der bestehenden Schule gebracht werden, dabei ist die Durchführbarkeit der Maßnahme in Teilabschnitten unter Beibehaltung des Unterrichtes sicher zu stellen.
Der zweite Schwerpunkt liegt in der Leistungsphase 8 (Bauleitung). Hier ist eine stringente Überwachung der Baumaßnahme zur Sicherstellung eines mit dem Schulbetrieb abgestimmten Terminplanes notwendig. Die
Einflechtung der technischen Gewerke in einen reibungslosen Bauablauf und die enge Zusammenarbeit mit dem Architekten und den weiteren Fachingenieuren sind zentrale Aufgaben des Fachplaners.
Die Gebäudewirtschaft ist Bauherrenvertreter. Eine intensive, unmittelbare und umfassende Abstimmung der Planungs- und Bauabläufe zwischen dem beauftragten Ingenieurbüro und der Gebäudewirtschaft wird vorausgesetzt.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-07-08. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-05-29.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-05-29 Auftragsbekanntmachung