Generalplanerleistungen Neubau HTC/PTC
Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum mit 850 Mitarbeitern, die in verschiedenen Instituten in Deutschland in der Material- und Küstenforschung tätig sind. Der Hauptsitz befindet sich 30 km östlich von Hamburg im Geesthachter Ortsteil Tespehude auf einem weitläufigen Forschungsgelände am Geesthang der Elbe.
Am Standort Geesthacht erarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den langfristig angelegten Schwerpunktbereichen Werkstoffforschung und Küstenforschung substanzielle Beiträge zur Klärung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel der Forschungstätigkeit ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und daraus konkrete Nutzungsoptionen für Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.
Die Werkstoff- und Polymerforschung hat ihre Schwerpunkte in der Entwicklung und Erprobung spezifisch besonders leichter und funktioneller Werkstoffe. Die Aufgaben reichen dabei von der Legierungsentwicklung über neuartige Fertigungs- und Verarbeitungstechnologien bis hin zur Charakterisierung und Prüfung der entwickelten Werkstoffe. Neben metallischen Werkstoffen werden auch Polymerwerkstoffe für Membranen mit Anwendungsgebieten wie Gasphasenseparation, Ultra- und Mikrofiltration sowie organophile Nanofiltration erforscht. Ein weiteres, besonders profiliertes Forschungsgebiet, stellt die Wasserstofftechnologie dar, in der die Charakterisierungsmöglichkeiten von Materialien zur Herstellung und Speicherung von Wasserstoff untersucht werden.
Zur Intensivierung und Ausweitung dieser Forschungstätigkeit ist eine Herstellung in einem Maßstab notwendig, welcher mit der momentan vorhandenen Laborgröße nicht realisiert werden kann.
Die Institute der Werkstoff- und Polymerforschung sollen deshalb durch einen Neubau mit dem Titel "HTC/PTC" erweitert werden, in dem 1 260 m² Labor- und Fertigungsflächen vorgesehen sind. Neue Werkstoffe sollen hier mit speziellen technischen Geräten (Röntgendiffraktometrie, Gaschromatografie, Raman usw.) einsatzgerecht bewertet und auf ihre Einsatzfähigkeit und Beständigkeit hin untersucht werden.
Ein besonderer Teil des Gebäudes soll zudem der kontrollierten Herstellung von Wasserstoffspeichermaterialien mittels Hochenergiemahlen im Pilotmaßstab dienen. Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen und zur Vermeidung von Lärmbelästigungen muss diese Nutzung in einem separaten Nebengebäude mit 125 m² Nutzfläche errichtet werden. Ein weiteres Nebengebäude mit 100 m² Nutzfläche ist für die Lagerung von Lösemitteln vorgesehen. Sowohl für diese Anlagen als auch für die Polymerisationsreaktionen und die Metallhydrideherstellung werden hochspezifische explosionsgeschützte Räumlichkeiten mit einem integrierten Sicherheitskonzept erforderlich. Auf einer weiteren, ca 22 m² großen, Aussenfläche soll eine Gaspermeationspilotanlage errichtet und bzgl. der elektrischen Versorgung und der Versorgung mit Heiz- und Kühlmedien an das zu errichtende Gebäude angebunden werden.
Als Standort ist eine Freifläche zwischen den Gebäuden Nr. 23, 46 und 59 vorgesehen. Die Planung der Baumaßnahme soll 2013 erfolgen und die Realisierung ist ab 2014 vorgesehen. Für die Realisierung der Maßnahme ist ein Gesamtbudget von 4,0 Mio. EUR netto angesetzt. Gegenstand des VOF Verhandlungsverfahrens sind Generalplanerleistungen zur Errichtung des HTC/PTC.
Gesucht wird ein hoch qualifiziertes Planungsbüro, das eine grundlegende Entwurfsplanung in eine zielorientierte integrierte Planungsarbeit im Ausführungsbereich überführen und die Einhaltung der sehr hohen wirtschaftlichen und terminlichen Vorgaben bei diesem Bauvorhaben zusichern kann. Aufgrund des spezifischen Charakters des Gebäudes sollen die Planungsleistungen durch einen Generalplaner erbracht werden, der eine zielgerichtete Kommunikation und Kooperation innerhalb des Planungsprozesses gewährleisten kann.
Bei der Planung und Realisierung des Bauvorhabens stellen die komplexe Planungssituation auf dem Forschungscampus des HZG, die vielfältige Nutzerstruktur, die Vorgaben des Zuwendungsgebers und die umfangreichen technischen Anforderungen des HTC/PTC spezifische Rand- und Rahmenbedingungen dar, die besondere Aufmerksamkeit und Erfahrung erfordern. Alternativ wird eine gewerkeweise Einzelvergabe der Bauleistungen oder auch eine Beauftragung eines General-unternehmers angestrebt. Hierfür sind profunde Erfahrungen mit öffentlichen Ausschreibungen und Bauvergaben bei Zuwendungsbauten erforderlich, zudem sind insbesondere in der Bauleitung einschlägige Erfahrungen im Forschungsbau erforderlich. Die Planer müssen Erfahrungen mit realisierten Projekten mit hohen Explosionsschutzanforderungen besitzen. Es wird darauf hingewiesen, dass unmittelbar nach der Zuschlagserteilung mit der Projektbearbeitung zu beginnen ist.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-06-14.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-05-13.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-05-13
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Auftragsbekanntmachung
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2014-06-25
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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