Generalplanungsleistungen für die Sanierung der Hallertorbrücke im Zuge der ÖPNV-Beschleunigung der Straßenbahnlinie 4 in Nürnberg

Verkehrs-Aktiengesellschaft-Nürnberg (VAG)

Die Hallertorbrücke überspannt im Verlauf des westlichen Altstadtringes die geteilte Pegnitz als zweibogige Brückenkonstruktion. Als Straßenbrücke dient sie auch dem Fußgängerverkehr und zudem der Überführung der zweigleisig geführten Straßenbahnlinie 4 zwischen Plärrer und Friedrich-Ebert-Platz. Sie besteht aus 4 nebeneinander errichteten eigenständigen Tragsystemen. Das älteste Bauwerk stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1697. In einer ersten Erweiterungsphase wurde dieses 1936 beidseitig jeweils mit konischer Brückentafelgeometrie zur Anpassung des Straßenverlaufs erweitert. Im Jahr 1963 fand auf der Westseite die letzte Erweiterung der Gesamtanlage statt.
Das Bauwerk hat insgesammt 54 schwer zugängliche Hohlkammern. Über den unterstromigen Bauwerksteil werden zahlreiche Sparten geführt. Insbesondere die östlichen Gleise der Straßenbahn werden ungünstig schleifend über die Bauwerksfugen von zwei Überbaukonstruktionen geführt.
Die Brücken sind bauzeitbedingt nach den zur Bemessungszeit üblichen niederen Lastklassen bemessen. Die Einführung der neuen Vario-Straßenbahntypen führte aufgrund deren Konstruktionslasten zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung der Bauwerke im Straßenbahnquerschnitt, die Zunahme des LKW-Anteils zu einer erhöhten Auslastung der Straßenquerschnitte.
Sanierungsanlass:
Bedingt durch zahlreiche Undichtigkeiten der Abdichtungsebenen, durch unterschiedliches Schwingverhalten der verschiedenen Brückenkonstruktionen (insbesondere bei den Bauwerkstrennfugen in Verbindung mit hohen Chlorideinträgen) und wegen der einhergegangenen deutlich gestiegenen Verkehrslast sind viele Risse, sowie Beton und Bewehrungsschäden aufgetreten.
Die Sanierung der Maßnahme muss mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden. Seit Juni 2011 steht das Gesamtbauwerk als Einzeldenkmal auf der Denkmalliste.
Für das Bauwerk wurde im Zuge der Bauwerksprüfung H 2007 umfangreiche Schadenskartierungen angefertigt. Die Ergebnisse der Hauptprüfung 2013 liegen vor und sind vom Planer zu berücksichtigen.
Sanierungsziel:
Das Bauwerk soll umfänglich saniert werden. Neben Instandsetzung/Verbesserung der Tragkonstruktion mit Abdichtungsebenen und Bauwerksentwässerung sollen auch die Natursteinfassade vor einem weiteren Verfall bewahrt werden. Die Zugänglichkeit der einzelnen Kammern muss auch verbessert werden.
Kosten:
Notwendige Investitionskosten können aufgrund des Datenbestandes aktuell nur sehr grob über die Brückenfläche von insgesammt rund 1 800 qm überschlagen werden. Der verhältnismäßig hohe Preisansatz der reinen Brückenbaukosten von 2 000 EUR/qm (netto) soll den Aufwand durch die in der Bauabwicklung erforderlichen Verkehrsphasen, den außergewöhnlich ungünstigen Baukörper (54 sehr schlecht zugängliche begehbare Hohlkörper), die Versorgungsleitungen, die Lage über dem Gewässer, restauratorische Untersuchungen und Beschleunigungsmaßnahmen ausreichend sicherstellen. Der entsprechende Ansatz ist im Zuge der aufzustellenden Planung zu validieren. Die reinen Nettobaukosten wurden mit 3,6 Mio. EURO ermittelt.
Nicht berücksichtigt sind zusätzliche Aufwendungen für die Beseitigung der Gleiskörper, entsprechende Gleisbehelfe und Rückverlegung der Gleise nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und eventuell notwendige Oberleitungsarbeiten, da diese Leistungen üblicherweise von der VAG selbst zu tragen sind.
Sanierungszeitraum:
Die Bauleistungen werden aufgrund des Verkehrsbedarfs mit 3 Bauabschnitten ohne Straßenbahnbetrieb bzw. sofern möglich mit 4 Bauabschnitten mit Straßenbahnbetrieb rund 3 Jahre in Anspruch nehmen. Ende 2015 wird die Straßenbahnstrecke Thon - Am Wegfeld in Betrieb genommen. Bis dahin soll ebenfalls die Beschleunigung der Straßenbahnlinie 4 technisch umgesetzt sein und ein Straßenbahnzug der VAG für den Betrieb eingespart werden. Die Brückenbauarbeiten müssen daher auf eine schnellstmögliche Straßenbahntrassennutzung abgestimmt werden.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-01-07. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-12-03.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-12-03 Auftragsbekanntmachung
2014-06-06 Bekanntmachung über vergebene Aufträge