GU-Leistung – Herrichtung eines Jobcenters, Müllerstr. 147, 13353 Berlin
Das Gebäudeensemble aus einem 13-geschossigen Hochhaus mit umgrenzendem Sockel sowie dem BVV-Saal (BVV – Bezirksverordnetenversammlung), der ca. 4 m oberhalb Terrain auf einem Erschließungssockel schwebt, liegt zur Müllerstraße 147 um ca. 55 m versetzt. Das Gebäudeensemble mit dem ehem. BVV-Saal ist ebenso wie der von Friedrich Hellwig in den 1920er Jahren geplante Rathausaltbau auf dem Grundstück Müllerstraße 146 denkmalgeschützt.
Das Hochhaus wurde als Stahlbetonskelettbau mit Waschbetonbrüstungselementen erbaut; die vorhandene Grundrissstruktur gliedert sich um einen inneren Versorgungskern mit außenliegenden Büroräumen. Das statische System ist eine Stützen-Riegel-Konstruktion in Stahlbeton, mit Aussteifungen durch einen massiven Aufzugskern. Die Geschossdecken sind Stahlbetonkassettendecken, bestehend aus einer 8 cm Stahlbetonplatte auf 15 cm hohen Stegen.
Zwischen den Geschossen spannen vertikale geschosshohe Fertigteilelemente, die zwischen den Fensteröffnung angeordnet sind, davor ist ein weiteres Fertigteil befestigt, welches als umlaufendes horizontales Band die Fensterbrüstung bildet. Die vertikalen Elemente sind im Bestand außenseitig schwarz besplittet; die liegenden mit weißen Marmorkieselsteinen besetzt. Im Hochhaus sind 2- bzw. dreiteilige Aluminium-Einzelfenster mit Kippfunktion im Bestand ausgeführt. Die Fassaden des umgrenzenden Sockelbaus im Erdgeschoss sowie des ehemaligen BVV-Saals bestehen jeweils zu drei Seiten aus schlanken Betonstützen, Stahlbetonsturz- und –Sockelflächen sowie geschosshohen Fensterelementen. Jeweils eine der vier Außenwände zeigt sich als geschlossene ebenfalls mit weißen Kieselsteinen versehene Waschbetonfassade. Die Bruttogrundfläche (BGF) des Hochhauses inkl. Sockelbaus beträgt vor der Baumaßnahme rund 8 350 m² mit einer Nettogrundfläche (NGF) von ca. 7 385 m². Die BGF des ehemaligen BVV-Saals beträgt ca. 780 m² mit einer NGF von ca. 730 m². Der Bruttorauminhalt liegt gesamt bei 31 350 m². Die Regelgeschosshöhe beträgt ca. 3,60 m und im Erdgeschoss ca: 4,30 m. Es ist geplant, den ehemaligen Erweiterungsbau an eine Neunutzung als Job-Center anzupassen; hierbei sind die Gebäudehülle energetisch zu ertüchtigen und im Gebäudeinneren Maßnahmen zur Realisierung der Einpassplanung und der brandschutztechnischen Vorgaben umzusetzen. Die Projekt- und Bauabwicklung muss in 2 Bauabschnitten erfolgen. Zum Bauabschnitt I zählt das 13-geschossige Hochhaus mit umgrenzendem Sockelgeschoss; im II. Bauabschnitt sind Bauleistungen im ehemaligen BVV-Saal zu erbringen, in dem zur Zeit noch die Schillerbibliothek untergebracht ist. In Bauabschnitt I sind sämtliche Maßnahmen zur Umsetzung der brandschutztechnischen Vorgaben und der Einpassplanung hinsichtlich Hochbau, TGA und Freiraumplanung auszuführen; die Fassaden von Hochhaus und des umgrenzenden Sockelgeschoss sind gemäß der bauphysikalischen Vorgaben energetisch zu ertüchtigen. Dies beinhaltet den Austausch aller Außenfenster- und Türen, Sonnenschutz und Dachbeläge sowie eine Ergänzung der Außenwandbekleidung auf Außen- und Innenseite.
In Bauabschnitt II beschränken sich derzeit die Maßnahmen auf die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle des ehemaligen BVV-Saals. Dies beinhaltet den Austausch aller Elementierter Außenwände, Außentüren, Sonnenschutz und Dachbeläge. Für die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle sind u. a. nachfolgende Leistungsbereiche/Gewerke erforderlich:
— Außenfenster und -türen,
— Metallbau- und Verglasungsarbeiten,
— Putzarbeiten – WDVS,
— Klempnerarbeiten,
— Dachdeckungsarbeiten,
— Abbrucharbeiten,
— Gerüstbauarbeiten.
Für die Umsetzung der Einpassplanung und Realisierung der brandschutzschutztechnischen Vorgaben sind u.a. nachfolgende Leistungsbereiche/Gewerke erforderlich:
— Trockenbauarbeiten,
— Tischlerarbeiten,
— Metallbauarbeiten,
— Estricharbeiten,
— Fliesenarbeiten,
— Bodenbelagsarbeiten,
— Maler und Lackierarbeiten,
— Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen,
— Wärmeversorgungsanlagen,
— Lufttechnische Anlagen,
— Starkstromanlagen,
— Fernmelde- und informationstechnische Anlagen,
— Förderanlagen,
— Nutzungsspezifische Anlagen.
Es sind Architekten- und Ingenieurleistungen für Gebäudeplanung, Freianlagenplanung, Planung der raumbildenden Ausbauten, Tragwerkplanung und Planung der technischen Ausrüstung zu erbringen. Die Weitergabe der Planungsleistungen darf nur unter Zugrundelegung der Honoraordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) erfolgen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-10-24.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-09-13.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2013-09-13
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Auftragsbekanntmachung
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2014-04-25
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Ergänzende Angaben
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